43 Ergebnisse
Objekttyp: Bildhauermodell (Kleinkunst / Modell)
Vorstudie eines Salblöffels in Form einer Mohnblüte
Ägyptisches Museum und Papyrussammlung
In der Bildhauerwerkstatt P 49.6 wurden neben vielen Werkzeugen auch „Bruchstücke von Gebrauchsgegenständen aus Alabaster“ geborgen, wie es im Grabungstagebuch heißt. Eins davon war die Vorstudie in Form einer Mohnblüte. Anhand der unfertig gebliebenen Werkstücke lässt sich beispielhaft deren Herstellungsverfahren nachvollziehen. Bei der Fertigung eines Steinobjektes begann der Steinmetz zunächst, die Vorzeichnung mit farbiger Tinte – normalerweise mit roter Farbe und bei ÄM 24569 mit schwarzer Tinte – auf das Werkstück aufzutragen. Diese Umrisslinien dienten ihm während der Bearbeitung als Hilfestellung. Spätere Korrekturen der Form wurden mit anderer Farbe markiert. Nach der abschließenden Politur konnte eine Bemalung zur Verzierung des Objektes erfolgen. Nach: Tauschner, L., in: F. Seyfried (Hrsg.), Im Licht von Amarna. 100 Jahre Fund der Nofretete, Berlin 2012, S. 266 (Kat.-Nr. 44).
Vorstudie eines Salblöffels
Ägyptisches Museum und Papyrussammlung
Anhand der unfertig gebliebenen Werkstücke lässt sich beispielhaft das Herstellungsverfahren von Steinobjekten nachvollziehen. Bei der Fertigung eines Steinobjektes begann der Steinmetz zunächst, die Vorzeichnung mit roter Farbe auf das Werkstück aufzutragen. Diese Umrisslinien dienten ihm während der Bearbeitung als Hilfestellung. Spätere Korrekturen der Form wurden mit schwarzer Tinte markiert. Nach der abschließenden Politur konnte eine Bemalung zur Verzierung des Objektes erfolgen. Nach: Tauschner, L., in: F. Seyfried (Hrsg.), Im Licht von Amarna. 100 Jahre Fund der Nofretete, Berlin 2012, S. 266 (Kat.-Nr. 44).
Gipsmodellkopf eines Mannes
Ägyptisches Museum und Papyrussammlung
Dieser ausdrucksvolle Gipsabguss zeigt die Porträtstudie eines Mannes, welcher in der Literatur häufig mit Eje, dem späteren Pharao, assoziiert wurde. Diese Zuweisung ist allerdings rein spekulativ und entbehrt belastbarer Grundlagen, da der als Vergleich herangezogene kleine Königskopf im Ägyptischen Museum Kairo (JE 37930) ebenfalls keine namentliche Identifizierung zulässt. Die Studie, die bis zur Halspartie in allen Details durchmodelliert ist, wurde ohne Ohren gefertigt und weist eine glatte, rückwärtige Fläche auf. Der kleine Wulst rechts oberhalb der hohen Stirn stammt von dem aus der Form leicht übergequollenen Gipsmaterial. Bei genauer Betrachtung der Oberfläche dieses Abgusses lassen sich einige erstaunliche Beobachtungen machen, die hier kurz zusammengefasst werden sollen: Der sehr symmetrische Aufbau des Gesichts und die erstaunlich glatte Oberfläche des Gipses im Vergleich zu vielen anderen Abgüssen, haben bereits Günther Roeder und andere Wissenschaftler veranlasst, in dieser Studie einen „statuennahen“ Abguss zu vermuten. Dies würde bedeuten, dass eine bereits vorhandene Skulptur als „Positiv-Vorlage“ für die Form dieses Abgusses gedient hat. Ungeachtet der Frage nach der Vorlage ist festzuhalten, dass der gewonnene Abguss offensichtlich noch weiterer Überarbeitung bedurfte, deren Spuren nicht nur in der roten Bemalung erhalten geblieben sind, sondern sich auch in feinen Ritzungen der Krähenfüße am linken Auge erkennen lassen. Die feinen Furchen auf den Oberlidern und die parallel geschwungenen Stirnrunzeln stammen dagegen von der Vorlage. Auch die vertieften Augenhöhlen müssen bei der Positiv-Vorlage vorhanden gewesen sein und wurden wahrscheinlich am fertigen Abguss aufgefüllt, wobei dieser Arbeitsschritt nicht abgeschlossen wurde, da sich auf dem grob gespachtelten Gips noch einige rote Farbspuren befinden. Die kräftigen, roten Pinselstriche auf der Oberlippe markieren ebenfalls noch gewünschte Korrekturen. Die feine, senkrechte Kerbe, die leicht versetzt von der Gesichtsmitte über die Stirn bis zur Mitte des Nasenrückens verläuft, wurde häufig als Gussnaht interpretiert. F. Reither hat allerdings darauf hingewiesen, dass diese Naht wohl nicht von der Anpassung zweier Formschalen stammt, sondern bei der Abnahme einer erneut aufgelegten Tonform entstand, als man diese mit einem Messer vom dem vorhandenen Gipsabguss ablöste. Es kann daher vermutet werden, dass dieser Abguss nur als Zwischenschritt zur Gewinnung einer noch präziseren Gesichtstudie diente. Aus: Seyfried, F., in: F. Seyfried (Hrsg.), Im Licht von Amarna. 100 Jahre Fund der Nofretete, Berlin 2012, S. 312 (Kat.-Nr. 96).
