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Objekttyp: Ampulle
Ampulle mit Kreuzigung und Christi Höllenfahrt (Anastasis)
Skulpturensammlung und Museum für Byzantinische Kunst
Die Ampulle hat die typische Form kleinasiatischer Ampullen: längsoval mit durchgestochenen Ösen für eine Aufhängung. Die Darstellung ist sehr stark abgerieben oder verwaschen. Beide Seiten zeigen das gleiche Motiv. Ein gleicharmiges Kreuz mit sich verbreiternden Enden wird von einer doppelten Linie gerahmt.
Pilgerampulle mit figürlicher Darstellung
Skulpturensammlung und Museum für Byzantinische Kunst
Die kleine Flasche wurde der Frühchristlich-Byzantinischen Sammlung (heute Museum für Byzantinische Kunst) im Jahr 1927 geschenkt. Mit ihrem runden, flachen Körper und dem kurzen Hals mit leicht ausladender Mündung erinnert sie in ihrer Form an zahlreiche, oft aus Blei angefertigte Pilgerampullen mit biblischen Szenen aus Palästina. Die Darstellung auf der Vorder- und Rückseite der Ampulle ist gleich. In der Mitte steht eine Frau mit langer, gegürteter Tunika mit erhobenen Armen. Zu ihren Seiten hocken zwei Gestalten vor Palmen. Sie greifen nach dem Gewand der Frau. Über dieser Szene befindet sich eine durch schlichte Linien abgesetzte Folge griechischer Buchstaben, die keinen Sinn ergeben. Dies ist nicht ungewöhnlich und darauf zurückzuführen, dass Inschriften beim Herstellen der Model oft falsch kopiert wurden. Problematisch bleibt jedoch die Darstellung. Wolfgang Fritz Volbach klassifizierte sie als heidnisch, bietet jedoch keine Deutung der Szene. Sie scheint ohne Parallele zu sein. Das Bildmotiv lässt sich weder mit biblischen Szenen noch mit Themen aus der klassischen Mythologie in Einklang bringen. Deshalb ist man geneigt, die Ampulle als Fälschung anzusehen.
Menasampulle
Skulpturensammlung und Museum für Byzantinische Kunst
Die sog. Menasampullen bilden die größte Gruppe tönerner Pilgerflaschen aus frühbyzantinischer Zeit. In ihrer Form und Ikonographie sind sie charakteristisch für den Wallfahrtsort Abu Mina. Die Ampulle trägt das Bild eines nach rechts gewandten Kopfes mit lockigem Haar. Eine doppelte Perlschur mit Zwischenleiste rahmt das Bild. Auf der anderen Seite ist die Inschrift EYΛ/OΓIA TO/Y AΓIOY/MHNA (Eulogie des heiligen Menas) zu lesen. Sie legt nahe, dass der Profilkopf den hl. Menas wiedergeben soll. Hals und beide Henkel der Ampulle sind erhalten.
Menasampulle
Skulpturensammlung und Museum für Byzantinische Kunst
Die vollständig erhaltene Ampulle folgt dem Haupttypus der Menasampullen. Auf beiden Seiten des Gefäßes steht Menas in Orantenhaltung zwischen zwei knienden Kamelen. Zwei Stegkreuze flankieren seinen Kopf. Das Bild wird von einer Leiste und einer Perlschnur umrahmt.
Pilgerfläschchen mit Menas zwischen den Kamelen
Skulpturensammlung und Museum für Byzantinische Kunst
Menas war ein ägyptisch stämmiger Soldat, der in Phrygien enthauptet wurde, da er sich offen zum Christentum bekannte. Seine Gebeine wurden auf dem Rückweg nach Ägypten auf ein Kamel geladen. An dem Ort, an dem sich das Tier weigerte weiter zu gehen, setzte man sie bei. Die Grabstätte, durch ein Heilungswunder wiederentdeckt, wurde zu einer Wallfahrtstätte ausgebaut, von der sich zahlreiche Pilger Heil bringende Andenken wohl in Form von Öl, Wasser oder Erde mitnahmen. Sie trugen diese Substanzen, in Ampullen gefüllt, um den Hals oder befestigten diese an ihrer Kleidung. Das Stück ist narrativ gestaltet. Auf Vorder- und Rückseite steht Menas in Orantenhaltung zwischen zwei kauernden Kamelen. Sie deuten auf die Ortsfindung zur Beisetzung hin. Menas selbst trägt einen Nimbus, der ihn als Heiligen kennzeichnet. Die Inschrift Ο ΑΓΙΟΣ ΜΗΝΑΣ »Der heilige Menas« identifiziert den Dargestellten. Auf der Vorderseite umfassen ein Steg und ein schematischer Winkelkranz die Szene, auf der Rückseite eine Kranzleiste.
