Composizione neroverde
Objektbeschreibung
Der italienische Maler Afro Basaldella, genannt Afro, war in den 1950er- und 1960er-Jahren ein wichtiges Bindeglied der mit der Abstraktion befassten Kunstszenen zwischen Italien und den USA. Aufgewachsen in einer Künstlerfamilie, studierte er von 1926 bis1931 Malerei und Mosaik an den Kunsthochschulen in Florenz, Venedig und Rom. In Auseinandersetzung mit Pablo Picasso und Georges Braque abstrahierte er seine Bildgegenstände ab 1947/48 in einer neokubistischen Malweise. Während er in dieser Zeit die Bildfiguren in geometrische Flächen unterteilte und raumillusionistisch aufbrach, gestaltete er ab Mitte der 1950er-Jahre offene Farbräume, in denen die zuvor gegenständlich begrenzenden Umrisslinien die Bildfläche in freier Bewegung durchziehen. In „Composizione neroverde“ werden diese Linien zum Ausgangspunkt eines Farbraums, der aus seiner spannungsvollen Gegensätzlichkeit entsteht: Aus skizzenartigen Linien gehen schwarze und weiße Felder hervor, die sich durch Überlappungen und deren Schattierungen zu Bildräumen verbinden. Darunter sind Farbflächen in blauen, grünen, gelben und rosa Tönen gelegt, die in unterschiedlicher Intensität aus dem Untergrund hervorscheinen. Im Gegensatz zum Action Painting des Abstrakten Expressionismus arbeitete Afro seine meist querformatigen Kompositionen mithilfe der Anordnung verschiedenfarbiger und unterschiedlich strukturierter Papierausschnitte in Vorstudien detailliert aus (Philip Rylands, „Afro“, Florenz 2018, S. 38). | Julia Hosp