Gipsmodellkopf einer Frau
Ägyptisches Museum und Papyrussammlung
Der Gipsabguss zeigt das Gesicht einer Frau, die ebenfalls am linken Ohr einen Ohrstöpsel trägt. Auch in diesem Fall könnte eine Statue dem Bildhauer als Vorlage gedient haben. Das Gesicht zeigt ähnlich idealisierte Züge wie das Beispiel ÄM 21239. Eine Besonderheit bei diesen beiden Gipsplastiken ist die Tatsache, dass man auf der gesamten Gesichtsoberfläche keine Gussnähte findet. Das heißt, die Herstellung der Modelle erfolgte aus einem Guss in einer Halbschale, was sie, neben der traditionellen Darstellungsweise, von den übrigen Privatbildnissen unterscheidet. Aus: Jung, M., in: F. Seyfried (Hrsg.), Im Licht von Amarna. 100 Jahre Fund der Nofretete, Berlin 2012, S. 314 (Kat.-Nr. 98).
Gipsmodellkopf eines Mannes
Ägyptisches Museum und Papyrussammlung
Ein auffälliges Merkmal bei diesem Gipsmodell sind die so genannten „Krähenfüße“ an beiden äußeren Augenwinkeln. Sie sind unterschiedlich gestaltet. Am linken Auge laufen die nachträglich in den Gips eingeritzten Linien strahlenförmig nach außen. Am rechten Auge sind sie ungleichmäßig gearbeitet. Vermutlich handelt es sich bei diesem Kopf um ein Übungsstück. Auf der einen Gesichtshälfte arbeitete der Bildhauer beispielhaft vor und auf der anderen Seite konnte der Lehrling üben. Aus: Jung, M., in: F. Seyfried (Hrsg.), Im Licht von Amarna. 100 Jahre Fund der Nofretete, Berlin 2012, S. 318 (Kat.-Nr. 105).
Gipsmodellkopf einer Frau
Ägyptisches Museum und Papyrussammlung
Bei dem Gipsmodell einer älteren Frau sind die Nase und der Mund leicht bestoßen und der Kopf besitzt keine Ohren. Die als „Gipswülste“ bezeichneten überstehenden Hinterlegungen des Gesichtes haben eine merkwürdige Vertiefung, die den Eindruck vermittelt, dass der Rand um das Gesicht herumgeklappt worden ist. In der Kante über der Stirn muss die Negativgipsform angesessen haben. Aus: Jung, M., in: F. Seyfried (Hrsg.), Im Licht von Amarna. 100 Jahre Fund der Nofretete, Berlin 2012, S. 316 (Kat.-Nr. 99).
Gipsmodellkopf eines Menschen
Ägyptisches Museum und Papyrussammlung
Bei der stark beschädigten Oberfläche der Gipsplastik haben sich die mandelförmigen Augen am besten erhalten. Der Bildhauer modellierte sie, wie im Beispiel ÄM 21366, nach traditionellen Gestaltungskriterien. Aus: Jung, M., in: F. Seyfried (Hrsg.), Im Licht von Amarna. 100 Jahre Fund der Nofretete, Berlin 2012, S. 318 (Kat.-Nr. 104).
Gipsmodellkopf eines Königs
Ägyptisches Museum und Papyrussammlung
Der Königskopf besteht aus zwei Fragmenten. Die Oberfläche der linken Gesichtshälfte hat sich dunkel verfärbt, was vermutlich auf eine unterschiedliche Lagerung der beiden Teile im Erdboden zurückzuführen ist. Das Stirnband ist sehr fein modelliert. Die Augenbrauen und die Augen sind plastisch herausgearbeitet, was darauf hindeutet, dass der Originalkopf vermutlich keine Einlagen aufnehmen sollte. Aus: Jung, M., in: F. Seyfried (Hrsg.), Im Licht von Amarna. 100 Jahre Fund der Nofretete, Berlin 2012, S. 328 (Kat.-Nr. 115).
