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Objekttyp: Behältnis (Steingefäß)
Vorratsgefäß mit Inschrift
Vorderasiatisches Museum
Die aus vielen Fragmenten zusammengesetzte Amphore mit Ösenhenkeln trägt auf der Schulter eine zweizeilige eingeritzte Inschrift des assyrischen Königs Sanherib (745–680 v. Chr.): „Gehörig der Tashmetum-Sharrat, der Palastfrau des Sanherib, des Königs von Assyrien.“ Der ebenfalls eingeritzte Skorpion, der als Symbol der Göttin Ishara gilt, ist sehr wahrscheinlich als Eigentumsmarke zu deuten. In Verbindung mit der Inschrift wird das Gefäß zum Bestand des königlichen Palastinventars gehört haben. Das Gefäß dürfte in der zweiten Hälfte des 2. Jahrtausends v. Chr. in Ägypten hergestellt worden sein, von wo es als Geschenk u.a. in den phönikischen Bereich gelangte. Eine Keilinschrift auf einem Steingefäß aus dem sog. Fliesenzimmer im Alten Palast von Assur besagt, dass Gefäße dieser Art aus dem Palast von Abdi-Milkutti, dem König von Sidon, stammen und mit fürstlichem Öl gefüllt waren. Mit Hilfe der Götter hatte der assyrische König die Gefäße und weitere Luxusgüter aus dem Palast erbeutet. [Lutz Martin]
Fragment eines Steingefäßes mit der Darstellung der Göttin Nisaba
Vorderasiatisches Museum
Von einem ehemals mehr als 40 cm im Durchmesser betragenden Steingefäß ist leider nur das abgebildete Fragment erhalten geblieben. Dennoch ist dieses Stück sowohl ein Beispiel für die fortgeschrittene Bearbeitungstechnik von Objekten aus Hartgestein als auch für einen besonderen Relieftypus. Entsprechend der in der Reliefkunst vorherrschenden Folge bewegter Bilderzählungen bevorzugte man gewöhnlich Figuren im Profil. Die hier erhaltene Figur ist dagegen zumindest teilweise klar en face wiedergegeben, eine relativ seltene Erscheinung in der mesopotamischen Flachbildkunst. Dem Betrachter zugewendet ist jedoch allein der Oberkörper, wie der Rest eines förmlich in die Gestalt geschobenen Sitzes am linken Fragmentrand erkennen läßt. Das Bild der Frau erscheint so zunächst gedrungen und unproportioniert, wenn nicht die Sitzhaltung die grobe Verlürzung erklärte. Das Gesamtbild in Haltung und Ausstattung zeigt eine typische Göttinnendarstellung mit kurzärmeligem Untergewand und über der Schulter liegendem Mantel. Während der Gesichtsschnitt im Rahmen des üblichen bleibt, fällt der reiche, sowohl natürliche als auch künstliche Kopfschmuck auf. Die Göttin trägt eine ihrer Würde gemäße Kappe mit einem Hörnerpaar, zusätzlich mit einer mundlosen, ebenfalls hörnerbesetzten Gesichtsmaske und mit Federn bestückt. Das übervolle Haar ist zu vier sichtbaren Zöpfen geflochten, die in Locken enden. Wie häufig bei solchen Darstellungen, wachsen möglicherweise als Mohnkolben deutbare Symbole aus den Schultern. In der rechten Hand trägt sie eine Dattelrispe. Dergestalt als Vegetationsgottheit ausgewiesen, ermöglicht die Symbolik allein keine Aussage über ihren Namen. Auch gibt die am Gefäßrand und beiderseits der Schultern sichtbare Inschrift keine Gewißheit, da sie nur fragmentarisch erhalten ist. Die gängigste Interpretation der Darstellung als Wiedergabe der Getreidegöttin Nisaba ist somit letztlich nicht beweisbar, doch nicht unwahrscheinlich. Ohne Zweifel handelt es sich bei dem Gefäß um ein sakrales Gebrauchsstück, wofür das Abbild der Göttin und der Rest der Weihinschrift stehen. Aus Vergleichen mit anderen Inschriften dieser Zeit kommt als Stifter nur Entemena von Lagasch in Frage, da sich der erhaltene Abschnitt mit dessen Inschriften, besonders für die Errichtung eines Brauhauses für den Stadtgott Ningirsu, weitgehend deckt. Ein Zusammenhang zwischen der Darstellung einer Getreidegöttin mit Dattelrispen - wichtige Bestandteile der Bierherstellung - und dem inschriftlich belegten Brauhaus des Ningirsu, in dem das Gefäß kultischen Handlungen hätte dienen können, kann jedenfalls nur vermutet werden. [Joachim Marzahn]
Mittelgroßes Alabastron mit Standfuß und einem Henkel
Vorderasiatisches Museum
Das schlanke Alabastron ist mit einer Ritzzeichnung verziert. Gegenüber dem Henkel befindet sich ein geritztes Kreuz auf dem Gefäßkörper.
