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Objekttyp: Deckelvase
Achtkantige Deckelvase mit Vogel-und Blütendekor in gerahmten Reserven (Vasenpaar)
Kunstgewerbemuseum
Es handelt sich um ein Vasenpaar (vgl. Inv. Nr. Hz 1073 a,b). "Achtseitige Balusterform mit abgesetzter Schulter, über der Fußplatte spindelförmig eng eingezogen. Der geschwungene Deckel mit profiliertem Knauf. Auf dem gesamten Körper, ausgespart aus blauem Grund, dichtes Blüten- und Blattwerk getrennt durch gliedernde horizontale Behänge. Auf den Seiten, in langgezogenen Reserven, ostasiatische Sumpflandschaft mit Blüten, Schilf und Vögeln. Der Lochfelsen hat sich zu einer Blattpalmette mit korbgeflechtähnlicher Füllung gewandelt. Auf der Schulter acht, auf dem Deckel vier kleine Vierpaßreserven mit Mittelblüte. Auf dem Fuß eine Borte aus Doppelspirale und geripptem breiten Blatt." (Christiane Keisch, in: Kat. Berlin 2001: "Herrliche Künste und Manufacturen", Kat. Nr. 104) Wie die Autorin weiter ausführt, wiederholt der Dekor Motiv und Schema der Tischplatte (KGM Inv. Nr. 1913,37), das geradezu als künstlerisches Firmenschild der späten Funcke-Produktion um 1725 gelten kann. Charakteristika sind die Reservenmalerei mit verschiedenen Vogelmotiven. Dass der von chinesisch-delfter Vorbildern abgeleitete Lochfelsen hier zu einem Korbmotiv mutiert, lässt die freiere Malerei der Funcke-Werkstatt (im Vergleich etwa zur Wolbeer'schen) erkennen. Keine Marke. Lit.: Keisch, Christiane, Netzer, Susanne, 'Herrliche Künste und Manufacturen'. Fayence, Glas und Tapisserien aus der Frühzeit Brandenburg-Preußens 1680-1720 (Ausstellungskatalog Kunstgewerbemuseum SMB 6.5.-5.8.2001), Berlin 2001, Kat.nr. 104 ClKa
Deckelvase mit figürlichen Chinoiserien
Kunstgewerbemuseum
Eine Beschreibung der Deckelvase findet sich im Fayencekatalog des Berliner Kunstgewerbemuseums von 1976: "Eiförmiges Gefäß mit konischem Fuß und gewölbtem Deckel. Der hellgrüne Grund ist mit gelbem, purpurn gezeichneten Blattwerk bemalt. In drei großen Reserven mit gezackter Umrandung steht jeweils ein Chinese im Garten vor einem Zaun. Auf dem Deckel ebenfalls drei Reserven mit Zaunmotiven. Am Fuß abwechselnd Blätter und Spiralornament, am Hals blaue Bogenreihen. Malerei in den Farben Grün, Gelb, Blau, Türkisgrün und Purpur. Die Zeichnung ist mit Purpur ausgeführt. Nach dem Tode Cornelius Funckes 1737 arbeitete seine Manufaktur anscheinend ohne wesentliche Unterbrechung weiter, bis sie 1747 in den Besitz von Johann Gottlieb Menicus überging, der 1755 starb. 1767 wurden die Bestände des Fabriklagers versteigert." Die Zuschreibung an Johann Gottlieb Menicus basiert auf den Forschungen Otto von Falkes. Die Vase gehört zum Altbestand des Kunstgewerbemuseums. Sie stammt aus der Sammlung des Freiherren Alexander von Minutoli (1801-1887), preußischer Regierungsrat und Dezernent für Gewerbeförderung in Liegnitz (Schlesien), der seine umfangreiche Privatsammlung 1859/69 an den preußischen Staat verkaufte. Die kunstgewerblichen Gegenstände wurden 1873 dem damals gerade neu gegründeten Kunstgewerbemuseum übertragen. Keine Marke. Lit.: Otto von Falke: Alt-Berliner Fayencen, 1923, Taf. 52a (mit nicht zugehörigem Deckel); Kat. Berlin 1976: Fayencen, Kat. Nr. 62. ClKa
Achtseitige Deckelvase mit chinesischen Figuren
Kunstgewerbemuseum
Inventareintrag: "Urne mit Deckel. Fayence, bunt achtseitig schlank mit chinesischen Blumen und 4 männlichen Figuren. [durchgestrichen: Holland XVII Jahrhundert] Zerbster Fayence nach Berliner Vorbild. Vgl. Falke. Altberliner Fayence. Abb. 51d. H." Die Vase ist seit dem II. Weltkrieg verschollen. MAKR