Gipsmodellkopf einer Königin, wahrscheinlich Nofretete
Ägyptisches Museum und Papyrussammlung
Dieses grazile Bildnis ist das einzige vollplastische Gipsmodell einer Königin aus der Bildhauerwerkstatt und kann aufgrund der großen Ähnlichkeit – u.a. zu der berühmten bemalten Büste – mit großer Sicherheit als Studie der Nofretete bezeichnet werden. Die halbkreisförmigen erhabenen Abdrücke an den Schläfen gehören zu der typischen kronenartigen Kopfbedeckung der Königin und stützen – ebenso wie der halbkreisfömige Abschluss des Halses – die Annahme, dass als Positiv-Grundlage für die Negativform bereits ein Statuenkopf genutzt wurde. Ob dieses Vorbild aus Gestein gehauen oder in Ton modelliert gewesen war, lässt sich kaum mehr nachweisen. Für ein Vorbild in Stein könnte sprechen, dass die „Hinterschneidungen“ – wie z.B. die Bereiche hinter den Ohren und die Ohrmuschelhöhle –, die bei einem Abguss Probleme beim Herausnehmen entstehen lassen, mit Ton oder Wachs zugeschmiert worden waren und daher im Gipsmodell undifferenziert bzw. „ausgefüllt“ erscheinen. Ob dies auch für die Augenhöhlen und die vertieft angelegten Augenbrauenbögen gilt, die bei einer vollendeten Statue mit anderen Materialien eingelegt werden sollten, oder ob diese auch bei dem „Vorlagen-Modell“ nur vergleichsweise zart angedeutet wurden, kann kaum stichhaltig beurteilt werden. Auffällig an dem feingliedrigen Modellkopf sind die zahlreichen Gussnähte und Linien – insbesondere seitlich am Hals sowie entlang der Ohren und Schläfen, die für eine mehrteilige Abformung von einem Original sprechen und so auf eine zusammengesetzte Gussform schließen lassen. Auch wenn die Lippen des Gipsporträts etwas voller gestaltet erscheinen, kommt dieses Modell unter allen bekannten Bildnissen der Königin dem Abbild der bemalten Büste in ihren Proportionen und Gestaltungsmerkmalen am nächsten und besticht durch seine zurückhaltende, zarte und anmutige Ausformung der Gesichtszüge. Aus: Seyfried, F., in: F. Seyfried (Hrsg.), Im Licht von Amarna. 100 Jahre Fund der Nofretete, Berlin 2012, S. 324 (Kat.-Nr. 112).
Gipsmodellkopf eines Königs oder einer Königin
Ägyptisches Museum und Papyrussammlung
Der unterlebensgroße Kopf gehört zu den rundplastischen Studien der königlichen Porträtköpfe. Die Identität der dargestellten Person ist unbekannt, es muss sich jedoch um einen König oder eine Königin handeln. Denn der Abguss besitzt die unverwechselbaren königlichen Merkmale: ein Kronenband sowie die Ansätze einer Krone über den Schläfen. Während Roeder den Kopf als Darstellung der Nofretete klassifiziert, kann die These, dass es sich hier um einen Prinzen handelt, nicht bestätigt werden. Weder Prinzen noch Prinzessinnen haben diese Art Krone im Alten Ägypten getragen. Kopf und Hals wurden beide separat in Raum 19 des Hauses P 47.2 gefunden. Das Gesicht ist auf der rechten Hälfte stärker verwittert und war vielleicht auf dieser Seite längere Zeit der Luft ausgesetzt. Bei diesem Beispiel sind vertieft ausgearbeitete Augenbrauen und Augenhöhlen sichtbar. Diese Aussparungen stammen vom Original und sollten ursprünglich Einlagen aus anderen Materialien aufnehmen. Die Vermutung liegt nahe, dass es sich bei diesen Beispielen um direkte Abformungen von Statuen handelt. Ebenso ist es wahrscheinlich, dass viele Gipsporträts als Modelle beziehungsweise als Übungsstücke in den Bildhauerwerkstätten dienten. Aus: Jung, M., in: F. Seyfried (Hrsg.), Im Licht von Amarna. 100 Jahre Fund der Nofretete, Berlin 2012, S. 326 (Kat.-Nr. 113).
