Blumen und Bücher
Objektbeschreibung
Das Gemälde gibt vermutlich eine Ansicht der Wohnung Heisigs in Leipzig. Ein Indiz dafür ist die Wanduhr in der Zimmerecke, die auf vielen Gemälden des Künstlers erscheint, zum Beispiel „Das Atelier“ von 1979, oder auf dem rechten Flügel des Triptychons „Die Festung“ von 1979/80. Die Bücherwand demonstriert das breite Wissen und die Bildung des Malers, der, ausgewiesen durch seine zahlreichen Aufsätze, Reden und Interviews über Menzel, Beckmann, Picasso und seine vielen Illustrationen zu Werken der Weltliteratur, angefangen von Büchner, Brecht, Fontane, Goethe, Grimmelshausen bis Heinrich Mann und Seghers, als ein „Pictor doctus“ gelten kann. Der Blumenstrauß in der Vase auf dem Tisch mit seinen lichtgrünen, dunkelvioletten bis schwarzen Farben erinnert an Heisigs Überzeugung, dass auch ein scheinbar harmloses Blumenstillleben etwas Bedrohliches ausstrahlen kann. | Eckhart J. Gillen