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Objekttyp: Brautkrone
(chin. feng guan 鳯冠)
Ethnologisches Museum
Die Brautkrone , chin. feng guan besteht aus Federemaille, Metall, Perlen, Steinen und Stoff. Zur Herstellung der Federemaille werden die türkisfarben schillernden Federn des in ganz China heimischen Eisvogels fei-tsúi (Alcedo bengalis), und zwar von den Federn nur die Fahne ohne Kiel, verwendet. Die Krone hat die Gestalt einer halbkugeligen Haube, deren hintere Hälfte abgeschnitten ist, so daß sie nur den Vorderkopf bedeckt und bis zur Mitte des Scheitels reicht. Ihren hinteren Rand umläuft ein senkrechtstehendes, langetikettiertes Band aus gestärktem roten Stoff, das durch ein weitläufiges Messingdrahtgitter versteift wird. Ihren Halt gewinnt sie durch ein Drahtgerüst, das sich zusammensetzt aus einem gepunzten breiten Rand von vergoldetem Messingblech, der menschlichen Stirnform nachgebogen, von dem von der Mitte ausgehend konzentrische Bögen in die Höhe streben, deren Enden auf der Rückseite des Messingbandes durch Doppelösen gezogen und auf diese Weise befestigt sind. Die Bögen werden durch Querstreben aus Messingdraht untereinander verbunden und geben der Haube ihre Form. Dieses Drahtgerüst ist auf der Innenseite durch ein dünn mit Seidenwatte gefülltes Steppfutter aus Kattun gepolstert, dessen rote Farbe durch Lücken zwischen den Ornamenten hindurchschimmert. Das Stirnband der Brautkrone wird am unteren Rand durch ein Netzwerk aus Wachsperlen in "Fischgrätenmuster" verbreitert. Am Netzwerk befinden sich Perlengehänge mit vierblättrigen Kronen, die tropfenförmige Edelsteine von vier verschiedenen Arten umschließen. Die Außenseite der Brautkrone ist reich mit Ornamenten aus Federemaille bedeckt. Allen Ornamenten liegt neben der Schmuckwirkung eine symbolische Bedeutung zugrunde. Über dem Stirnband ist eine Gruppe von neun fliegenden Phönixen angeordnet. Alle Vögel halten eine Messingdrahtöse in ihren Schnäbeln, in die ein Perlengehänge lose eingehakt ist. Verschiedene Drachengruppen bilden das Hauptornament auf dem Kopf der Krone. Im Zentrum befindet sich ein Medaillon-Drache "tuan-lung", den in zwei übereinanderliegenden Ebenen je zwei gegenständige Drachen krönen. Zwischen den Drachengruppen befinden sich kleine fliegende Phönixe. Der hochstehende Kronenabschluß, der die langetikettierte Form eines "Wolken- oder Ju-i-Randes mit Wolkenköpfchen an seinen Enden erhalten hat, trägt sowohl auf seiner Vorder- als auch auf seiner Rückseite ein Dekor verschiedener Ornamentgruppen. Eine Art Ohrgehänge hängt an den Ohren an dem "Wolkenköpfchen"-Ende der Haubenumrahmung. Es hat die Form eines Blumenkorbes von bauchiger Gestalt mit Bügelhenkel, drei kurzen Füßen und weitgeschwungenem Rand. (Aus: Körner, Brunhild, Baessler-Archiv,1958
Brautkrone, auf einem Brett aufgenagelt
Museum Europäischer Kulturen
Die zur Zierde und Erinnerung auf einem Holzuntergrund drapierten Brautkronen (vienec auf slowakisch, i.e. Kranz) wurden sehr wertgeschätzt und in der Regel eingerahmt an die Wand gehängt. Jedes Dorf hatte eigene Moden für Brautkronen, die sehr aufwendig und teuer in der Produktion waren. Nicht jeder konnte sich eine leisten, sodass sie zum Teil auch verliehen wurden. Vergleichbare Objekte finden sich in den Museen in Novi Sad und Backi Petrovac. Sie sind jedoch deutlich stärker verziert und enthalten häufig auch Teile der Hochzeitstracht der Männer. Es ist davon auszugehen, dass diese Brautkrone nicht mehr wirklich wertgeschätzt wurde. Sie ist in einem nicht sehr guten Zustand und hat u.a. keine Glasabdeckung; vermutlich war sie auf einem Dachboden verstaut und spielte - womöglich aufgrund ihres Alters (s.o.) - keine wichtige Rolle mehr für den/die Vorbesitzer:in.
Museum Europäischer Kulturen
Das ganze Material der Krone ist gekauft. Die Anfertigung besorgen die Brautjungfern. Die Stitte des Kronetragens kommt in der Bukuwina häufig vor. Erworben vom Sammler Gustav-Adolf Küppers auf dessen zweiter Sammelreise durch Südosteuropa im Jahr 1936. Laut nachträglich verfassten Reiseberichten wurde die Kappe im Ort Cutul Vanator (rum.)/Striletzki Kut (ukr.) erworben. Hier erwirbt Küppers insgesamt über 50 Objekte, maßgeblich vermittelt durch den Kunsthistoriker, Volkskundler und Senator Vladimir von Zaloziecky. Hier wohnt er unter anderem einer Hochzeit bei und fotografiert das Brautpaar. Er erwirbt zudem die Objekte, die mit der Hochzeit in Verbindung stehen.