Gipsmodellkopf einer älteren Frau
Ägyptisches Museum und Papyrussammlung
Das Gesicht der älteren Frau zeigt die typischen Altersmerkmale eines privaten Gipsporträts. Der Bildhauer war beispielsweise bemüht, die schon erschlaffte Haut hervorzuheben. Die Tränensäcke unter den Augen, die ausgeprägte Nasolabialfalte sowie die Furchen auf der Stirn sind äußerst realistisch wiedergegeben. Für dieses Modell dienten zwei Halbschalen als Vorlage, die Gipsnaht auf dem Haaransatz, der Stirn und der Nasenwurzel ist eindeutig erkennbar. Aus: Jung, M., in: F. Seyfried (Hrsg.), Im Licht von Amarna. 100 Jahre Fund der Nofretete, Berlin 2012, S. 320 (Kat.-Nr. 107). Jung, M., in: F. Seyfried (Hrsg.), Im Licht von Amarna. 100 Jahre Fund der Nofretete, Berlin 2012, S. 320 (Kat.-Nr. 107).
Gipsmodellkopf eines Königs
Ägyptisches Museum und Papyrussammlung
Die Dreiecksform des Gesichtes und das schmale Kinn ähneln den bekannten Darstellungen des Königs Echnaton, doch als identifizierendes Merkmal ist dies nicht ausreichend. Die mimische Gestaltung ist bei allen hier gezeigten Königsporträts sehr ähnlich und muss als idealisiert und schematisch bezeichnet werden. Aus: Jung, M., in: F. Seyfried (Hrsg.), Im Licht von Amarna. 100 Jahre Fund der Nofretete, Berlin 2012, S. 328 (Kat.-Nr. 117).
Gipsmodellkopf eines Mannes, fragmentarisch (untere Gesichtshälfte)
Ägyptisches Museum und Papyrussammlung
Diese Bildhauerstudie zeigt lediglich einen Mund, den unteren Teil der Nase sowie Teile der Wangen und des Kinns. Aufgrund der Modellierung der Lippen kann man davon ausgehen, dass dieses Stück als Vorlage und Anschauungsobjekt für einen königlichen Porträtkopf diente. Aus: Jung, M., in: F. Seyfried (Hrsg.), Im Licht von Amarna. 100 Jahre Fund der Nofretete, Berlin 2012, S. 330 (Kat.-Nr. 118).
Gipsmodellkopf eines Königs, wahrscheinlich Amenophis' III.
Ägyptisches Museum und Papyrussammlung
Unter den vollplastischen Gipsmodellen königlicher Personen, die aufgrund des deutlich vorhandenen Kronenansatzes alle zu den so genannten „statuennahen“ Abgüssen gehören, hebt sich dieses Gesicht durch seine vollkommen abweichende Physiognomie von den anderen königlichen Studien ab. Das füllige Gesicht zeichnet sich durch einen hohen Grad an Symmetrie aus. Nicht nur die pausbäckigen Wangen und die kräftige, fleischige Nase, der volle Mund mit den leicht aufgeworfenen Lippen sowie das runde Kinn und der geradezu stämmige, kurze und breite Hals, sondern auch die charakteristisch geformten Augen mit den nur angedeuteten Brauenbögen haben bereits Borchardt dazu veranlasst, in diesem Abguss ein Bildnis Amenophis’ III. zu vermuten. Diese Zuweisung ist aufgrund zahlreicher Parallelen sehr wahrscheinlich. Der Porträtkopf zeigt den König in einer idealisierten, auf Altersmerkmale verzichtenden Studie. Daher erscheint es auch plausibel, dass als Vorbild der Gussform eine Steinskulptur des Pharao gedient hatte. Die erst jüngst angefertigten computertomographischen Aufnahmen zeigen deutlich, dass der Kopf in einer Vollform gegossen wurde, was durch die Abdrücke einer hölzernen Bodenplatte am Hals schon von den Ausgräbern und Roeder vermutet wurde. Ob diese Form aus mehreren passgenauen Einzelstücken zusammengefügt war und daher sogar mehrfach verwendet werden konnte, worauf eventuell die seitlich am Hals sichtbaren Nähte hindeuten, ist noch nicht abschließend geklärt. Die sehr feine senkrechte Linie, die über Stirn, Nase, Mund und Hals verläuft, kann zumindest nicht von einer Halbschalenform herrühren, sondern entstand eventuell bei einer weiteren Abformung dieses Modells. Das mehrstufige Ausgussverfahren mit der leicht blasig-gewellten Abschlussfüllung wurde bereits an anderer Stelle in diesem Katalog geschildert. Sollte die Zuweisung an Amenophis III. Bestand haben – und ungeachtet der Tatsache, dass einige Darstellungen des Königs seine Verehrung in Amarna belegen –, stellt sich die Frage, welchen Zweck das lebensgroße Modell des Pharao während der ausgehenden Amarna-Zeit in der Werkstätte der Bildhauer erfüllte oder ob es schlicht aus persönlichen Gründen nicht „entsorgt“, sondern in den Gipswerkstätten schon seit längerer Zeit aufbewahrt wurde. Aus: Seyfried, F., in: F. Seyfried (Hrsg.), Im Licht von Amarna. 100 Jahre Fund der Nofretete, Berlin 2012, S. 322 (Kat.-Nr. 111).
