Logo

Frauenkopf (Fernande)


FacebookAuf Facebook teilen

Objektbeschreibung

Der „Kopf“ von Fernande Olivier (1881–1966), Picassos Partnerin und häufigem Modell in jener Zeit, zählt zu den bedeutendsten Beispielen kubistischer Porträtskulptur. Durch den zu Boden geneigten Blick ist besonders gut zu erkennen, wie Picasso den Hinterkopf über die Maßen in die Länge gezogen und damit dieselbe anatomische Verfremdung erzielt hat, die er zeitgleich in seinen Bildporträts entwickelte (vgl. „Mann mit Hut/Bildnis Georges Braque“, NG MB 16/2000, und „Sitzende Frau in einem Sessel“, NG 1/80). Diese Verzerrung des Schädels und die damit einhergehende Aufgabe einer als einheitlich vorausgesetzten Betrachtungsperspektive machen den Kopf kubistisch. Das Zerfurchen der Oberfläche an sich war in der Plastik spätestens seit Auguste Rodin ein etabliertes Stilelement; neu war hier, dass Picasso bewusst darauf verzichtete, das Gesicht besonders hervortreten zu lassen, und es genauso modellierte wie die Haare und traditionell weniger wichtige Partien eines Porträtkopfes. Durch die durchgehende Bronzefarbe ist ihm dies noch konsequenter gelungen als in den Bildporträts mit unterschiedlichen Farbtönen für Haut und Haare, die Picasso und Braque zur selben Zeit anfertigten. Ursprünglich im Jahr 1909 für den Pariser Kunsthändler und -verleger Ambroise Vollard gegossen, erhielt Heinz Berggruen 1959 die Erlaubnis von Picasso, neun neue Abgüsse herzustellen. Dieser trägt neben der Signatur Picassos die Nummer 6/9. | Gabriel Montua