Liegende
Objektbeschreibung
Die menschliche Gestalt blieb in Baldens Skulptur immer ein Bezugspunkt, wobei er sie oftmals in ihrer Bedrohtheit und Verletzlichkeit zeigte. Eine große Gruppe in seinem Werk umfasst Mutter-Kind-Darstellungen sowie liegende Figuren. Gerade die späteren Arbeiten aus den 1970er-Jahren sind stark der Formensprache Henry Moores verpflichtet. Dessen aktuelle Arbeiten hatte Balden 1965 während einer Ausstellungstournee seiner Werke in England gesehen. Wie nachhaltig Moores organische, fließende Formensprache nachwirkte, sieht man insbesondere an den beiden kleinformatigen Figuren „Liegende“ (B III 165) und „Kleine Liegende“ (B III 166), die einerseits biomorphe Gestaltungselemente aufweisen, gleichzeitig aber dem Figurativen verhaftet bleiben. Balden betrachtete die menschliche Gestalt wie eine Landschaft oder ein Gestein, worin sich sein Anliegen erschließt, die Natur an einem Punkt zu erfassen, an dem sich Leben und Bewusstsein, Naturgeschehen und zivilisatorischer Prozess durch die Übertragung ins Kunstwerk verschränken. Mehr und mehr löste sich Balden von erzählerischen Sinngehalten und konzentrierte sich auf die Abstraktion der Körperformen. | Maike Steinkamp