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Rübenhackerinnen


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Objektbeschreibung

Die sozialistische Vision der Landwirtschaft war ein Kernthema Womackas: „LPG“ und „Bodenreform“ (1973 und 1972; Kunstverein Beeskow), „Junge Genossenschaftsbäuerin“ (1960; Staatliche Kunstsammlungen Dresden), „Feldbaubrigade“, diverse Fassungen der „Arbeitspause“ (Standorte unbekannt) und schließlich „Rast bei der Ernte“ (A IV 560) waren bis in die 1970er-Jahre nicht bloß Motive und Titel seiner Arbeiten. Werke wie diese sorgten für die propagandistische Bebilderung der Agrarpolitik der DDR nach ihrer vermeintlichen Befreiung von Knecht- und Gutsherrschaft. 
„Rübenhackerinnen“ ist dafür ein frühes Beispiel. 1955 hatte Womacka im vermutlich im brandenburgischen Neu-Lewin Landarbeiter*innen begleitet und beobachtet. Während spätere Gemälde häufig ein idealisiertes harmonisches Miteinander betonten, zeigt dieses auch die körperlich harte Seite ihrer Tätigkeit. Sechs teils barfüßige Frauen bearbeiten gebückt den Boden mit Händen und Gerät. Der Autor Wolfgang Hütt sah darin ein „erstes und weitgehend gelungenes Ergebnis […], die sichtbare Kollektivität der Arbeit in eine wirksame Bildform zu übertragen“ (zit. nach Weggefährten, Zeitgenossen. Bildende Kunst aus drei Jahrzehnten, Ausst.-Kat. Berlin [Ost], 1979, S. 185) und betonte die gelungene Komposition der Gruppe, die den „Ausdruck des Gleichklanges von Wollen und Müssen“ offenlege (zit. nach Wolfgang Hütt, Walter Womacka, Dresden 1980, S. 28). Die Nationalgalerie erwarb das Bild, von dem weitere, etwas verwaschen-gröber gemalte Versionen und Studien existieren (Standorte unbekannt), mit „Alter Fischerhafen“ (A IV 8) und „Porträt eines Fischers“ (A IV 3) beim Künstler. | Sven Haase