Heilbronn
Objektbeschreibung
Heilbronn liegt weitgehend noch – oder schon? – im Dunkel, hinter der Kilianskirche reflektieren die Wolken ein wenig Sonnenlicht. Der hohe Westturm wirkt fast wie eine Silhouette; vor ihm befinden sich die Häuser im Schatten, sind aber doch erkennbar. Im Vordergrund hat der Maler die Dächer fast auf zweidimensionale Formen reduziert – wie rot-schwarze Keile steigen sie vom unteren Leinwandrand in die Komposition hinauf und scheinen im schwachen Licht fast zu glühen. Dieses atmosphärische Bild gehört zum Frühwerk des Künstlers, der sich in den 1920er-Jahren mit dem Kubismus beschäftigte. Werner stammte aus Schwaben, hatte in Stuttgart und Paris studiert und lebte nach dem Einsatz im Ersten Weltkrieg bis 1929 bei Stuttgart. In diesen Jahren arbeitete er als freier Maler und lernte seine spätere Frau, die Textilkünstlerin Anneliese (Woty) Rütgers, kennen. Per letztwilliger Verfügung wurde bestimmt, dass seine Werke nach beider Tod an Museen gegeben werden sollten. Die Nationalgalerie (Ost) suchte vier Gemälde aus dem Nachlass des Künstlers aus (neben dem vorliegenden „Phönix“, 1933, A IV 295; „Taifun“, 1951, A IV 296, und „Stillleben“, 1953, A IV 297); die West-Berliner „Galerie des 20. Jahrhunderts“ erwarb zwei Werke („Die Loge“, 1947, B 39, und „XIV/58“, 1958, B 539). | Emily Joyce Evans