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Kampf der Bären und Wölfe


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Objektbeschreibung

Ein Rudel zähnefletschender Wölfe umringt einen Bären, der sich, zu Kampf und Widerstand bereit, vor einem dramatisch orangerot gefärbten Himmel aufbäumt. Während der Bär die Sowjetunion symbolisiert, stehen die angriffswütigen Wölfe für die Schergen des nationalsozialistischen Regimes. Nahezu visionär scheint Grundig in seinem Gemälde aus dem Jahr 1938 den Überfall des Deutschen Reiches auf die Sowjetunion 1940 vorweggenommen zu haben, wobei im Bild der Ausgang des Kampfes in seiner visuellen Dramatik völlig offenbleibt. „Kampf der Bären und Wölfe“ gehört wie auch Grundigs Hauptwerk, das Triptychon „Das tausendjährige Reich“ (1935–1938; Galerie Neue Meister, Dresden), zu den wenigen Ölgemälden, die der Künstler zwischen 1933 und 1938 geschaffen hat. Aufgrund der politischen Umstände und seines seit 1934 geltenden Arbeitsverbotes fertigte er vornehmlich Kaltnadelradierungen, die er auf einer Handpresse im Verborgenen druckte. Ein Großteil dieser Werke wurde im Nachhinein dem losen Zyklus „Tiere und Menschen“ zugeordnet, von dem Grundig einzelne Blätter als Vorlage für Ölbilder in jener Zeit dienten. Auch seinem Gemälde „Kampf der Bären und Wölfe“, das der Künstler kurz vor seiner erneuten Verhaftung und der Einlieferung in das Konzentrationslager Sachsenhausen 1940 fertigstellte, war eine Radierung vorausgegangen („Kampf der Bären und Wölfe I“, 1935, WVZ Bernhard 1966, D 27). | Maike Steinkamp