Gipsmodellkopf eines Mannes
Ägyptisches Museum und Papyrussammlung
Das Gesicht des Mannes vermittelt einen sehr lebendigen Eindruck. Die Augen sind durch das zweitgeteilte Oberlid auffallend gestaltet. Das trifft auch auf die eingeritzten Linien an der Nasenwurzel zu, die auf einen angespannten Gesichtsausdruck hindeuten. Das Gipsmodell besitzt noch eine weitere Besonderheit: Der vordere Teil des Gesichtes ist durch einen an der Seite sichtbaren, vertikalen, leicht schrägen Schnitt vom hinteren Teil getrennt. Warum dieser Schnitt gesetzt wurde, bleibt unklar. Aus: Jung, M., in: F. Seyfried (Hrsg.), Im Licht von Amarna. 100 Jahre Fund der Nofretete, Berlin 2012, S. 316 (Kat.-Nr. 101).
Gipsmodellkopf eines Mannes
Ägyptisches Museum und Papyrussammlung
Die individuellen Gesichtszüge des Mannes kommen hier vor allem bei der Augenpartie zum Ausdruck. Die Oberlider sind stark nach unten gezogen, weswegen die Augenspalte kaum geöffnet ist. Auch der spitz zulaufende äußere Augenwinkel ist ein persönliches Merkmal des Dargestellten. Unterhalb der Augen und der Nase zeigen sich deutlich glättende Überarbeitungsspuren, während überall sonst kleine Löcher zu sehen sind, die ein Resultat der Luftblasenbildung beim erhärtenden Gips darstellen. Aus: Jung, M., in: F. Seyfried (Hrsg.), Im Licht von Amarna. 100 Jahre Fund der Nofretete, Berlin 2012, S. 320 (Kat.-Nr. 108).
Gipsmodellkopf einer Frau
Ägyptisches Museum und Papyrussammlung
Der Porträtkopf zeigt das vollständig erhaltene Gesicht und den Hals eines Mannes. Die halbrunde Ausarbeitung des Halses, der sich ursprünglich nach unten hin verjüngt hatte, wurde in einem zweiten Arbeitsschritt mit einer weiteren Gipsschicht bearbeitet und verbreitert. Die raue Oberfläche der ersten Schicht unterscheidet sich von der glatten Fläche an den Außenseiten des Halses. Aus: Jung, M., in: F. Seyfried (Hrsg.), Im Licht von Amarna. 100 Jahre Fund der Nofretete, Berlin 2012, S. 320 (Kat.-Nr. 109).
Gipsmodellkopf eines Mannes
Ägyptisches Museum und Papyrussammlung
Das runde Gesicht der dargestellten Person weist ungewöhnliche Proportionen auf. Die Stirn ist sehr niedrig und stark gewölbt, die Augen scheinen viel zu klein im Verhältnis zur Gesichtsgröße. Die Augen sind tief ausgearbeitet und stehen im Gegensatz zu den plastisch betonten Wangenknochen. Als Alterskennzeichen dienen die Nasolabialfalte sowie die Falten in den äußeren Augenwinkeln. Aus: Jung, M., in: F. Seyfried (Hrsg.), Im Licht von Amarna. 100 Jahre Fund der Nofretete, Berlin 2012, S. 316 (Kat.-Nr. 102).
Gipsmodellkopf eines Mannes
Ägyptisches Museum und Papyrussammlung
Dieses Gipsmodell umfasst nur das unmittelbare Gesichtsfeld. Es zeigt die reduzierteste Form der gefundenen Abgüsse, bei denen Ohren und Hals nicht mit abgeformt sind. Auch hier kennzeichnen individuelle Merkmale das Gesicht des Mannes: der leicht zusammengekniffene Mund, die breite Nase sowie die Betonung der Wangenknochen. Die Augengestaltung ist mit ÄM 21228 vergleichbar, ob es sich um die gleiche Person handelt, kann nicht eindeutig geklärt werden. Aus: Jung, M., in: F. Seyfried (Hrsg.), Im Licht von Amarna. 100 Jahre Fund der Nofretete, Berlin 2012, S. 320 (Kat.-Nr. 110).
