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Junge Menschen


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Objektbeschreibung

„Begegnungen mit Menschen“, so der Titel eines kleinen Bändchens zur Kunst Berganders (Einführung von Arthur Dänhardt, Dresden 1959), sind eines seiner Kernmotive: Das Zwischenmenschliche. Legte er soziale Interaktionen in den 1950er-Jahren häufig im sozialistischen Arbeitsumfeld an, erscheinen sie hier als heitere Szene der Jugendkultur. Der Künstler hat mit „Junge Menschen“ ein Meisterstück des eigenen Œuvres sowie des sozialistischen Realismus insgesamt geschaffen. Das Gemälde ist die erste Abbildung im Katalog zur 5. „Deutschen Kunstausstellung“ 1962, die Nationalgalerie (Ost) erwarb es dort und präsentierte es anschließend dauerhaft. Als 1969 eine große Werkschau den Künstler ehrte, wurde das Gruppenbild für ein Ausstellungsplakat sowie auch für zahlreiche Presseartikel verwendet, die darin „ein bezeichnendes Beispiel für Berganders Malkultur und Menschenauffassung“ (Neue Zeit, 22.5.1969) und in der weißen Rose ein „Symbol für Jugend und Hoffnung“ sahen (BZ am Abend, 11.7.1969). Im Zentrum der fünfköpfigen Gruppe nimmt das Mädchen im rosafarbenen Pullover (welcher der Rose fast die Schau stiehlt) eine Blume von dem Jungen im Pullunder entgegen, den Bergander typischerweise als Rückenfigur gemalt hat, und riecht an ihr. Eine gewisse Spannung liegt in der Luft – wie wird sie auf das Blumengeschenk reagieren? Varianten des Motivs zeigen „Flirt II“ (1961, Angermuseum, Erfurt) sowie zwei Drucke (jeweils 1961, Rudolf Bergander – Werkverzeichnis. Handzeichnungen, Aquarelle, Druckgrafik, bearb. v. Waltraut Schumann, Dresden 1978, 1725 und 1726). In der DDR ein populäres Gemälde, geriet „Junge Menschen“ nach der Wende in Vergessenheit. | Sven Haase