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Dünen von Schoorl


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Objektbeschreibung

Anfang der 1920er-Jahre entwickelte Radziwill eine Darstellungsweise, die als „magischer Realismus“ oder „surreale Sachlichkeit“ gilt. Er orientierte sich dafür an der niederländischen Malerei des 17. Jahrhunderts sowie an der deutschen Romantik. 1925 reiste er erstmals nach Holland; bis 1933 besuchte er regelmäßig das Küstendorf Schoorl bei Alkmaar. An den Kunsthistoriker Wilhelm Niemeyer schrieb er am 16. Dezember 1926: „Es war mir etwas vollständig neues und großes, zwischen hohen weiten Dünen zu sein, […] das Wort Gebirge war in den Dünen besser geprägt wie in den Vogesen“ (Gerhard Wietek, Franz Radziwill – Wilhelm Niemeyer. Dokumente einer Freundschaft, Oldenburg 1990, S. 125). In der Tat malte Radziwill die Dünen wie schroffe Felsen oder Eisblöcke, die sich zum Himmel auftürmen und durch kalte Farben und kantige Formen bedrohlich wirken. Ein winziger Mensch sowie vereinzelte Halme im Vordergrund sind die einzigen Elemente des Lebens. Der Ausblick ins Tal dagegen zeigt heimelige Gehöfte und durch Baumreihen eingefriedete bunte Felder. 1933 war das Bild in der von dem Berliner Galeristen Günther Deneke arrangierten Wanderausstellung „Die Gemeinschaft“ zu sehen. Von der Station im Städtischen Kunsthaus Bielefeld wurde das Werk an die offenbar interessierte Nationalgalerie geschickt. Radziwill gab 1938 als Standort des Gemäldes das Reichspropagandaministerium an. Es ist unbekannt, wann das Bild von dort zurück an die Nationalgalerie gelangte (Staatliche Museen zu Berlin, Dokumentation des Fremdbesitzes, Band II: Nationalgalerie. Gemälde und Skulpturen, Berlin 2008, S. 69, Nr. 131). | Dieter Scholz