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Apfelstillleben


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Objektbeschreibung

„Bist Du nicht ein Kind von Paris, lieber Freund Nino? Die Welt der Pariser Maler, die ich heute Morgen in einer zauberhaften Ausstellung im Carnavalet sah, könnte auch Deine Welt sein“, so lautete das Grußwort von Gustav Seitz zum 65. Geburtstag des Malers, wiedergegeben im Katalog der Nationalgalerie. (Otto Niemeyer-Holstein. 65 Jahre, Ausst.-Kat. Berlin [Ost] 1961, o. S.) Die französische Kunst des Nachimpressionismus – Paul Cézanne, Pierre Bonnard, auch Vincent van Gogh – hatten Niemeyer beeinflusst. Er teilte mit Cézanne die Tendenz zur malerischen Gestaltung des Elementaren. Apfelstillleben finden sich bei beiden Malern. Niemeyer ging weniger entschieden an das Motiv heran als sein Vorbild, doch auch er war vor allem an koloristischen Wirkungen interessiert, an Tonwerten, eingebunden in einen klaren Bildaufbau – Senkrechte, Waagerechte, runde Formen. Die Tischplatte ist durch einen Teppich mit Blumenborten am Rand und in der Mitte gegliedert, das rissige Weiß des Tellers wiederholt sich an der weißen Wand, die Äpfel sind wie bei Cézanne mit einer dunkleren Kontur umgeben, die die Form akzentuiert. Wir haben eine Farbkomposition vor uns, kein Abbild. Dennoch ist das Gemälde nach der Anschauung entstanden. Aber wie bei den Franzosen fehlt das Bemühen um die Wiedergabe stofflicher Reize, der Illusionswert der Darstellung. Die schrundigen Früchte könnten auch Kartoffeln sein. Niemeyer schafft eine dichte Bildebene, keinen Illusionsraum, daher fanden die Freunde den zutreffenden Vergleich mit der Pariser Malerei. | Angelika Wesenberg