Logo

Stillleben mit Petroleumlampe Verso: Stehender weiblicher Akt


FacebookAuf Facebook teilen

Objektbeschreibung

Die expressionistische Werkphase Lohses war sehr kurz: Sie dauerte von Oktober 1919 bis April 1921. In dieser Zeit entstanden rund 130 Gemälde, zahlreiche Zeichnungen und mehrere plastische Arbeiten. Die künstlerische Ausbildung Lohses hatte in seiner Heimatstadt Hamburg begonnen, als er auf Fürsprache des Kunsthallen-Direktors Alfred Lichtwark 1909/1910 zunächst die Kunstgewerbeschule und im Anschluss die private Malschule des impressionistischen Freilichtmalers Arthur Siebelist besuchen konnte. 1912 immatrikulierte sich Lohse an der Hochschule für Bildende Kunst in Weimar, verließ diese aber 1913 gemeinsam mit seinem Kommilitonen Otto Pankok. Zusammen arbeiteten sie in dem oldenburgischen Dorf Dötlingen, reisten nach Holland und begeisterten sich für Vincent van Gogh, bis sie bei Kriegsbeginn nach Deutschland zurückkehren mussten. Das schwarzgrundige Stillleben mit Petroleumlampe, Kaffeemühle und zwei Flaschen wirkt wie ein später Reflex auf die dunklen Stillleben, die van Gogh 1884/1885 in Nuenen gemalt hatte, etwa das Stillleben mit Bartmannkrug, Kaffeemühle und Pfeifenetui (Kröller-Müller Museum, Otterlo). Anders als van Gogh wählte Lohse aber eine steile Perspektive, starke Farben und Helligkeitskontraste. Durch fehlende Konturierung, pastosen Farbauftrag und ausfransende Pinselstriche scheinen die auf einem Tischchen versammelten Gegenstände leicht zu vibrieren. | Dieter Scholz