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Mädchenzimmer


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Objektbeschreibung

Beckmanns annähernd quadratisches Gemälde vereint wie übereinandergestapelt drei junge, kaum bekleidete Frauen. Immer wieder hat der Maler Sinnlichkeit und Sexualität ins Bild gesetzt, oft ohne sich um anatomische Genauigkeit zu bemühen. Auf engem Raum kurvt und streckt Beckmann die Körper und unterstreicht so das erotische Moment des Themas, wobei Deformationen in Kauf genommen werden. Das Thema dient ihm so auch zu einer verdichteten Auseinandersetzung mit der für ihn konstanten künstlerischen Herausforderung und Zielsetzung, „Rundheit in der Fläche“ zu artikulieren (Beckmann, „Bekenntnis“, 1918-1920). Auffällig ist die fast schrille Farbigkeit des Bildes, in dessen Zentrum eine gelbe, phallusartige Petroleumlampe steht, ohne Beleuchtungslicht zu verbreiten. Beckmann passt ihm die Farbigkeit nicht an, sondern gestaltet mit reinem Rot, Grün, Blau, Gelb sowie Rosa, Braun und Schwarz, wobei Letzteres die Farbwirkung dramatisch steigert. Zweitens fällt die düstere Aufladung der Szenerie durch die sphinxhafte Frau am oberen Ende der Figurenkonstellation ins Auge, die ins Profil gedreht ist und in einen Spiegel schaut. Ihr antwortet links eine rätselhafte, eingehüllte vierte, lesende Figur, ebenfalls streng ins Profil gesetzt. Abgehärmt und düster, ist sie Kupplerin und Unglücksbringerin in einem. Die schwarze Katze komplettiert die Darstellung, die Édouard Manets „Olympia“ (1863, Musée d’Orsay, Paris) in Erinnerung ruft. Begonnen wurde das Gemälde im entbehrungsreichen Herbst/Winter 1946 in Amsterdam und dort im Mai 1947 vollendet; Ende August sollte der Maler nach zehn Jahren Exil in der Stadt in die USA übersiedeln. Das Bild verblieb nach Beckmanns Tod im Besitz Quappis, der Witwe. | Olaf Peters