Achtseitige Deckelvase mit Chinesen in Gartenlandschaft (Vasenpaar)
Kunstgewerbemuseum
Das Vasenpaar (M 1842/1843) gehört zum Altbestand des Kunstgewerbemuseums. Es stammt aus der Sammlung des Freiherren Alexander von Minutoli (1801-1887), preußischer Regierungsrat und Dezernent für Gewerbeförderung in Liegnitz (Schlesien), der seine umfangreiche Privatsammlung 1859/69 an den preußischen Staat verkaufte. Die kunstgewerblichen Gegenstände wurden 1873 dem damals gerade neu gegründeten Kunstgewerbemuseum übertragen. Im Inventar noch als "deutsche Nachahmung nach Delft [nachgebessert: Potsdam?]" bezeichnet, kann das Vasenpaar heute konkret der Berliner Fayencemanufaktur Cornelius Funcke zugewiesen werden. Im Berliner Ausstellungskatalog "Herrliche Künste und Manufacturen" von 2001 wird es wie folgt charakterisiert: "Achtseitige Form mit abgesetzter Schulter und glockenförmigem Deckel mit Eichelknauf. Auf Schulter und Deckel Blattwerkbehang, auf dem abgesetzten Sockelteil eine Borte mit ausgesparten hochovalen Reserven mit Blütendekor, auf dem profilierten Fuß eine Borte aus Dreipaßspirale und Lanzettblattspitzen. Hier sind nicht nur die Form, sondern auch die Motive des szenischen Dekors deutlich unterschieden von Wolbeer. Auf der Wandung umlaufend zwar chinesische Figuren, aber anders gruppiert und von anderem Typus in Gesichtsschnitt und Kleidung: 1. eine vierfigurige Gruppe aus frontal sitzendem, türkisch anmutendem Paar, beide mit Fächer in der Hand; rechts dahinter ein Diener mit reichem Schirm, links hinter einer Terrassenbrüstung ein stehender Mann im Profil. 2. eine dreifigurige Gruppe mit frontal sitzender Frau - ein Teekoppchen in der Hand und umgeben von am Boden stehenden Gefäßen -, hinter ihr eine große stehende Frau, davor eine Knieende mit Teekoppchen. 3. eine dreifigurige Gruppe vor geöffneter Bambushütte, bestehend aus frontal sitzendem Mann mit hoher, gestreifter Kappe, von Krügen umgeben, einer rechts von ihm sitzenden Frau mit Teeschale sowie hinter ihnen, im Türrahmen einer stehenden weiblichen Figur. Der Behang auf der bereits abgesetzten Schulter - ein kartuschenförmig rundes symmetrisches Blattwerk - sowie die hochovalen Reserven auf der Fußzone sind Merkmale der Funcke-Werkstatt." Keine Marke. Lit.: Kat. Berlin 2001: "Herrliche Künste und Manufacturen", Kat. Nr. 75 (Christiane Keisch) ClKa
Deckelvase in Urnenform mit Streumustern
Kunstgewerbemuseum
Inventareintrag: "Fayence Urne mit Sturzdeckel, Thon weiß glasiert, blau bemalt. Blatt- und Blumenwerk (Deckel geborsten)." publ. bei Falke, Alt-Berliner Fayencen, 1923, Abb. 18 a Das Stück ist seit dem II. Weltkrieg verschollen. MAKR
Achtseitige Deckelvase mit Chinesen
Kunstgewerbemuseum
Achtseitige Deckelvase mit Bemalung auf weißem Grund in Blau. Gelb, Grün und Violett. Die Vase ist seit dem II. Weltkrieg verschollen. MAKR
Achtseitige Deckelvase mit Chinesen in Gartenlandschaft (Vasenpaar)
Kunstgewerbemuseum
Das Vasenpaar (M 1842/1843) gehört zum Altbestand des Kunstgewerbemuseums. Es stammt aus der Sammlung des Freiherren Alexander von Minutoli (1801-1887), preußischer Regierungsrat und Dezernent für Gewerbeförderung in Liegnitz (Schlesien), der seine umfangreiche Privatsammlung 1859/69 an den preußischen Staat verkaufte. Die kunstgewerblichen Gegenstände wurden 1873 dem damals gerade neu gegründeten Kunstgewerbemuseum übertragen. Im Inventar noch als "deutsche Nachahmung nach Delft [nachgebessert: Potsdam?]" bezeichnet, kann das Vasenpaar heute konkret der Berliner Fayencemanufaktur Cornelius Funcke zugewiesen werden. Im Berliner Ausstellungskatalog "Herrliche Künste und Manufacturen" von 