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Marienveste bei Würzburg


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Objektbeschreibung

Heckel unternahm 1927 eine Reise durch Franken, entlang an Neckar und Main, und verbrachte mehrere Wochen in Würzburg, wo er die Künstlerin Gertraud Rostosky besuchte. Diese führte in ihrem Gutshof „Neue Welt“, der auf Heckels Gemälde rechts im Vordergrund zu erkennen ist, ein offenes Haus für Künstler und Literaten, zu denen unter anderem Alfred Kubin, Willi Geiger oder Otto Modersohn gehörten. „Marienveste in Würzburg“ zählt zu einer ganzen Reihe von Stadtansichten, die Heckel auf seinen Reisen durch Europa schuf. Typisch für seine Malweise ab Mitte der 1920er-Jahre ist die scheinbare Rückkehr zu einer naturalistischen Oberflächenbeschreibung – die Farben entsprechen der gesehenen Wirklichkeit und die Perspektive beschreibt räumliche Zusammenhänge und Volumina. Das ist bisher häufig als Übernahme der Stilprinzipien der Neuen Sachlichkeit verstanden worden (vgl. Janina Dahlmanns, Erich Heckels Werk der Zwischenkriegsjahre 1919-1937, Hamburg 2016, S. 223-241). Beim genaueren Hinsehen jedoch lassen sich zahlreiche kleine Unstimmigkeiten bemerken, die der Künstler bewusst eingesetzt hat. So vereint die dynamisch bewegte Landschaft verschiedene Blickpunkte, was einen irrealen Flug über eine Szenerie hinweg ermöglicht. Heckels Interesse galt der Darstellung der Stadt nicht als topografisch genauem Abbild, sondern als Bestandteil eines räumlichen und landschaftlichen Zusammenhangs. | Janina Dahlmanns