Porträt der Frau Elisabeth Maria Koch, geborene Tausch
Objektbeschreibung
Nachdem Wasmann in den 1830er Jahren in München kein Erfolg beschieden
war, kehrte er 1839 nach Meran zurück. »Mein Leben in Meran war gegen
die frühere mühsame, erfolglose Arbeit nur ein Ausruhen zu nennen«,
notierte Wasmann in seiner Autobiographie (Ein deutsches Künstlerleben,
Leipzig 1915, S. 171). Hier fand er mit der Porträtmalerei ein Auskommen
und dürfte auch die Brustbildnis-Pendants des Ehepaars Koch gemalt
haben. Dargestellt sind Elisabeth Maria Koch (1790-1853), Tochter des
Gerbermeisters Tausch, bei dem Wasmann Quartier bezogen hatte (F. Wasmann, Ein deutsches Künstlerleben, Leipzig 1915, S. 70), und ihr
Ehemann, der Gerbermeister Joseph Koch (1792-1861) (Nationalgalerie,
Inv.-Nr. A II 731 und 730). Vereinzelte Runzeln in der Malschicht deuten
auf eine eher schnelle Ausführung hin, eine Vermutung, die auch durch
die flotte Malweise unterstrichen wird und den im Vergleich zu anderen
Arbeiten erstaunlich unpräzise gegebenen Spitzenkragen. Nichtsdestotrotz
prägt beide Bildnisse die für Wasmann typische Sachlichkeit, die »mit
diskretem Freimut die Charaktere viel mehr andeutend als
unterstreichend« einfängt (G. Pauli, in: Kunst und Künstler, 15. Jg.,
1917, H. 4, S. 168). | Regina Freyberger