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Objektbeschreibung

Als lyrisch und naturverbunden beschrieb der Kunstkritker Ernő (Ernst) Kállai 1929 die Tierplastik Matarés, zeuge sie doch „von tiefster harmonischer Vertrautheit mit dem Kreatürlichen und [sei] eben deshalb so einfach und klar. Sie ist Stimmung und Form zugleich, Form unantastbarer Präzision und strengster Gliederung“ (Ewald Mataré, Ausst.-Kat. Galerie Ferdinand Möller, Berlin, 1929, o. S.). In der Tat sind Matarés Tiere in ihrer radikal vereinfachenden Formensprache äußerst präzise gearbeitet, ohne dabei ihre Wesenhaftigkeit zu verlieren. Meist verharren sie in einer Form, die alle Bewegungen und Handlungen ausschließt. Mataré arbeitete bevorzugt in Holz, dienten ihm Maserung, Farbe, Struktur und der haptische Reiz des Materials doch als wesentliche Ausdrucksmittel, weshalb er in der Regel auf Farbe verzichtete. Gleichwohl ließ er eine Vielzahl seiner Werke in Bronze gießen, so auch die „Liegende Kuh“, die Mitte der 1980er-Jahre über den Nachlass der Tierbildhauerin Renée Sintenis in den Bestand der Nationalgalerie (West) gelangte. Im Jahr der Entstehung der Skulptur, 1932, war Mataré als Professor an die Düsseldorfer Kunstakademie berufen worden. Allerdings musste er seinen Posten nach nur sieben Monaten aufgrund der Machtübernahme der Nationalsozialisten wieder räumen. In den Folgejahren arbeitete er relativ zurückgezogen, konnte jedoch verschiedene kirchliche Aufträge ausführen, die sein Werk auch nach 1945 bestimmen sollten. Nach dem Krieg kehrte er als Professor an die Akademie in Düsseldorf zurück, an der Erwin Heerich und Joseph Beuys zu seinen ersten Schülern zählten. | Maike Steinkamp