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Objekttyp: Deckelkasten
Achtseitiges Kästchen mit Minneszenen und -texten
Kunstgewerbemuseum
Zwei Wappen der Basler Achtburger-Geschlechter Fröweler und Relin auf dem flachen Deckel erweisen das oktogonale Kästchen mit Lederbezug als Brautgeschenk aus der Zeit um 1330/40. An den Seiten erscheinen vor krabbenbesetzten Kielbögen vier gekrönte Frauen und vier Männer unterschiedlichen Alters, die paarweise einander zugewandt sind. Alle Figuren halten Spruchbänder, in denen der Text einer Minnerede erscheint. LL
Kästchen mit Darstellung des Quintanaspiels
Kunstgewerbemuseum
Das truhenförmige Kästchen schmücken an allen Seiten und auf dem Deckel flach reliefierte, in Kreidegrund modellierte Darstellungen, die buntfarbig gefaßt sind. Der Grund ist vergoldet und dicht punziert. Die Mitte des Deckels nimmt ein großer Brunnen ein, der Liebesbrunnen inmitten des Liebesgartens. Rechts ein Liebespaar, dem sich auf der anderen Seite eine Dame mit Schriftband zuwendet. An der Rückseite ein großer Adler, an den Schmalseiten Kronen. Die Vorderseite des Kästchens zeigt das um 1400 und in der ersten Hälfte des 15. Jahrhunderts beliebte "Quintanaspiel", ein Gesellschaftsspiel, bei dem versucht wird, eine sitzende Dame mit der vorgestreckten Fußsohle so umzustoßen, daß sie nach rückwärts fällt. Hier wird sie von einer anderen im Rücken gestützt, während von rechts eine dritte mit vehement schwingendem Rock und weiten wehenden Ärmeln entgegenstürmt. Das kunstvoll verzierte Kästchen war wohl, so lassen diese Darstellungen vermuten, einst das Geschenk eines Herren an seine Dame. Dietrich Kötzsche
Schatulle mit Venus als Deckelfigur und Sinnbildern der vier Jahreszeiten
Kunstgewerbemuseum
Auf den vergoldeten Flächen dieser achteckigen, verschließbaren Schatulle erscheint ein reicher, durchbrochener Rankendekor. Fruchtfestons am Sockel und Hermen am Deckel akzentuieren Form und Dekor. Im Zentrum der Seiten befinden sich jeweils plastische Personifikationen einer Jahreszeit, auf der Front die Sitzfigur des Frühlings mit Blumen in den Händen. Als bekrönende Liegefigur ist die Liebesgöttin Venus dargestellt. Der aufwendige, die Schatulle wie ein Netz überziehende Rankendekor ist charakteristisch für viele Silber- und Goldschmiedearbeiten um die Wende zum 18. Jahrhundert. Danzig war neben Königsberg das bedeutendste Goldschmiedezentrum im Osten. Christian I Pichgel (1652–1700, Meister 1681), der dieses Stück schuf, stammte aus einer Familie von Goldschmieden. SN
Ethnologisches Museum
Eintrag im historischen Hauptkatalog: "ein kleiner DEckelkasten aus Stein (dunkelgrün und gelb marmoriert) dieselben werden oft als TabaEintrag historische Karteikarteisten gebraucht. "Tvarhämi".
