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Objektbeschreibung

Auch nach seiner Berliner Zeit blieb der italienischstämmige Schotte Paolozzi Deutschland verbunden. Von 1977 bis 1981 hatte er die Professur für Keramik an der Fachhochschule Köln inne, ab 1981 war er Bildhauerei-Professor an der Akademie der Bildenden Künste in München. 1978 und 1979 schuf er eine Serie von Köpfen in Radierung und Skulptur, die an seine wie zerfressen wirkenden figürlichen Skulpturen der späten 1950er-Jahre anknüpften. Diese Köpfe sind in ihrem rundlich oder amorph geformten Unterbau, quasi dem Schulterbereich, vom Motorblock eines Motorrads abgeleitet. Der obere Teil ist in Variationen als eckiges Relief aus ineinander geschachtelten Kuben und Stegen ausgeführt. Paolozzi verstand seine Köpfe als Metaphern für das Zusammenspiel von Körperlichkeit und intellektuell-wissenschaftlichem Geist, von Mythos und Technik. Technikaffinität ging in seinem Schaffen stets einher mit einem kritischen Bewusstsein für die zerstörerische Seite des Maschinenzeitalters. Dieser Gips steht im Zusammenhang mit der riesigen Eisenskulptur „Piscator“, die Paolozzi 1980–1981 für den Euston Square in London schuf. Den fertigen, mit der Hand nachgeformten Guss tönte er mit einem hellen Ockerton. Paolozzi schätzte das Arbeiten in Gips, da ihm die Entwürfe damit am unmittelbarsten aus seinen Händen und seinem Geist hervorzugehen schienen. Dieser „Kopf“ erinnert in seiner urbildhaften Qualität mit der charakteristischen Kombination amorpher und geometrischer Formen an archäologische Rekonstruktionen oder architektonische Stadtmodelle. | Uta Caspary