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Escaping Centre

1981 erworben durch das Land Berlin

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Objektbeschreibung

„Die Wurzeln meiner Arbeit liegen in der Wahrnehmung, in der Art und Weise, wie wir die Dinge sehen“, so die britische Malerin Bridget Riley (in: Malen um zu sehen. Gesammelte Schriften 1965–2001, Ausst.-Kat., Krefeld, 2002, S. 106). Nach ihrer Auseinandersetzung mit dem französischen Impressionismus und Pointillismus, vor allem bei Georges Seurat, wendete sich Riley ab den 1960er-Jahren entschlossen der Abstraktion zu. Wahrnehmung und intensives Sehen, Empfindung, Licht und Farbe sowie ihre Liebe zur Natur, wurzelnd in ihrer Kindheit in Cornwall, bilden den Nährboden ihrer sich konsequent fortentwickelnden Arbeitsweise. In der ersten Hälfte der 1960er-Jahre machte sie sich mit schwarz-weißen Bildern im Op-Art-Stil einen Namen. Diese Stilrichtung erkundete mithilfe von Linien, präzisen Formen und geometrischen Farbkombinationen optische Phänomene. Die vielfältigen Möglichkeiten des menschlichen Auges inklusive seiner Mängel bestimmen Rileys Werk. So erinnert „Escaping Centre“ (Fliehende Mitte) kompositorisch an einen Sehtest: Die Leinwand ist mit drei Reihen von je fünf Kreisen bemalt, mit zartem schwarzem Umriss auf den weißen Grund gesetzt. In vierzehn der Kreisradien sitzt ein roter Punkt, dessen Position über die drei Reihen hinweg sukzessive von der Mitte aus nach oben rechts an die Kreislinie und von dort zum Scheitelpunkt des Kreises wandert, bis er sich unten rechts, beim fünfzehnten Kreis, exakt in der Mitte, aber oberhalb des Radius befindet. Das zentrale Prinzip von Rileys schwarz-weißen Arbeiten ist Ruhe – Aufruhr – Ruhe. Der Sehsinn verliert die Kontrolle, und die Kreise beginnen zu schwingen, es kommt zu einer desorientierenden, halluzinatorischen Wahrnehmung. | Uta Caspary