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Arbeiter aus Hennigsdorf


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Objektbeschreibung

Strempels Arbeiterporträts waren Studien für Wandbilder, hier für die 4 × 18 Meter große, im Kollektiv mit René Graetz, Arno Mohr und Hermann Bruse geplante Darstellung der „Metallurgie Hennigsdorf“. Das 1918 vom AEG-Konzern gegründete Stahl- und Walzwerk wurde 1947 der erste volkseigene Betrieb Brandenburgs und firmierte fortan unter dem Namen des deutschen Kommunisten „Wilhelm Florin“. Ebenso wenig wie mit dem Wandbildendwurf war man in der DDR mit Strempels Interpretation des Arbeiters einverstanden. Als man das Bild 1951 in der Ausstellung „Künstler schaffen Frieden“, eine Art Best-of der Werktätigen- und Politikerdarstellungen zeigte, mokierte sich ein Stahlwerker in dem Zeitungsartikel „So sieht kein Hennigsdorfer Kumpel aus“ (Tribüne, 15.1.1952, in: WVZ Saure 1992, S. 12, FN 269): „Das ist nicht das Abbild eines typischen Vertreters der Arbeiterklasse, der uns zur Erfüllung unserer Pläne begeistert. Der auf dem Bild dargestellte Kollege könnte im früheren Flick-Konzern unter der Ausbeutung durch das kapitalistische System am Siemens-Martin-Ofen gestanden haben.“ Das Werk wäre weder im „Friedenskampf“ noch „zur Steigerung der Arbeitsproduktivität“ hilfreich, der Autor und seine Kollegen empfänden es als „Verhöhnung des schaffenden Menschen“. Starke Worte, bei deren stereotyper Wahl fast der Verdacht aufkommt, hier hätte gar kein Kumpel aus Hennigsdorf, sondern ein Beamter der Staatlichen Kommission für Kunstangelegenheiten geschrieben. Strempel war zu diesem Zeitpunkt des Kampfes um den richtigen Sozialistischen Realismus müde geworden und hatte die DDR bereits verlassen. | Sven Haase