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Objektbeschreibung

Hauser absolvierte von 1945 bis 1948 eine Lehre als Stahlgraveur und belegte ab 1949 Kurse an der Freien Kunstschule Stuttgart. Bald gewann er Preise für seine Arbeiten: 1953 den Kunstpreis der Jugend, 1963 den Kunstpreis „Junger Westen“ in Recklinghausen, 1969 den Großen Preis der X. Kunstbiennale von São Paulo. Er nahm dreimal an der Documenta teil. „Stahl 4/63“ (NG 60/85) gehört zur Gruppe der freistehenden Plastiken, die Hauser von 1962 bis 1967 aus Edelstahl schuf, gleich betitelte und durchnummerierte. Die Form ist auf den ersten Blick abstrakt und schwer definierbar. In Begriffen der Geometrie ist dieses Objekt mit seinen unregelmäßigen Flächen, Kanten und Winkeln nicht zu fassen. Die Oberfläche zeigt Spuren der Bearbeitung wie Unebenheiten und Kratzer. Sie lassen den Stahl umso massiver erscheinen, wie ein Wesen, das nicht nachgibt. Die Arbeit war im Skulpturengarten der Neuen Nationalgalerie aufgestellt, ohne Sockel oder Plinthe direkt auf dem grauen Granit. Das Werk ohne Titel, das Hauser fast 20 Jahre später schuf, besteht ebenfalls aus Stahl (FNG 23/82). Der Glanz der glatt polierten Oberfläche, die Aufhängung an der Wand und die präzisen Formen – der Kreis als Grundform, in der Mitte wie von einem scharfen Keil durchtrennt, der auf eine Spitze zuläuft, – lassen es graziler und leichter erscheinen als „Stahl 4/63“. Beide Skulpturen fordern die Betrachtenden dazu auf, sich in aller Offenheit hinsichtlich der Deutung mit dem Material Stahl und dessen Wirkkraft auseinanderzusetzen. | Emily Joyce Evans