Logo

Sitzender Akt mit erhobenen Armen Verso: Villa und Park an der Elbe (um 1909)


FacebookAuf Facebook teilen

Objektbeschreibung

In den Dresdner Jahren arbeiteten die Künstler der 1905 gegründeten Vereinigung Brücke oft gemeinsam, gerade Kirchner und Erich Heckel trafen sich in ihren Wohnateliers zum gemeinsamen Aktmalen. Das vorliegende Gemälde entstand im Atelier von Heckel, erkennbar an dem von ihm bemalten Wandbehang mit laufenden Gazellen, der auf zahlreichen Bildern beider Künstler im Hintergrund erscheint. Hierin äußert sich die Begeisterung von Heckel und Kirchner für die Rückkehr zur vermeintlichen „Ursprünglichkeit“ in der Gestaltung der eigenen Räume, in denen Kunst und Leben als Einheit begriffen wurden. Die weibliche Figur ist mit betont runden Formen und flutenden Kurven gestaltet, ganz im Sinne des weichen Stils Kirchners in seiner Dresdner Zeit. Das sinnliche Lebensgefühl dieser Jahre kommt auch im leuchtenden Dreiklang der Farben zum Ausdruck. Lediglich zeichnerische Konturen sind in Schwarz ausgeführt. Die betonte Flächigkeit des Körpers wie der Sitzgelegenheit gehen wohl auf eine spätere Übermalung Kirchners zurück. In den 1920er-Jahren präzisierte er in zahlreichen Werken der Vorkriegszeit seine geschärfte Vorstellung von einheitlicher und klarer Flächigkeit. | Janina Dahlmanns