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Medaille Selbstbildnis

1957 erworben durch das Land Berlin

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Objektbeschreibung

Nachdem Scheibe seine Lehrtätigkeit an der Städelschule in Frankfurt am Main mit dem Machtantritt der Nationalsozialisten 1933 kurzfristig verloren hatte, übernahm er 1936 ein Meisteratelier an der Preußischen Akademie der Künste in Berlin. Während der NS-Zeit erhielt Scheibe zahlreiche Staatsaufträge und zählte zu den vom Regime geschätzten Künstlern. Nach Kriegsende wurde er Professor an der Hochschule der Bildenden Künste in West-Berlin und arbeitete bis zu seinem Tod 1964 erfolgreich als freier Künstler in der Bundesrepublik. Ein zentrales Thema des Spätwerks ist die Darstellung des Menschen. Sein erstes plastisches Selbstbildnis (B I 632) schuf er 1931 mit 52 Jahren vergleichsweise spät. Die Medaille von 1946 spiegelt den Ernst und die Bescheidenheit wider, die Scheibes Charakter zugeschrieben wurde. Er hat sich ohne Pathos, nahezu asketisch dargestellt. Das klare Form des Selbstbildnisses zeigt die Konzentration des Künstlers auf das Wesentliche. Zwei Jahre später gestaltete er eine weitere Bronzemedaille mit seinem Selbstporträt als Geschenk an Freunde. | Philine Pahnke