Liegende Badende
Objektbeschreibung
Während der Flitterwochen nach der Heirat mit Olga Khokhlova war im Sommer 1918 in Biarritz zum ersten Mal ein Thema aufgetaucht, das Picasso bis in die 1960er-Jahre begleiten sollte: das der Strandszene. Diese Zeichnung gehört zu einer Folge, die zwei Jahre später in Juan-les-Pins an der Côte d’Azur entstanden ist. Vor einem weiten Horizont, der durch zwei fast parallellaufende Linien als Himmel und Meer gekennzeichnet ist, liegt eine weibliche Figur am Strand. Ihr in die Länge gezogener Körper nimmt die Waagerechte wieder auf, die durch die angewinkelten Arme und das aufgestützte Bein unterbrochen wird. Die klassische Komposition des Körpers erinnert an Henri Matisse’ Gemälde „Die Lebensfreude“ von 1905/1906 (Barnes Foundation, Philadelphia) und dient der Schilderung eines selbstvergessenen und arkadischen Daseins, in dem sich der weibliche Akt im Einklang mit der Natur befindet. | Angela Schneider