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Objekttyp: Behältnis (Metallgefäß)
Omphalosschale mit Weihinschrift des Aššur-taklak
Vorderasiatisches Museum
Die Buckelschale mit netzförmigem Wandungsdekor ist in Treibarbeit hergestellt worden. Im Randbereich befindet sich eine Inschrift. Der Schalenboden innen wird von einer Rosette gebildet, deren Mittelpunkt durch eine markante Aufwölbung gekennzeichnet ist. Die kurze, eingepunzte Keilinschrift im Randbereich lautet: „gehörig dem Aššurtaklak, dem ‚Stadtaufseher’ von Assur.“ Die Bezeichnung „Stadtaufseher“ weist auf einen Munizipalbeamten hin und nicht auf einen gleichnamigen hohen Würdenträger der Reichsverwaltung aus den Jahren 905 oder 805 v. Chr. Die als Abdeckung eines großen Tonkruges aufgefundene Trinkschale gehört zu den Beigaben aus der gut erhaltenen Ziegelgruft 30 in Assur, in der mindestens drei Individuen bestattet wurden. Der Grabbau war in eine Maueranlage eingetieft, die Teil einer Terrassenbefestigung war, auf der die Ruinen neuassyrischer Privathäuser gefunden wurden. Als terminus post quem für die Anlage der Gruft ist die Zeit nach Assurnasirpal II. (883–859 v. Chr.) anzunehmen , wobei von einer längeren Nutzungszeit des Grabbaues auszugehen ist. Eine zweite Bronzeschale aus der Gruft, mit gleich lautender Inschrift, ist mit großer Wahrscheinlichkeit nicht vor 740 v. Chr. hergestellt worden , so dass für die gezeigte Omphalosschalen eine Datierung in das 8. Jahrhundert v. Chr. vorgeschlagen wird. [Lutz Martin]
Öllampe
Vorderasiatisches Museum
Trotz einiger Variabilität der altorientalischen Beleuchtungskörper ist die einfache Ton- oder Bronzelampe das am häufigsten verwendete Modell gewesen. Rein dem Zweck verpflichtet, blieb die Formgebung begrenzt und bot der Gestaltung nur wenig Raum. Die funktionelle Zweiteilung in Brennölbehälter und Dochttülle beschränkte Verzierungen meist auf den erstgenannten Teil. Doch auch wenig oder völlig unverzierte Stücke waren weit verbreitet. Zu ihnen gehört die abgebildete Bronzelampe mit kaum merklicher Ziselierung am Hals der gefäßartigen Öffnung für das Öl. Ein Gebrauchsgegenstand des Alltags also, mittels kleiner Ösen aufhängbar und damit ein weiter reichendes Licht spendend. [Joachim Marzahn]
Bronze-Becher
Vorderasiatisches Museum
Dieser Metallbecher stammt zusammen mit einer Metallschale (VA 14550.01) aus einem Doppeltopfgrab. Der kleine Becher hat einen Standringboden, sowie einen durch eine umlaufende Eintiefung in zwei gerundete Rippen geteilten Bauch. Der Übergang zum hohen Hals ist scharfkantig gearbeitet. Der Rand ist ausladend gestaltet. Der Becher wurde in die Schale hineingestellt und vor dem angewinkelten linken Unterschenkel des Bestatteten positioniert. [Christine Kainert]
Schale aus Bronze mit Nietendekor
Vorderasiatisches Museum
Diese flache Metallschale stammt zusammen mit einem Metallbecher (VA 14550.02), welcher in die Schale gestellt wurde, aus einem Doppeltopfgrab. An einer Stelle der Innenseite sind direkt unter dem breiten Rand acht Nieten angebracht. Die Schale befand sich zusammen mit dem Becher vor dem angewinkelten linken Unterschenkel des Bestatteten. [Christine Kainert]
Bronzekessel
Vorderasiatisches Museum
Zu den besonders interessanten Einzelfunden aus Sam’al gehör ein großer Kessel aus Bronze. Der genaue Fundort im Bereich des Burgberges ist nicht dokumentiert. Nach einer Briefnotiz des Ausgräbers muss es sich jedoch um einen Fund aus dem Jahr 1902 handeln, in dem die Schwerpunkte der Untersuchungen im Bereich der Gebäude K und J lagen. Damit scheint der Kontext mit einem der Palastgebäude sicher. Die Form des Kessels mit rundem Wackelboden erforderte zwingend eine Haltevorrichtung, so dass er auf einem Standring wahrscheinlich einem Dreifuß gestanden haben musste und erst so eine stabile Position erreichte. Das Gefäß ist aus einem gegossenen Rohling ausgetrieben worden. Entsprechende Treibspuren sind noch an der Wandung des Innenbereichs sichtbar. Schlagspuren zum Absetzen des Randes finden sich vor allem in der äußeren Randeinziehung. Die beim Treiben entstehende hohe Materialspannung im Metallgefüge des Grundmaterials musste durch wiederholtes Zwischenglühen zwischen den Treibvorgängen rekristallisiert werden. Das heißt, der Kessel wurde im Verkauf der Treibarbeiten mehrfach erhitzt. Diese Arbeiten konnten nur von mindestens zwei Personen durchgeführt werden.