Porträt Arnold Zweig
Objektbeschreibung
Der Schriftsteller Arnold Zweig (1887–1968) war bei der Entstehung des Porträts 75 Jahre alt und fast erblindet. Wiegmann-Mucchi entwickelte den Kopf in blockhafter Strenge in der Frontalansicht: „Arnold Zweig lauscht unter dem mächtigen Gewölbe seiner Stirn aus zum Spalt geschlossenen Augen. Mit der Stirnwölbung korrespondieren der sinnlich schwellende Mund und die gerundete, ineinander schwingende Partie von Wangen und Kinn. Kleinteiligere Binnenformen wandeln den prallen Kontur dieses mächtigen Schädels ab, wie das Echo einen Ruf abwandelt.“ (Diether Schmidt, in: Genni. Jenny Mucchi-Wiegmann. Plastik-Graphik, Ausst.-Kat., Berlin [Ost], 1970, S. 22) Die Ähnlichkeit der Porträts von Mucchi-Wiegmann mit ihren Modellen resultiert aus der sensiblen Charakterisierung, die gleichermaßen individualisierend wie typisierend ist. Dadurch erreicht die Künstlerin eine sinnlich gegenwärtige und zugleich nachhaltige Wirkung ihrer Porträtköpfe. | Angelika Weißbach