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Porträtstudie zum Reiterbildnis König Charles I. von England


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Objektbeschreibung

Die Identifikation des Dargestellten auf dieser Porträtstudie fiel bereits früheren Sammlern schwer. Mehrere Aufschriften verso versuchen eine Deutung des Reiterbildnisses. In der Mitte vermerkte ein englischer Sammler: "Charles Ist on the white horse", hier wurde ein "not" in Bleistift vor dem Namen hinzugefügt. Oben steht "Moncada [...]", man vermutete also nicht (nur) den englischen König Karl I., sondern Francisco de Moncada, kurzzeitig Statthalter der spanischen Niederlande, in dem Dargestellten. Van Dyck hatte sein Porträt zu Pferd ebenfalls Anfang der 1630er-Jahre geschaffen (1630-1632, Museu de Belles Arts, Valencia und 1634, Musée du Louvre, Paris). Eine weitere Aufschrift auf der Rückseite der Zeichnung deutet die Figur erneut als englischen König: "A sketch by A: Vandyck for the great picture at Windsor".
Van Dyck schuf eine ganze Reihe von Reiterbildnissen, wobei das Pferd meist in derselben Position wiedergegeben wird und nur der Reiter wechselt. Im Falle der Zeichnung ist die Deutung als König Karl I. am wahrscheinlichsten, reitet doch der Porträtierte auf dem fertigen Gemälde (1633, Royal Collection, Buckingham Palace) durch einen halbrund abschließenden klassizistischen Triumphbogen. Die beiden senkrechten Linien, die die Skizze rahmen, markieren die beiden Säulen im Gemälde. Der König wird von seinem Rittmeister Pierre Antoine Bourdon, Seigneur de St Antoine, begleitet. 
Beeinflusst wurde das Bildnis wohl durch ein früheres Gemälde von van Dyck selbst. 1627 hatte er den Genueser Senator und Dichter Anton Giulio Brignole-Sale, Marquis of Groppol, zu Pferd gemalt (Musei di Strada Nuovo, Genua). Zudem ist denkbar, dass das Reiterbildnis des Herzogs von Lerma von Peter Paul Rubens als Inspirationsquelle gedient hat (1603, Museo del Prado, Madrid).