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Frei, stark und glücklich


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Objektbeschreibung

Nach dem Beginn des Zweiten Weltkriegs war Lingner als Deutscher und Mitglied der Kommunistischen Partei Frankreichs sofort verhaftet worden. Festgehalten in verschiedenen Internierungslagern gelang ihm nach mehr als einem Jahr in Gurs im November 1941 die Flucht. Er lebte anschließend versteckt und war in der Résistance aktiv. Erst nach der Befreiung von Paris im Spätsommer 1944 kehrte Lingner dorthin zurück. Schon 1937 hatte er erstmals das Motiv der französischen Arbeiterfamilie entwickelt („Frankreich – frei, stark, glücklich“, vgl. Gertrud Heider, Max Lingner, Leipzig 1979, S. 56, Taf. 28). Dieses griff er nun wieder auf, etwa in der Titelgestaltung für die „L’Humanité“ vom 14. Juli 1945, dem französischen Nationalfeiertag, sowie in dem Gemälde „Der Winter“ (1946). Wenig später zerschnitt er das Bild und betitelte den ehemals rechten Teil mit „Frei, stark und glücklich“. Zu sehen ist eine elegant gekleidete junge Familie. Die Personen haben die für Lingner typischen, durch schwarze Umrisslinien betonten Gesichtszüge. Selbstbewusst und die Betrachter:innen frontal anschauend schreitet der Mann voran. Seine Frau schaut prüfend auf das Kleinkind in seinen Armen. Lingner signierte und datierte das Bild auf 1944, vermutlich um damit direkt auf die Befreiung Frankreichs vom NS-Regime zu verweisen, was auch der Titel unterstreicht. In der Folge sollte Lingner das Motiv immer wieder nutzen, unter anderem als Motiv in zahlreichen Pressefestdekorationen. Auch im Entwurf für das 1953 realisierte Wandbild am Haus der Ministerien an der Leipziger Straße in Berlin taucht es auf, wobei es jedoch nicht Eingang in die letztlich realisierte Version erhielt. | Maike Steinkamp