Rot und Blau
Objektbeschreibung
Seit seiner Ausbildung an der Münchner Blocherer Schule für Freie und Angewandte Kunst (1954 bis 1958) wendete sich Helmer schrittweise von der gegenständlichen Malerei ab und entwickelte in den 1960er-Jahren seine konstruktiv-konkreten Arbeiten. Ziel seiner künstlerischen Praxis war es, Kunstwerke ohne äußerliche Anlehnung an Naturerscheinungen oder deren Transformierung zu schaffen. Im Zentrum seines Interesses stand die Erforschung geometrischer Gesetzmäßigkeiten und die Erkundung des Zusammenspiels von Farbe und Form. Bei „Rot und Blau“ arbeitete der Künstler mit monochromen Flächen. Die minimale Formensprache und Farbverwendung laden Betrachter*innen dazu ein, sich in die Struktur und Oberflächenbeschaffenheit zu vertiefen und sich damit auseinanderzusetzen. Helmer bevorzugt glatte Flächen, die den Sehsinn nicht durch ihren haptischen Reiz ablenken. Die Arbeit „Rot und Blau“ war ein Geschenk des Künstlers an die Neue Nationalgalerie im Rahmen der damaligen Ausstellung „Hommage an Barnett Newman“ im Jahr 1982. 26 deutsche Künstler stifteten je eines ihrer Werke dem Verein der Freunde der Nationalgalerie. Helmers Entscheidung, sich an dieser Spendenaktion zu beteiligen, spricht für seine Empfindung einer Wahlverwandtschaft zum Amerikaner und dessen künstlerisches Anliegen, Farbe aus ihrer kompositionell untergeordneten Rolle zu lösen. | Aline Lusser