Gipsmodellkopf des Königs Echnaton
Ägyptisches Museum und Papyrussammlung
„Bei der Beschreibung seines Gesichtes […] dürfen die Jahrtausende uns nicht von dem zutreffenden Gleichnis abschrecken, dass es aussah wie das eines jungen, vornehmen Engländers von etwas ausgeblühtem Geschlecht: langgezogen, hochmütig und müde, mit nach unten ausgebildetem, also keineswegs mangelndem und dennoch schwachem Kinn, einer Nase, deren schmaler, etwas eingedrückter Sattel die breiten, witternden Nüstern desto fallender machte, und tief träumerisch verhängten Augen, von denen er die Lider nie ganz aufzuheben vermochte, und deren Mattigkeit in bestürzendem Gegensatz stand zu der nicht aufgeschminkten, sondern von Natur krankhaft blühenden Röte der sehr vollen Lippen.“ (Thomas Mann) Mit diesen Worten schildert Thomas Mann den Kopf des Königs Echnaton. Dieser Porträtkopf bildet eine Ausnahme unter den vielen königlichen Gipsmodellen. Er unterscheidet sich durch seine mit wenigen Pinselstrichen gesetzten Akzente von den Porträtköpfen, die sich an dem traditionellen Darstellungskanon orientieren und daher mehr idealistisch wirken. In dem hier gezeigten Beispiel ist die Zuordnung eindeutig: der Kopfumriss und die individuelle Physiognomie mit den leicht geöffneten Augen, der langen Nase, den vollen Lippen sowie der dreieckigen Gesichtsform verweisen explizit auf den Pharao. Die mimische Gestaltung ist typisch für Echnaton, auch wenn der bekannte expressive Gesichtsausdruck der frühen Jahre hier nicht vorhanden ist. Bei dem vollplastisch gegossenen Kopf mit Schulteransatz wurde das Kronenband nur schwach plastisch ausgeführt. Das untere Ende des Stirnbandes wurde nachträglich durch einen dünnen farbigen Strich gekennzeichnet. Auch die Augenbrauen und die Augenränder sind schwarz bemalt. Feine Linien markieren die Oberlidfurche, die Nasolabialfalte, die Nasenflügel sowie Nasenlöcher und vermitteln so einen lebendigen, optischen Gesamteindruck. An den Schläfen sind die Aussparungen für den Kronenansatz sichtbar, wobei auf der linken Seite die Noppenstruktur der Blauen Krone zu erkennen ist. Im Nacken des Gipsmodells wurde ein senkrecht liegendes Kronenband mit abgeformt. Der Abguss entstand vermutlich aus zwei Formstücken, da man auf der Stirn und dem darüberliegenden Band noch Reste einer retuschierten Mittelnaht erkennen kann. Als Vorlage für diese Gipsplastik diente offensichtlich ein Statuenkopf, von dem der Bildhauer eine maßstabsgetreue Kopie angefertigt hat. Vermutlich handelt es sich bei diesem Porträtkopf um ein fertiges Modell und Anschauungsstück in einer Werkstatt. Aus: Jung, M., in: F. Seyfried (Hrsg.), Im Licht von Amarna. 100 Jahre Fund der Nofretete, Berlin 2012, S. 332 (Kat.-Nr. 120).
Gipsmodellkopf eines Königs
Ägyptisches Museum und Papyrussammlung
Viele Königsporträts, die im Haus P 47.2 in Raum 19 gefunden wurden, können keinem bestimmten König zugeordnet werden. Sie zeigen wahrscheinlich auch nicht die gleiche Person. Bei diesem Beispiel verwundern der extrem lange Hals und dessen runder Abschluss. Die originale Vorlage des Gipsabgusses war vermutlich Teil einer Kompositstatue. Aus: Jung, M., in: F. Seyfried (Hrsg.), Im Licht von Amarna. 100 Jahre Fund der Nofretete, Berlin 2012, S. 328 (Kat.-Nr. 114).
