Logo

Grubenlandschaft


FacebookAuf Facebook teilen

Objektbeschreibung

Eine große Abraumhalde im Hintergrund dominiert Dudas menschenleere „Grubenlandschaft“, während den Straßenrand vorn weitere Haufen abgebauten Materials säumen. Grautöne bestimmen diese Darstellung des Ruhrgebiets unter einem dunkelblauen Himmel. Die hellen Fassaden der Fabrikgebäude vor der Halde stechen aus dem sonst eher düsteren Anblick heraus. Duda lebte längst nicht mehr im Ruhrgebiet, als er das Gemälde schuf, doch das Thema der industrialisierten Landschaft verarbeitete er noch lange. Die Interpretation dieser Darstellung hat er offengelassen: Sind die moderne Fabrik und die Produktivität der Industrie, die zu der wiedergegebenen Grubenlandschaft geführt haben, positiv zu bewerten? Oder ist das Fehlen von Menschen eine Anklage, abzulesen auch an der dunklen Farbe? Ohne konkrete Kenntnisse der politischen Gesinnung Dudas ließen sich diese Fragen nicht beantworten. Die kommunistischen Sympathien des Malers waren der Grund dafür, dass er ab 1933 zunehmend aus dem Kunstbetrieb ausgeschlossen wurde. Nach seiner Relegation von der Kunsthochschule arbeitete er freischaffend. Er konnte seine Bilder in Berlin, Essen, Münster, Kassel und Dortmund öffentlich zeigen, bis 1936 eine Berliner Ausstellung seiner Werke geschlossen wurde; bis nach 1945 fand keine weitere mehr statt. Mindestens bis zum Mai 1934 war Duda im politischen Untergrund tätig gewesen. | Emily Joyce Evans