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Kinder im Winter in Moskau


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Objektbeschreibung

1957 reiste Womacka zum 40. Jahrestag der Oktoberrevolution nach Moskau und nahm bei den IV. Weltfestspielen eine Auszeichnung für sein Gemälde „Am Ende des Krieges“ (Standort unbekannt) entgegen. Vor Gräberfeldern und einer zerstörten Landschaft zeigte das Bild eine Gruppe von Frauen, Jugendlichen und Kindern, die alles verloren haben. Im selben leicht plakativen Stil, wenn auch wesentlich fröhlicher, ist auch „Winter in Moskau“ gehalten, das den Ausflug einer Kindergartengruppe in der verschneiten russischen Stadt einfängt. Womackas Reise und Ehrung standen im Zeichen der Verständigung zwischen der Sowjetunion und der DDR. In diesem Zusammenhang ist die ehemalige Eigentümerin Katharina Kern (1900–1985) interessant, aus deren Nachlass das Bild stammt. Seit den 1920er-Jahren Mitglied der SPD, war sie später die einzige Frau in der antifaschistischen Widerstandsgruppe um den Gewerkschaftler Wilhelm Leuschner. Sie überstand Krieg und Nationalsozialismus in Berlin, befürwortete die Vereinigung von SPD und KPD, um schließlich als Funktionärin der SED Karriere zu machen. Kern hatte leitende Positionen inne, war Mitglied des Volksrates und der Volkskammer sowie Trägerin verschiedener Orden, darunter der „Stern der Völkerfreundschaft“, der ihr 1980 verliehen wurde. Über eine eigene Kunstsammlung ist nichts bekannt. Allerdings kam aus ihrem Nachlass auch die Plastik „Mädchenkopf“ von Adam Antes (B III 214) in die Sammlung, einem Bildhauer in der Nachfolge Wilhelm Lehmbrucks, der 1938 auf der von den Nationalsozialisten veranstalteten „Großen Deutschen Kunstausstellung“ mit einer Büste Mussolinis reüssierte. | Sven Haase