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Objektbeschreibung

Im Dezember 1921 wurde in der Berliner Galerie Der Sturm von Herwarth Walden eine Ausstellung des Malers Buchholz eröffnet. Es war seine erste Einzelschau, bei der er 46 Gemälde, Aquarelle, Holzreliefs und Zeichnungen präsentierte. Als Nummer 1 verzeichnet der zugehörige Katalog das Gemälde „Blutgesang“ von 1920. Die Mitte der Komposition dominieren gelborange Dreiecksformen mit leuchtend roten Rändern, sie erwecken den Eindruck eng gestaffelter Berge. Ihre warmen Farben und kantigen Formen stehen im Kontrast zu den umgebenden Blau- und Grüntönen, die im Vordergrund zwei sichelförmige Elemente ausgebildet haben. Bei „Blutgesang“ handelt es sich um eines jener in den Jahren 1919 und 1920 entstandenen Gemälde, die Buchholz’ Beschäftigung mit dem Expressionismus von Malern der Künstlervereinigung Der Blaue Reiter deutlich zeigen. 1915 hatte er, im Anschluss an seine Ausbildung als Volksschullehrer, in Berlin ein Studium bei Lovis Corinth begonnen, das aufgrund seiner Einberufung und Teilnahme am Ersten Weltkrieg nur wenige Monate währte. 1918 kehrte er nach Berlin zurück, nahm das Studium jedoch nicht wieder auf, sondern arbeitete autodidaktisch. Zu den prägenden Ereignissen gehörte die Eröffnung der Neuen Abteilung der Nationalgalerie im Kronprinzen-Palais 1919, in der er unter anderem Werke von Franz Marc sehen konnte. Die Bedeutungskraft der Farben und Formen sowie die Vorbildfunktion musikalischer Kompositionsprinzipien für die malerische Abstraktion zählen zu den zentralen Ansätzen, die die Werke des „Blauen Reiters“ Marc mit jenen von Buchholz einen. | Nina Schallenberg