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Objektbeschreibung

„Der Hai“ entstand nach einem Besuch des Künstlers im Märkischen Museum in Berlin, wo ein präparierter und, wie hier dargestellt, aufgeschlitzter Haifisch ausgestellt war. Metzkes platziert den Hai surreal auf einem gedeckten Tisch, der durch die Projektion im Aufriss zu einer Tafel im doppelten Wortsinn wird. Die Drastik der Bildfindung, insofern sie das Kreatürliche besiegter Aggressivität vor Augen führt, ist mittelbar durch die „Kriegsfibel“ von Bertolt Brecht (1955) angeregt. Das Werk steht für eine „strenge Periode“ im Schaffen Metzkes’ und seiner Künstlerfreunde: Alles Dargestellte wird nun vornehmlich von seiner gegenständlichen Erscheinung her erfasst, relativ gleichwertig und additiv im Sinne einer die Fläche betonenden Komposition zusammengeführt. Die Farbwerte umschließen und tragen „ein Auseinanderstreben der Gegenstandsfarben, wobei ein Teil sich dem Schwarz“ nähert (Harald Metzkes, Brief an den Verfasser, 23.8.1986). Anregungen zu dieser farbig bemessenen, durch die Zeichnung bestimmten, das Motivische dingprägnant und unmittelbar aufgreifenden Bildsprache gehen auf den befreundeten Ernst Schroeder und von ihm vermittelte Vorbilder der französischen, italienischen und deutschen Malerei des späten 19. sowie des 20. Jahrhunderts zurück. Die Stilistik der „strengen Periode“ ist geprägt durch zwei Aspekte: Sie klärt Fläche, Raum und Gegenständlichkeit dergestalt, dass eine soziale Identität darstellbar wird – besonders eindrucksvoll in Bildnissen, Stillleben und Gruppendarstellungen –, und damit eine Unterscheidung zu anderen Fraktionen der Malerei in Berlin auf der Ebene eines Bildbegriffs gelang. | Jörg Makarinus