Menasampulle
Skulpturensammlung und Museum für Byzantinische Kunst
Zahlreiche Menasampullen tragen die Darstellung eines nach rechts gewandten Kopfes. Alle Beispiele zeigen den Profilkopf in gleicher Weise mit stark gelocktem Haar und Gesichtszügen. Meist ist der Ansatz der Oberbekleidung zu sehen, und mitunter ziert eine Perlenkette den Hals des Dargestellten. Die weitaus häufigste Variante zeigt den Profilkopf umgeben von zwei Perlschnüren, die durch eine Leiste voneinander getrennt sind. Die Gegenseite weist fast ausschließlich die Formel EYΛOΓIA TOY AΓIOY MHNA, »Eulogia des heiligen Menas«, gerahmt von einer Perlschnur mit Zwischenleiste, auf. Sehr selten ist der Profilkopf auf beiden Seiten abgebildet, er ist dann durch eine bzw. mehrere Leisten oder durch einen Kranz eingefasst. Es ist umstritten, ob der Profilkopf den heiligen Menas meint. Dafür sprechen einige Ampullen, die eine frontale Kopfdarstellung mit der Umschrift O AΓIOYΣ MHNAΣ, »Der heilige Menas«, abbilden.
Ampulle mit Kreuz unter einer Arkade
Skulpturensammlung und Museum für Byzantinische Kunst
An der abgeflachten ovalen Flasche setzt ein kurzer Hals an. Durch Löcher in der Gefäßschulter konnten Schnüre hindurchgefädelt und die kleine Ampulle so auf- oder umgehängt werden. Der Reliefschmuck zeigt auf beiden Seiten eine rahmende Architektur aus zwei gedrehten Säulen, die einen Bogen tragen, der wiederum von einem Giebel mit kugeligen Aufsätzen überfangen wird. Auf einer Seite steht unter dem Bogen ein Kreuz auf einem Sockel. Auf der anderen Seite wird die Architekturnische ganz von einem Portal eingenommen, zu dem Stufen hinaufführen und das von einer Muschelkonche bekrönt wird. Zwischen den geöffneten Türflügeln erscheint eine bekleidete Gestalt, welche ihren linken Arm vor den Körper angewinkelt hat. Das Gefäß gehört zu den kleinasiatischen Pilgerampullen. Pilger konnten darin Öl, Wasser oder Staub, von dem man glaubte, sie seien durch die Nähe zum Heiligen heilkräftig geworden, als Schutz vor Krankheit und Gefahr mitnehmen.
Ampulle mit Stehendem unter einer Arkade sowie Brustbild
Skulpturensammlung und Museum für Byzantinische Kunst
Die Ampulle hat die typische Form kleinasiatischer Ampullen: längsoval mit durchgestochenen Ösen für eine Aufhängung. Auf der Vorderseite schreitet ein Mann mit kurzem Bart unter einer spitzgiebligen Architektur auf gedrehten Säulen nach rechts. Gekleidet ist er in ein langärmliges Gewand, in den Händen hält er ein Kreuz und einen Schlüssel, der ihn als Apostel Petrus kennzeichnet. Auf der Rückseite ist wahrscheinlich ebenfalls Petrus, diesmal als Halbfigur, unter einer gleichartigen spitzgiebligen Architektur dargestellt.
Ampulle mit zwei reitenden Personen
Skulpturensammlung und Museum für Byzantinische Kunst
Die Ampulle hat die typische Form kleinasiatischer Ampullen: längsoval mit durchgestochenen Ösen für eine Aufhängung. Beide Seiten zeigen nach rechts reitende Personen. Die eine hat langes Haar und trägt etwas in den Armen, möglicherweise ein Kind. Die andere ist sicher männlich, möglicherweise bärtig, und wendet sich mit erhobenem Arm um. Die Deutung ist nicht sicher. Es könnte sich um die Flucht von Joseph und Maria mit dem Christuskind nach Ägypten handeln.
Ampulle mit Schiffsszene sowie Mann unter Arkade
Skulpturensammlung und Museum für Byzantinische Kunst
Auf der Vorderseite der Ampulle ist ein Flachrelief ausgearbeitet, das einen kurzbärtigen Heiligen, eventuell einen Apostel, zeigt. Er ist in Frontansicht, sitzend und zwischen zwei Begleitern wiedergegeben. Sie befinden sich in einem Schiff. Die Rückseite ist ebenfalls reliefiert und zeigt denselben Protagonisten in einem langen Gewand. Er ist in Frontalansicht und unter einer Giebelarkade stehend wiedergegeben. Die linke Hand hält ein aufgeschlagenes Buch vor der Brust und in der gesenkten rechten befindet sich vermutlich ein Weihrauchgefäß.
Ampulle mit Kreuz und Inschrift
Skulpturensammlung und Museum für Byzantinische Kunst
Das √Ėlfl√§schchen aus Blei ist kreisrund und weist einen kurzen Hals auf. Es ist plattgedr√ľckt und ein Flachrelief ist ausgearbeitet. Auf beiden Seiten schm√ľcken konzentrische Kreise die Ampulle. Zwischen diesen verl√§uft eine Inschrift TEYőõőüőďőôőĎ őöő•ő°őôőüő• TŌČN AőďIŌČN TOő†ŌČN herum, in den beiden n√§chsten befinden sich ein perlstabartiges und ein schematisches Kranzornament. Die Mitte nimmt ein Kreuz mit kugelf√∂rmigen Eckverzierungen ein. Ein gleiches Kreuz schm√ľckt auch den Hals, wo es in einem von denselben schematischen Bl√§ttern gebildeten Bogen eingeschlossen ist. Die Ampulle wird seit dem Zweiten Weltkrieg vermisst.