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Objektbeschreibung

„Bower“ zählt zu Louis’ Werkgruppe der „Veils“ (Schleier), die durch das Gießen stark verdünnter Farbe über eine auf dem Boden liegende Leinwand entstanden. Wie Schleier erscheinen die transparenten Farbschichten übereinander und entwickeln bei längerer Betrachtung ihren besonderen Reiz in der farblichen Differenzierung. Das Fließen der Farbe ist das zentrale Moment, es verleiht den Werken ihren Rhythmus und den Ausdruck von Natürlichkeit, der eine meditative Versenkung in der großen Fläche anregt. Brüche und Knicke in den „Veils“ entstanden produktionsbedingt, da Louis die Leinwände in seinem beengten Atelier aufgerollt immer nur stückweise bearbeiten konnte. Einflüsse bezog er von Kolleg*innen aus dem Umfeld der amerikanischen Farbfeldmalerei, wie zum Beispiel Helen Frankenthaler, über die Louis die Einfärbetechnik mit stark verdünnten Malmittel kennenlernte. Die subtile und nuancierte farbliche Gestaltung der Schleier verleiht ihnen eine besondere Stellung innerhalb der Farbfeldmalerei. Den Titel „Bower“ (Laube) gab der Künstler dem Gemälde in der Sammlung der Nationalgalerie im Zuge seiner New Yorker Ausstellung 1959, die der einflussreiche Kunstkritiker Clement Greenberg mitkuratierte und die Louis zum Durchbruch am Kunstmarkt verhalf. | Sintje Guericke