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Drei Akte (Dünenbild aus Nidden)


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Objektbeschreibung

Den Sommer 1913 verbrachte Schmidt-Rottluff erstmals in Nidden auf der Kurischen Nehrung. Er hielt sich von Ende Mai an etwa drei Monate lang dort auf, wo bereits Max Pechstein in den Sommern 1909 und 1911 gearbeitet hatte. Es entstand eine große Anzahl an lapidaren, farbstarken Ansichten sonnendurchglühter Strände, häufig verbunden mit Aktdarstellungen, einem Sujet, das bisher kaum eine Rolle in Schmidt-Rottluffs Werk gespielt hatte. Die drei großen Badenden, die aufgerichtet das Bildformat sprengen würden, sind ziegelrot auf leuchtendrotem Untergrund gemalt. Der Künstler hat sie ebenso wie das als grüne Zackenform wiedergegebene Dünengras zeichenhaft erfasst. Dunkelblaue Linien umschreiben die gerundeten, monumentalen Formen der Körper und skizzierten Gesichter. Ein Widerhall der „Großen Badenden“ von Paul Cézanne (1900–1906; Philadelphia Museum of Art), die 1909 in der Berliner Secession ausgestellt waren, ist denkbar, aber auch der Einfluss archaischer Kunst, überhaupt der Mode des Primitivismus. Ernst Ludwig Kirchner bemerkte in der umstrittenen „Chronik“ der Künstlergruppe Brücke 1913, dass Schmidt-Rottluff bei seinen Seeaufenthalten einen „monumentalen Impressionismus“ (Expressionisten. Die Avantgarde in Deutschland 1905-1920, Ausst.-Kat., Berlin 1986, S. 122) entwickelt habe. Will Grohmann hat die Bilder jenes Sommers beschrieben: „Es ist eine Art heraldischer Stil […] alles Existenzielle ist auf wenige wesenhafte Abkürzungen und Bedeutungszeichen reduziert. […] Wie sehr er damit allein steht, erhellt, wenn man die gleichzeitigen Arbeiten seiner Freunde mit diesen Figurenbildern vergleicht“ (Will Grohmann, Karl Schmidt-Rottluff, Stuttgart 1956, S. 72). | Angelika Wesenberg