Handgriff einer Steinlampe in Form eines Falkenkopfes
Vorderasiatisches Museum
Unter den Resten des Alten Palastes von Assur befand sich eine Reihe von Grüften, darunter die der Könige Assur-belkala (1071–1054 v. Chr.), Assurnasirpal II. (883–859 v. Chr.) und Schamschi-Adad V. (824–811 v. Chr.). Neben steinernen Sarkophagen und Grabinschriften waren in den mit Steintüren verschlossenen Gewölben Wandnischen für Lampen vorhanden. Wenngleich ausgeraubt, enthielten die Grüfte doch Reste der einst prachtvoll-königlichen Ausstattung. Hierzu zählt, aus einer der nicht identifizierten Anlage, das abgebildete Fragment, ein Falkenkopf als Lampengriff. Das schuppenartige Federkleid, die Augen und der Schnabel, wirken trotz der ornamentalen Unterordnung der Realform unter den Stilzwang ungemein kraftvoll und lebendig. [Joachim Marzahn]
Bruchstück eines Gefäßes mit figürlicher Darstellung
Vorderasiatisches Museum
Das Randfragment gehört zu einem ovalen oder unregelmäßig geformten Steingefäß mit einer plastischen Dekoration. Dargestellt ist eine menschliche, bartlose Figur, die beide Arme seitlich neben dem Körper erhoben hat. Der Kopf ist plastisch herausgearbeitet und ragt über den Gefäßrand hinaus. Der Körper ist hingegen im flachen Relief ausgeführt und es sind keine Angaben eines Gewandes zu erkennen. Die stilisierten Haare fallen neben dem Kopf bis auf die Schultern hinab. Steingefäße mit Applikation sind aus verschiedenen Epochen belegt, jedoch ist keine direkte Parallele zu diesem Gefäß bekannt. Für eine Datierung in die neuassyrische Zeit sprechen zum einen die Ähnlichkeit zu plastischen Frauendarstellungen dieser Epoche und zum anderen die Tatsache, dass einfache neuassyrische bärtige Tonfiguren in gleicher Weise stilisierte Haare aufweisen. Die Frontalität, das fehlende Gewand und die erhobenen Arme legen nahe, dass es sich um die Darstellung einer nackten Frau handelt, die zwei Löwen, Blüten oder eine Kombination aus beiden Elementen neben sich hochhält. Das Motiv ist im 10. und 9. Jahrhundert vor Christus insbesondere auf Pferdestirnplatten aus Elfenbein gut belegt, neben rein anthropomorphen Darstellungen nackter Frauen kommen auch geflügelte oder bekleidete weibliche Figuren vor. Im Gegensatz zu der Darstellung auf dem Steingefäß tragen die weiblichen Figuren auf den Pferdestirnplatten zumeist einen reichen Kopfputz und Schmuck. [Helen Gries]
Bruchstück eines Gefäßes mit Relief und Inschrift
Vorderasiatisches Museum
Aus dem Hauptheiligtum des assyrischen Reichs, dem Tempel des Gottes Assur in der gleichnamigen Stadt Assur, stammt ein außergewöhnlich fein gearbeitetes Fragment eines Steingefäßes. Das Gefäß hatte ursprünglich eine zylindrische Form mit einem Durchmesser von etwa 9 cm. Das Bruchstück ist sowohl mit einer figürlichen Darstellung verziert als auch mit einer Keilinschrift auf dem oberen Rand versehen. Zu lesen ist noch „Salmanassar, Eingesetzter des Enlil, Stellvertreter des [Aššur]“. Die Titulatur legt nahe, dass es sich um Salmanassar III. handelt, der Assyrien von 858 bis 824 v. Chr. regierte. Abgebildet ist einen Tributzug, bei welchem die Unterlegenen begleitet von assyrischen Würdenträgern Güter vor den König bringen. Die Szene ist auf zahlreichen neuassyrischen Reliefs belegt. Auf dem Fragment aus dem Assur-Tempel ist eine Person mit erhobenem Arm dargestellt, die vier weitere Personen heran winkt. Einer von ihnen trägt ein längliches Objekt über der Schulter, wahrscheinlich zusammengerollte Textilien, und ein weiterer hält einen Eimer in der Hand. Im Hintergrund befinden sich zwei Capriden. Nicht erhalten ist der König, auf den sich die Besiegten zubewegen. Ungewöhnlich ist die kleine Person zu Beginn des Tributzugs, vermutlich ein Kind. Das lange Gewand und der bedeckte Kopf zeigen deutlich, dass es sich um eine weibliche Person handeln muss. Texte der neuassyrischen Zeit belegen, dass Mitglieder besiegter Herrscherfamilien von neuassyrischen Königen als Geiseln genommen wurden. Möglicherweise handelt es sich um die Tochter eines hohen Würdenträgers, die zusammen mit dem Tribut an den assyrischen König übergeben wird. Vergleichbare Steingefäße sind auch aus den assyrischen Residenzstädten Nimrud, Ninive und Tarbiṣ (Šerīf Ḫān) bekannt. Die meisten Gefäße dieser Gruppe stammen wie das Assur-Fragment aus Heiligtümern und einige sind darüber hinaus noch mit einer Weihinschrift versehen, welche das Gefäß als ein Geschenk für eine Gottheit auszeichnet. Die Fundorte in Tempeln und die Weihinschriften deuten darauf hin, dass Gefäße dieses Typs Teil des Inventars neuassyrischer Heiligtümer waren. [Helen Gries]
Mittelgroßes Alabastron ohne Henkel
Vorderasiatisches Museum
Das Alabastron mit Standfuß hat einen ovalen Querschnitt. Der Gefäßkörper ist unregelmäßig kanneliert.
Flaschenfragment aus Alabaster
Vorderasiatisches Museum
Dieses Objekt ist das obere Fragment einer Alabasterflasche. Kurz unterhalb des Randes verläuft ein horizontal umlaufende plastische Leiste. Am unteren Ende des geraden Halses verläuft ein scharfer Umbruch zur Schulter, die im oberen Bereich zwei horizontal umlaufende Rillen zeigt. Die Außenflächen des undekorierten Gefäßes sind geglättet, während die Innenseite durch eine Bohrung entstandene Bearbeitungsspuren zeigt.