3 Ergebnisse
Objekttyp: Armschmuck (Kleinkunst / Schmuck)
Armschmuck mit dem widderköpfigen Gott Amun in einem Schrein
Ägyptisches Museum und Papyrussammlung
„Im Jahre 1834 fand der italienische Arzt G. Ferlini bei „Ausgrabungen“ im oberen Teil einer der größten Pyramiden von Meroë eine kleine Kammer mit einer Bahre und einer Fülle von Beigaben, zumeist kostbare Schmuckstücke aus dem Besitz der Kandake Amanishakheto, die unter der Pyramide begraben lag: 10 Armbänder, 9 „Schildringe“, 67 Siegelringe, zwei Armkettchen und zahlreiche Amulette und Teile von viergliedrigen Halsketten oder Schulterkragen. Der Fund wurde zunächst als gefälscht verdächtigt; erst 1844, als C. R. Lepsius in Meroë die Auffindung von beteiligten Ortsansässigen bestätigt erhielt, wurde der größte Teil für Berlin angekauft; ein anderer Teil war schon vorher von König Ludwig I. von Bayern erworben worden. Amanishakheto war eine derjenigen Kandakes, „Königsmütter“, des Reiches von Kusch, die gleichzeitig auch den Titel „Herrscher“, „König“ führten, wahrscheinlich die Gegnerin des Kaisers Augustus in einem Kriege 24-21 v. Chr. Die Schmuckstücke gehören zu den kostbarsten Zeugnissen des meroitischen Kunstgewerbes, sicherlich sind es keine ägyptischen Arbeiten. Einige Stücke sind hellenistische Erzeugnisse. Jedes der Armbänder besteht aus zwei Hälften, die verbindenden Scharniere sind mit Götterdarstellungen verdeckt. Auf dem abgebildeten Stück ist es ein winziger Kopf des Gottes Amun als Widder auf einer großen „Aegis“, eines stilisierten Schulterkragen, vor einem Tempeltor auf einem hohen Untersatz. Die Ornamentierung der Armbandflächen wird durch kleine getrieben Figuren (Uräen, Rosetten) und Muster in Zellenschmelzarbeit gebildet.“ Aus: Priese, Karl-Heinz, in: Priese, K.-H. (Hrsg.), Ägyptisches Museum Berlin, Museumsinsel Berlin, Mainz 1991, S. 264 (Kat. 161).
Armschmuck mit Uräusschlangen und mumiengestaltigen Göttern
Ägyptisches Museum und Papyrussammlung
Der Armreif stammt aus dem Grabschatz der Kandake Amanishakheto. Das Dekor der beiden durch ein Gelenk verbundenen Hälften besteht aus aufgelöteten Goldschnüren, kleinen Figürchen aus dünnem Goldblech und farbigem Glasfluß, der jetzt nur noch in Resten erhalten ist. Der obere Figurenfries reiht Uräenschlangen mit der Sonnenscheibe aneinander. Die kleinen Figürchen in den Feldern der Mittelpartie sind Götterbilder in Mumienform mit Mondsichel und Mondscheibe auf dem Kopf.
Armschutz von König Thutmosis IV., Feinde vor dem Kriegsgott Month erschlagend
Ägyptisches Museum und Papyrussammlung
Der detailliert ausgearbeitete Armschutz aus Elfenbein thematisiert ein bekanntes und oft wiederkehrendes Motiv: Der König erschlägt in Anwesenheit eines Gottes die Feinde Ägyptens. In diesem Fall ist es Thutmosis IV., wie es die Kartuschen über dem knienden Asiaten zeigen. Ihm gegenüber steht der falkenköpfige Gott Month, der Thutmosis die Symbolzeichen des Lebens und der ewigen Dauer sowie ein Sichelschwert entgegenstreckt. Der Pharao übernimmt in diesem Moment rituell die Position des Gottes und vollzieht in seinem Namen die Handlung. Die Sonnenscheibe auf der Perücke des Königs ist möglicherweise ein Ausdruck für die Identifizierung mit der göttlichen Rolle. Die Manschette wurde vom Pharao am linken Unterarm bei Feierlichkeiten oder Prozessionen getragen. Sie war vermutlich auf Leder aufgenäht, da sich keine weiteren Befestigungspuren am Elfenbein finden lassen. Ungeklärt bleibt die Frage, wie das königliche Objekt in die Hausruine Q 48.1 gelangte. Aus: Jung, M., in: F. Seyfried (Hrsg.), Im Licht von Amarna. 100 Jahre Fund der Nofretete, Berlin 2012, S. 200 (Kat.-Nr. 1).