Kästchen mit Minneszenen
Kunstgewerbemuseum
Die Kastenseiten sind durch die Beschläge und das darauf dezidiert Rücksicht nehmende Schnitzwerk in insgesamt zwölf Bildfelder geteilt. Die vier Felder am Deckel sind durch ihre architektonische Rahmung mit spitzbogigen Dreipassarkaden besonders hervorgehoben. Hier sind drei einander zärtlich zugewandte Liebespaare dargestellt. Außen erscheinen sie jeweils gemeinsam unter einer Arkade stehend, links ist die Begegnung der Liebenden, rechts eine zärtliche Unterhaltung dargestellt. Die zentrale Szene ist über die beiden mittleren Bildfelder verteilt und zeigt einen knienden Jüngling, den die vor ihm sitzende Angebetete bekränzt. An der Front- und der Rückseite des Kästchens sind die zentralen Bildfelder nicht nur durch den Handlungsbezug der Dargestellten sondern auch formal zusammengefasst. Neben dem Schloss erscheint rechts eine Dame mit einem Gefäß, links ein Jüngling mit einem Vogel in den Händen. Direkt unterhalb des Schlosskastens sitzt in geduckter Haltung ein Löwe, vielleicht als Anspielung auf die Romanfigur des Löwenritters Iwein. Im Bildfeld am linken Rand macht ein kniender Jüngling einer Dame eine Liebeserklärung, am rechten Rand erscheint ein Mann mit einem wohl als Symbol der Treue zu deutenden Hund. Die Rückseite des Kästchens ist in ähnlicher Weise gegliedert: ein breites Mittelfeld wird von zwei schmaleren Feldern flankiert. Im Zentrum ist ein tanzendes Paar neben einem Handorgelspieler dargestellt, von links nähert sich eine Dame mit Kranz, von rechts ein Jüngling mit Blumen (?). Das Relief an der rechten Schmalseite des Kästchens zeigt einen knienden Jüngling vor einer sitzenden Dame, das an der linken Schmalseite ein stehendes Paar im galanten Gespräch, hier greift der Jüngling der Geliebten zärtlich ans Kinn. Teilweise sind die Darstellungen redundant, auch schließen sie sich nur partiell zu chronologisch oder interaktiv aufeinander bezogenen Szenenfolgen zusammen. Am Schlosskasten befindet sich die nachträglich eingravierte Inschrift AD (Anno Domini), am Überwurf des Schlosses die zugehörige Jahreszahl 1666, die sich wohl auf eine Reparatur oder eine Neunutzung des Kästchens bezieht. Alle fünf Reliefplatten sind vollständig erhalten, die linke Seitenplatte ist zersprungen und durch ein innen hinterlegtes Silberblech fixiert. Am rechten Rand der Deckelplatte befindet sich ein Bruch im Material, der in Folge mechanischer Belastung bei der Montage des hier sitzenden Beschlages entstand. Die dünne Bodenplatte ist stark verzogen. LL
Sechsseitiges Behältnis mit figürlichen Reliefs
Kunstgewerbemuseum
Am Unterteil des elegant gestalteten sechsseitigen Kästchens erscheint zwischen tordierten Ecksäulen ein das gesamte Behältnis umlaufender Reigen von vornehm gekleideten Damen. Eine einzelne der jeweils paarweise auf einem Werkstück angeordneten weiblichen Figuren hält eine Laute. Der landschaftlich gestaltete Hintergrund zeigt in roten und braunen Farbtönen aufgemalte vegetabile Motive. Am Deckel erscheinen vor naturalistisch reliefiertem Blattwerk geflügelte Engelsfiguren. Einige halten Spruchbänder ohne Inschriften, an der Vorderseite des Deckels präsentiert ein kniendes Engelpaar einen leeren Wappenschild. Die vorgesehene Individualisierung des Kästchens für einen bestimmten Empfänger ist also nicht erfolgt. Die nicht mit Reliefplatten aus Tierknochen belegten Teile des Kästchens, vornehmlich die Kanten und Profile, besitzen einen intarsierten geometrischen Dekor aus Beinplatten und teils grün gefärbten Hölzern. Lothar Lambacher
sog. Minnekästchen
Kunstgewerbemuseum
Inventareintrag: Holzkasten, viereckig mit kleinen eiingeschnittenen Quadraten und flechtenartigen Bändern. Im Deckel inwändig schreitender Löwe eingeschnitten und schwarz gefüllt. Knopf von Elfenbein. Das Werk ist seit dem Ende des Zweiten Weltkrieges verschollen.