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Schmale Frau ohne Arme

1965 erworben durch das Land Berlin

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Objektbeschreibung

Wie bereits bei den „Femmes de Venise“ (ab 1956, NG MB 95/2000) wählte Giacometti für seine zunehmend drastisch fragmentierten weiblichen Figuren der späten 1950er- und frühen 1960er-Jahre unterlebensgroße Dimensionen, die den prekären Zustand dieser Körper noch hervorheben. So verfügt die „Schmale Frau ohne Arme“ nur über ein Schultergelenk, das andere bleibt bloße Andeutung. Neben der extrem verjüngten, fragilen Taille und den schmalen Hüften tragen die überlangen Beine zur ephemeren Wirkung dieser Gestalt bei – und betonen zugleich das Fehlen der Arme. Zwar sind die Beine hier deutlich als eigenständige Gliedmaßen ausformuliert – im Gegensatz zu jenen der „Femmes de Venise“ –, jedoch verleihen sie der Figur keinerlei Standfestigkeit. Dezentral auf der Plinthe verortet, neigt sich der fragile Körper bedrohlich zur Seite. Doch noch ist das Maximum an anatomischer Reduktion nicht erreicht: In nur wenige Zentimeter hohen Figurinen aus Gips, wie etwa „Stehende Frau, ohne Beine oder Kopf“ (vor 1961, Alberto Giacometti Database 3926), bleibt mitunter nur noch ein weiblicher Torso, die sichtbare Armatur ersetzt Kopf und Beine. | Veronika Rudorfer