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Objektbeschreibung

Im Laufe seiner Karriere entwickelte Arakawa eine diagrammatische Bildmotivik aus präzise gesetzten geometrischen Formen, abstrakten Graphismen, Ziffern und Wörtern sowie nuancierten Farbplänen. Obwohl diese Elemente stets vereinzelt und klar auf einem gedeckt weißen Malgrund stehen, folgen sie meist keiner Logik, weshalb sich Arakawas Werke einer vollständigen Entschlüsselung entziehen. Der Widerspruch zwischen hohem Komplexitätsgrad und einfachen, schematischen Strukturen charakterisiert seine Gemälde und Zeichnungen. Das Gemälde in der Sammlung der Nationalgalerie zeigt eine Röhre, eines der Hauptmotive Arakawas, in unversehrter, in verdrehter und in zerbrochener Form. Die unterschiedlichen Stadien werden durch eine Schablonenschrift am unteren Bildrand benannt, wobei die prozesshafte Abfolge der Zerstörung von rechts nach links verläuft. Diese der westlichen Lesekonvention entgegengesetzte Bewegungsrichtung wird durch parallel übereinander angeordnete, farbige Pfeile angezeigt. Sie treffen auf eine vertikale Linie, die ein Viertel der Leinwandfläche auf der linken Bildseite abtrennt. In diesem Feld befindet sich das collagierte Zeitungsfoto einer Baumlandschaft, flächig übermalt mit einer silbernen Röhrenform. Zur Entstehungszeit des Werks arbeitete Arakawa mit Madeline Gins an „Der Mechanismus der Bedeutung“, 1963–1973, einer als Gesamtkunstwerk angelegten Studie über die Funktionsweise des Bewusstseins und die Beziehung des Menschen zur Architektur. | Irina Hiebert Grun