Gipsmodell eines rechten menschlichen Ohres
Ägyptisches Museum und Papyrussammlung
Im Jahre 1912 stieß Borchardt auf die Mauern eines umfangreichen Komplexes, der als Wohn- und Arbeitsort des Oberbildhauers Thutmosis identifiziert wurde. In den Werkstätten dieser großflächigen Anlage befanden sich, neben der berühmten Büste der Nofretete, zahlreiche Einzelteile für Statuen. Bei diesen Teilen handelte es sich meist um Körperteile, die aus verschiedensten Materialien hergestellt wurden und die miteinander kombiniert werden konnten. Die fertige Statue bestand somit aus einer Komposition einzelner Stücke, was den Fachterminus „Kompositstatue“ prägte. In der Werkstatt befanden sich zudem viele unfertige Reliefs, Büsten und Statuen. Es ist deshalb nicht immer eindeutig zu erkennen, ob es sich um Teile für Kompositstatuen oder um Bildhauermodelle handelt. Als Material für Bildhauermodelle eignete sich vor allem Gips oder Kalkstein, da diese einfach zu bearbeiten waren und in ausreichender Menge zur Verfügung standen. Neben den Gesichtsstudien wurden aber auch Details einzelner Körperteile hergestellt, wie es das Ohrmodell (ÄM 21235) zeigt. Charakteristisch ist das durchstoßene Ohrloch, das erst seit der Zeit Echnatons in der Bildhauerkunst nachweisbar ist. Nach: Rattmann, A., in: F. Seyfried (Hrsg.), Im Licht von Amarna. 100 Jahre Fund der Nofretete, Berlin 2012, S. 356 (Kat.-Nr. 133).
Gipsmodellkopf eines Königs
Ägyptisches Museum und Papyrussammlung
Der Porträtkopf zeigt wohl ein älteres Gesicht mit betonter Nasolabialfalte. Besondere Beachtung verdient der Kronenansatz über den Schläfen. Die verzierten Flächen mit kleinen noppenartigen Kreisen weisen auf die Struktur der Blauen Krone hin. Diese Krone war allein dem König vorbehalten. Auch hier weist die Ausarbeitung der Details auf eine bereits existierende Statue hin. Aus: Jung, M., in: F. Seyfried (Hrsg.), Im Licht von Amarna. 100 Jahre Fund der Nofretete, Berlin 2012, S. 328 (Kat.-Nr. 116).
Gipsmodellkopf einer Frau
Ägyptisches Museum und Papyrussammlung
Der Porträtkopf zeigt das Gesicht einer Frau, deren Nase und Mund stark beschädigt sind. In die Oberlider der Augen wurde, wie bei vielen Gipsporträts, eine zusätzliche Linie, eine Augenfurche, geritzt. Auf der Stirn und dem Perückenansatz tritt eine deutliche Gussnaht hervor. Aus: Jung, M., in: F. Seyfried (Hrsg.), Im Licht von Amarna. 100 Jahre Fund der Nofretete, Berlin 2012, S. 318 (Kat.-Nr. 106).
Gipsmodellkopf des Königs Echnaton
Ägyptisches Museum und Papyrussammlung
Der Abguss umfasst nur die vordere Hälfte des Kopfes sowie den Hals mit Schulteransatz und gehört daher nicht zu den vollplastischen Abgüssen „statuennaher“ Bildnisse des Königs. Das Gesicht weist wie in Beispiel ÄM 21351 die typischen Merkmale Echnatons auf: Die schmalen Wangen, der volle Mund, das markante Kinn und die dreieckige Gesichtsform ordnen diesen Abguss eindeutig dem König zu. Auch bei diesem Kopf fehlt der expressive Gesichtsausdruck der frühen Jahre, wie man ihn von vielen Statuen und Reliefs kennt. Dieser Fund bestätigt die Annahme, dass die Gipsmodelle in der Werkstatt aus den letzten Regierungsjahren des Königs stammen. Die Abgüsse der königlichen Porträtköpfe, die alle das Stirnband und den Kronenansatz an den Schläfen aufweisen, standen vermutlich als Vorlage für weitere Modelle und Statuen zur Verfügung und wurden von bereits existierenden Skulpturen abgeformt. Aus: Jung, M., in: F. Seyfried (Hrsg.), Im Licht von Amarna. 100 Jahre Fund der Nofretete, Berlin 2012, S. 330 (Kat.-Nr. 119).
