Doppelfigur
Objektbeschreibung
Nach ersten Arbeiten in Terrakotta, Stein und Holz, die sie während ihres Studiums an der Akademie der Bildenden Künste in Stuttgart (1949–1956) schuf, wandte sich Beck Mitte der 1950er-Jahre dem von da an bevorzugten Werkstoff Metall zu. Um dieses für sie fremde Material kennenzulernen, hatte sie zuvor eine Feinblechner-Lehre absolviert. Seitdem entstanden technoide, aus geometrischen oder später auch runden Formen zusammengesetzte Objekte aus Eisen, Stahl oder Aluminium. Mit diesen wollte Beck Raum und Bewegung erfahrbar machen und prägte dafür den Begriff „Raumchoreografie“. In den 1960er-Jahren wurde die Stele zu ihrem Hauptmotiv. Eine Variation davon sind Becks sogenannte Lichtfugenskulpturen, zu der auch die „Doppelfigur“ im Bestand der Nationalgalerie gehört. Sie besteht aus zwei aufeinander bezogene Säulen, die aus unterschiedlich großen, rechteckigen Formen zusammengeschweißt sind. Zwischen ihnen erhebt sich eine schlanke, zweigeteilte Stele. Das Handwerkliche ist den Objekten deutlich anzusehen, die Arbeitsspuren des Hämmerns und Schweißens reflektieren das Licht und lassen eine lebendige Oberfläche entstehen. Licht fällt auch durch die schmalen Spalten zwischen den einzelnen Metallkörpern, wodurch die Grenzen von Innen und Außen verwischen. Als erweiterte Erfahrungsräume kamen in Becks Schaffen später architekturbezogene und Klangarbeiten hinzu. | Maike Steinkamp