Altenburger Hormt
Museum Europäischer Kulturen
Das Hormt besteht aus einem mit rotem Wollstoff überzogenen breiten Pappzylinder. Innen ist er mit rotgrundigem, kleingemusterten Baumwolldruckstoff gefüttert. Außen ist das Hormt mit einer zweimal umlaufende Posamentenborte aus goldtonigen Flachfäden und Lahn geschmückt. Darunter befinden sich fünf vergoldeten Silberplatten, die durch Scharniere verbunden sind. Jede Platte hat 10 Silberbuckel, zweireihig angeordnet, mit einem Ring, in dem je ein kirschblattförmiges, graviertes Messingblättchen hängt. Zwei Blättchen mit Gravierung "M.F.S. 1771 Renoviert" und "GSRB 1830", ein Blättchen gestempelt "AB", Hand im Ring und "AM" sowie ein Blättchen mit "AB", Hand im Ring und "1730". Den Aufbau bildet ein aufgesetzter, mit rotem Samtband umwickelter, wulstiger Bügel, der mit Stoffblüten, Spiegeln, Silberkantillen und Perlen besetzt ist. Hinten befinden sich zwei bis zur Hüfthöhe herabhängende Bänder und gelegte Doppelschleifen. Ein zweites Band ist über das Hormt geführt und wird vorn zur Schleife gebunden. Alle Bänder bestehen aus rot-grün gemusterter Seide. Die geschnittenen Ränder sind mit kleinen Volants und Silberpailletten verziert.
Altenburger Hormt
Museum Europäischer Kulturen
Zylinder mit Goldspitzen besetzt, behängt mit Metallplättchen, 2 Bügel mit bunten Papierblumen, lange grün-rote Seidenbänder "HORMET".
Museum Europäischer Kulturen
Kopfring besteht aus schmalem, rosa bezogenem, Pappreifen; darauf Mittelstreifen aus dunklem Samt, auf diesem sind Rosetten aus Draht und Perlen über Goldfolie befestigt; im Ring ein eingesetzter Holzreifen mit einer Unzahl radialer Drähte, die den schüsselförmigen Aufbau bilden, sie sind mit Band oder Goldpapier umwickelt; oben und unten auf dem Gerüst je ein Kranz roter (bzw. rosafarbener) Stoffblumen; Gehänge aus Perlchen und Flindern; Rosetten aus Drahtschlingen und Perlen; einzelne farbige Steine bzw. Spiegel.
Schapel
Museum Europäischer Kulturen
Der Kronenaufbau besteht aus radialen bogig aufwärts gerichteten Drähten. Innen ist er mit Goldfolie ausgekleidet. Außen ist er mit sehr großen Spiegeln, Ketten farbiger Glaskugeln und künstlichen Rosen dicht behängt. Am Oberrand befindet sich ein Kranz mit künstlichen Blumen und Blättern. Wegen der Schwere der Krone befindet sich unter dem Kopfteil ein Polsterring.
Museum Europäischer Kulturen
Die Krone besteht aus einem großen Pappzylinder, der mit rotem Stoff überzogen ist. Er ist mit einer Schicht großer korallenroter Glasperlen völlig bedeckt. An jeder dieser Perlen ist ein gefädeltes Anhängsel verschiedener bunter, kleiner Perlen angebracht. Der Deckel besteht aus Papier, besetzt mit rosafarbenen Seidenband und einer in Plattstich gestickten weißen Blume mit kleinen Perlen. Die Stickerei wird von einer roten Borte eingerahmt. Die Trachtenschneiderin Sophie Sieburger aus Vornhagen/Niedersachsen fertigte die Brautkrone 1967 für das damalige Museum für Deutsche Volkskunde in West-Berlin an. Die großen roten Glasperlen wurden extra über die innderdeutsche Grenze hinweg aus Lauscha/Thüringen besorgt, das sie seinerzeit nur dort hergestellt wurden.
Museum Europäischer Kulturen
Das röhrenförmige Drahtgestell ist innen mit gelbem Seidenresten benäht und außen mit Goldfolie belegt. Auf der Goldfolie sind aus goldenen und silbernen Gespinsten unterschiedliche Rosetten angebracht. In der Mitte der Rosetten befinden sich verschieden farbige Glassteine oder goldfarbene Pailletten.
Museum Europäischer Kulturen
Durch Holzreifen gesteiftes, ringförmiges Drahtgestell. Das Gestell ist umwickelt mit künstlichem Myrthengrün. In diesem sind weiße Stoffblumen, Gehänge aus silbrigen und einigen goldenen Perlen, herabhändende Spiraldrähtchen mit glockenförmigen Endfinder. Oberrand mit Zackenkranz aus Perlen. An den Seiten je ein Gehänge aus Silberperlen, das in dreifacher Blütentraube endet.
Museum Europäischer Kulturen
Der Kopfring besteht aus versteiftem weißen Leinengewebe besetzt mit Rosetten aus Draht sowie Pailetten und Plättchen aus beschichteter Folie. Am unteren Rand sind mehrere weiße und ein rotes Seidenband angebracht. Die Seidenbänder sind teilweise nur noch in Fragmenten erhalten. An der Innenseite des Kopfrings sind zwei Holzreifen, vermutlich aus Weidenzweigen gefertigt, eingesetzt und mit radialen Drähten umgeben, die den schüsselförmigen Aufbau der Krone bilden. Abwechselnd sind die Drahtgerüste mit rosa und naturfarbenen sowie gelb und naturfarbenen Bändern umflochten. Dem Flechtgerüst aufgesetzt sind zweifarbige Seidenrosetten in Gelb und Rot. Das Gehänge der Krone besteht aus einer Vielzahl an Perlchen und Flindern sowie Rosetten aus Drahtschlingen und Perlen und Spiegelplättchen.