Kinderbildnis
Objektbeschreibung
Brendel war wie Walter Womacka einer jener Maler in der DDR, die sich als Arbeiter verstanden. Sein Schaffen war geprägt von einer ehrgeizigen Produktivität. Anders als sein Kollege schuf er keine dominanten Bildwerke für den öffentlichen Raum, jedoch konnte er zahlreiche Gemälde beispielsweise an den Magistrat von Berlin für die Ausstattung von Foyers und Amtsstuben verkaufen. Seine Sujets reichen vom dekorativen Stillleben bis zu Bildern vom Aufbau Ost-Berlins, von Mitte bis nach Biesdorf. Der Malstil Brendels ist geprägt von einem realistischen Anspruch, sein Duktus kann großzügig als impressionistisch beschrieben werden. So verrät die Studie „Kinderbildnis“ trotz des an sich alltäglichen Motivs etwas Grundsätzliches über das Œuvre des Künstlers: Es ist getragen von einer gewissen Naivität, sowohl im Stil als auch in der Themenwahl. Die Darstellung des Kindes mit Puppe kommt wie ein Schnappschuss daher, eine Situation, die sich scheinbar beiläufig ergeben hat. Von jener Genügsamkeit ist schließlich auch das Gemälde „Familie“ bestimmt, das Brendel 1967 fertigstellte. | Sabrina Kotzian