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Stillleben mit Quittenzweig


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Objektbeschreibung

Die intensive Beschäftigung einer Gruppe Berliner und Dresdner Maler*innen mit der Kunst von Paul Cézanne in den 1960er-Jahren, für die die jungen Künstler*innen oft heftig angegriffen wurden, beinhaltete auch die Hinwendung zum Genre des Stilllebens. Der Bildgegenstand ist hier weniger relevant als bei anderen Themen. Böttcher hat wie Cézanne Gegenstände auf einer Tischfläche angeordnet: eine Palette mit Pinseln, Gefäße, einen Quittenzweig, Stoffdraperie. In Malerei umgesetzt, ergeben sie bei Böttcher eine Fläche aus Ocker-, Weiß- und Gelbtönen. Diese setzte er vor einen blauschwarzen, grob gestrichelten Hintergrund, vor die Komplementärfarbe also. Anders als Cézanne interessierte sich Böttcher hier weniger für Formgegensätze oder die räumliche Beziehung der Gegenstände zueinander als für Farbmodulationen in einem einheitlichen Tonfeld. Bei ähnlichen Stillleben Böttchers ist dies weniger ausgeprägt. Immer aber brachte er „einen sinnlichen, vollständig aus der Farbe lebenden Realismus ins Zentrum der Ostberliner Malerei. Manfred Böttcher erwies sich auch innerhalb dieser Tendenz als eins der kräftigsten, zumal farbstärksten Talente.“ (Lothar Lang, Ein Leben für die Kunst. Erinnerungen, Leipzig 2009, S. 205) | Angelika Wesenberg