Encounter
Objektbeschreibung
Chadwick wurde in den 1930er-Jahren zum Architekturzeichner ausgebildet und erlernte nach dem Zweiten Weltkrieg das Schweißen, um Plastiken zu schaffen. Er gehörte zu der Generation britischer Bildhauer, die sich in der Nachkriegszeit einen Namen machten, wie etwa Reg Butler und Kenneth Armitage. Allerdings blieb er eher ein Einzelgänger und schloss sich keiner künstlerischen Gruppe an. Anfangs schweißte er Stahlstangen zu geometrischen Figuren, später füllte er diese aus, wie auch bei „Encounter“ („Begegnung“). Hierfür benutzte er eine Mischung aus Gips und Eisenspänen. Die geometrischen Formen sind noch erkennbar, aber zu einem blockhaften, kantigen Körper geworden, der auf drei spindeldürren Beinen steht. Ein starrer Zweig aus Bronze wächst oben aus einer Ecke heraus, was dem Werk eine vegetabile Anmutung verleiht. Chadwick betitelte einige seiner Werke mit „Encounter“. Häufig stehen dabei zwei Formen oder Figuren im Mittelpunkt, die zusammengehören; hier treffen das Geometrische und das Organische aufeinander. Zwei sehr ähnlich geformte Skulpturen von 1955/1956 und 1957 heißen „The Seasons“ (WVZ Farr/Chadwick 2014, 176, 225); auch „Encounter“ lief lange unter diesem Titel. 1956 hatte Chadwick auf der 28. „Biennale von Venedig“ überraschend den Internationalen Preis für Bildhauerei gewonnen. Als er „Encounter“ schuf, war er auf dem Höhepunkt seines Schaffens. | Emily Joyce Evans