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Objektbeschreibung

Bereits als 16-Jähriger zog Klimsch nach Berlin. Hier durchlief er, den zudem Reisen nach Italien und Griechenland prägten, eine akademische künstlerische Ausbildung. Gleichwohl gehörte er 1898 zu den Gründungsmitgliedern der Berliner Secession. Diese verließ er 1914 und trat der Neuen Secession bei. Beide Künstlervereinigungen werden allgemein mit dem Impressionismus und dem Expressionismus verbunden. Klimschs Arbeiten aus den ersten Jahrzehnten des 20. Jahrhunderts sind in der Bewegtheit und Expressivität der Figuren sowie in der Themenwahl sehr modern. Seit dieser Zeit bildeten weibliche Akte eine seiner größten Werkgruppen. Die „Trauernde“ ist die einzige Plastik, die der Künstler aus dem seltenen sienesischen gelben Marmor („giallo da Siena“) geschaffen hat. Typisch für Klimsch ist sie in der Personifizierung einer Gemütsverfassung und der jugendlich-straffen, idealisierten Darstellung. In seiner Autobiografie bestätigte der Künstler, dass für ihn bei Skulpturen von Frauen deren Schönheit im Mittelpunkt gestanden habe (Fritz Klimsch, Erinnerungen und Gedanken eines Bildhauers, Berlin [West] 1952, S. 89). Die in den 1900er- und 1910er-Jahren entstandenen Figuren nehmen häufig erotisierte Posen ein, so auch die „Trauernde“, die trotz des Titels und der introspektiven Neigung des Kopfes den Betrachter:innen ihre rechte Brust entgegenhält. | Emily Joyce Evans