Vorstudie einer Lotosblüte
Ägyptisches Museum und Papyrussammlung
Anhand der unfertig gebliebenen Werkstücke lässt sich beispielhaft das Herstellungsverfahren von Steinobjekten nachvollziehen. Bei der Fertigung eines Steinobjektes begann der Steinmetz zunächst, die Vorzeichnung mit roter Farbe auf das Werkstück aufzutragen. Diese Umrisslinien dienten ihm während der Bearbeitung als Hilfestellung (ÄM 30352). Spätere Korrekturen der Form wurden mit schwarzer Tinte markiert. Nach der abschließenden Politur konnte eine Bemalung zur Verzierung des Objektes erfolgen. Nach: Tauschner, L., in: F. Seyfried (Hrsg.), Im Licht von Amarna. 100 Jahre Fund der Nofretete, Berlin 2012, S. 266 (Kat.-Nr. 44).
Gipsmodellkopf eines Mannes, fragmentarisch
Ägyptisches Museum und Papyrussammlung
Der Gipsabguss des Mannes ist nur fragmentarisch erhalten. Der untere Teil des Gesichtes ist im Vergleich zur Augenpartie nicht mehr zu erkennen. Die mandelförmige Gestaltung der Augen ist typisch für die Amarnazeit und erinnert an „statuen-nahe“ Bildnisse. Aus: Jung, M., in: F. Seyfried (Hrsg.), Im Licht von Amarna. 100 Jahre Fund der Nofretete, Berlin 2012, S. 318 (Kat.-Nr. 103).
Gipsmodellkopf einer Frau
Ägyptisches Museum und Papyrussammlung
Die Zahl der erhaltenen Gipsmodelle von Privatpersonen aus der Depotkammer in Haus P 47.2 ist bemerkenswert. Sie sind in den meisten Fällen lebensgroß und repräsentieren Männer und Frauen. Viele von ihnen tragen persönliche und sehr individuelle Züge. Es gibt aber auch Beispiele, die an den typischen Darstellungskanon von Statuen der Amarnazeit anknüpfen. Bei diesem Objekt handelt es sich wahrscheinlich um die Studie einer Frau. Der Gipsabguss zeigt ihr Gesicht und den Hals. Sie trägt eine Löckchenperücke, die sich oberhalb der Stirn und auf der linken Seite erhalten hat, sowie knopfartige Ohrringe. Diese „pilzförmigen Stöpsel“ zählen zu den bekanntesten Formen des Ohrschmucks im Neuen Reich. Das jugendliche Gesicht erinnert an eine Statue, denn es lassen sich kaum spezifische Altersmerkmale feststellen und das Haar ist bereits wie bei einer Skulptur angedeutet. Die leicht schräg gestellten mandelförmigen Augen sowie die Bearbeitung des Gesichtes sprechen für eine stilisierte und idealisierte Darstellung. Damit gehört dieser Gipsabguss zu den wenigen Beispielen privater Modellköpfe, die ähnlich wie die königlichen Bildnisse nach einem vorgegebenen Schema angefertigt wurden. Eventuell diente bei diesem Beispiel bereits eine Statue als Vorlage für den Bildhauer. Ungeklärt bleibt weiterhin die Frage, zu welchem Zweck die privaten Gipsmodelle gefertigt sind. Die Forschungsmeinung, dass sie als Vorlage für lebensgroße Privatplastik dienten, würde nur im Grabkontext greifen. Vielleicht fungierten diese Modelle als Vorlage für Grabstatuen, die unmittelbar aus dem Felsen gehauen wurden. Da nicht alle Privatgräber in Amarna fertiggestellt worden sind und viele der Grabstatuen nur in Ansätzen begonnen wurden, dürfte hier der wahrscheinliche Verwendungskontext liegen. Aus: Jung, M., in: F. Seyfried (Hrsg.), Im Licht von Amarna. 100 Jahre Fund der Nofretete, Berlin 2012, S. 314 (Kat.-Nr. 97).
Abguss einer Bildhauerstudie eines linken menschlichen Fußes, fragmentarisch
Ägyptisches Museum und Papyrussammlung
Gipsmodellkopf eines Mannes, fragmentarisch
Ägyptisches Museum und Papyrussammlung
Der Gipskopf wurde aus mehreren Fragmenten zusammengesetzt. Bei den vorhandenen Gesichtspartien finden sich deutliche Überarbeitungsspuren, die sich vor allem an der glatten Gipsoberfläche zeigen. Unter dem linken Auge wurden schematisch Linien eingeritzt, die über den Tränensack hinaus laufen. Eine Besonderheit stellt der untere Bereich des Kinns dar, bei dem Muskeln und Sehnen äußerst naturalistisch wiedergegeben wurden. Aus: Jung, M., in: F. Seyfried (Hrsg.), Im Licht von Amarna. 100 Jahre Fund der Nofretete, Berlin 2012, S. 316 (Kat.-Nr. 100).