Autunno
Objektbeschreibung
Neben Titeln wie „Composizione neroverde“ (NG 9/61), die keine Bezüge außerhalb des Bildes eröffnen, wählte Afro auch nach seinem Übergang von einer expressiv-naturalistischen Malweise zur Abstraktion in den Nachkriegsdekaden Bildtitel mit inhaltlichem Bezug. Oft sind es Wörter, mit denen konkrete Stimmungen und Gefühle assoziiert werden. Eine solche Wirkung ist beispielsweise in der sieben Meter langen, querformatigen Wandmalerei „Il giardino della speranza“ (Der Garten der Hoffnung) angelegt, welche Afro im UNESCO Hauptquartier in Paris 1958 auf Einladung des Komitees realisierte. Die mit dem Titel verbunden Assoziation des fruchtbaren Gartens findet ihren Ausdruck in der mosaikhaften Malerei, die in dumpfen Brauntönen gehalten ist und aus deren eingebundenen Linien schemenhaft Gestalten auftauchen. In der Komposition von 1964 mit dem weitaus schlichteren Titel „Autunno“ deckt sich die Farbwirkung der abstrakten Ölmalerei mit Gedanken an den Herbst. In diagonalem Verlauf breitet sich aus der Bildtiefe ein matter Farbraum aus, dessen schwarzer Grund mit darübergelegten, sandfarbenen Schichten verschränkt ist. Aus diesem Hervor- und Zurücktreten heller und dunkler Schattierungen treten die vereinzelt eingesetzten, intensiven Grün-, Gelb- und Rottöne hervor und evozieren eine über das Bild hinausreichende Kraft. | Julia Hosp