2001 wird es wie folgt charakterisiert: "Achtseitige Form mit abgesetzter Schulter und glockenförmigem Deckel mit Eichelknauf. Auf Schulter und Deckel Blattwerkbehang, auf dem abgesetzten Sockelteil eine Borte mit ausgesparten hochovalen Reserven mit Blütendekor, auf dem profilierten Fuß eine Borte aus Dreipaßspirale und Lanzettblattspitzen. Hier sind nicht nur die Form, sondern auch die Motive des szenischen Dekors deutlich unterschieden von Wolbeer. Auf der Wandung umlaufend zwar chinesische Figuren, aber anders gruppiert und von anderem Typus in Gesichtsschnitt und Kleidung: 1. eine vierfigurige Gruppe aus frontal sitzendem, türkisch anmutendem Paar, beide mit Fächer in der Hand; rechts dahinter ein Diener mit reichem Schirm, links hinter einer Terrassenbrüstung ein stehender Mann im Profil. 2. eine dreifigurige Gruppe mit frontal sitzender Frau - ein Teekoppchen in der Hand und umgeben von am Boden stehenden Gefäßen -, hinter ihr eine große stehende Frau, davor eine Knieende mit Teekoppchen. 3. eine dreifigurige Gruppe vor geöffneter Bambushütte, bestehend aus frontal sitzendem Mann mit hoher, gestreifter Kappe, von Krügen umgeben, einer rechts von ihm sitzenden Frau mit Teeschale sowie hinter ihnen, im Türrahmen einer stehenden weiblichen Figur. Der Behang auf der bereits abgesetzten Schulter - ein kartuschenförmig rundes symmetrisches Blattwerk - sowie die hochovalen Reserven auf der Fußzone sind Merkmale der Funcke-Werkstatt." Keine Marke. Lit.: Kat. Berlin 2001: "Herrliche Künste und Manufacturen", Kat. Nr. 75 (Christiane Keisch) ClKa
Achtkantige Deckelvase mit Vogel- und Blütendekor in gerahmten Reserven (Vasenpaar)
Kunstgewerbemuseum
Es handelt sich um ein Vasenpaar (vgl. Inv. Nr. Hz 1072 a,b). "Achtseitige Balusterform mit abgesetzter Schulter, über der Fußplatte spindelförmig eng eingezogen. Der geschwungene Deckel mit profiliertem Knauf. Auf dem gesamten Körper, ausgespart aus blauem Grund, dichtes Blüten- und Blattwerk getrennt durch gliedernde horizontale Behänge. Auf den Seiten, in langgezogenen Reserven, ostasiatische Sumpflandschaft mit Blüten, Schilf und Vögeln. Der Lochfelsen hat sich zu einer Blattpalmette mit korbgeflechtähnlicher Füllung gewandelt. Auf der Schulter acht, auf dem Deckel vier kleine Vierpaßreserven mit Mittelblüte. Auf dem Fuß eine Borte aus Doppelspirale und geripptem breiten Blatt." (Christiane Keisch, in: Kat. Berlin 2001: "Herrliche Künste und Manufacturen", Kat. Nr. 104) Wie die Autorin weiter ausführt, wiederholt der Dekor Motiv und Schema der Tischplatte (KGM Inv. Nr. 1913,37), das geradezu als künstlerisches Firmenschild der späten Funcke-Produktion um 1725 gelten kann. Charakteristika sind die Reservenmalerei mit verschiedenen Vogelmotiven. Dass der von chinesisch-delfter Vorbildern abgeleitete Lochfelsen hier zu einem Korbmotiv mutiert, lässt die freiere Malerei der Funcke-Werkstatt (im Vergleich etwa zur Wolbeer'schen) erkennen. Keine Marke. Lit.: Keisch, Christiane, Netzer, Susanne, 'Herrliche Künste und Manufacturen'. Fayence, Glas und Tapisserien aus der Frühzeit Brandenburg-Preußens 1680-1720 (Ausstellungskatalog Kunstgewerbemuseum SMB 6.5.-5.8.2001), Berlin 2001, Kat.nr. 104 ClKa
Ein Paar Deckelvasen
Kunstgewerbemuseum
Das Vasenpaar stellt ein Schlüsselwerk für die Fayenceproduktion der Berliner Manufaktur von Cornelius Funcke dar. Es ist kunsthistorisch wie historisch hoch bedeutend, kombiniert es doch europäische Stilmerkmale des Barock mit technischen Einflüssen aus dem Orient (türkisfarbene Glasur) und spielt motivisch zudem auf den Übergang von der brandenburgischen Kurfürstenwürde zur Königswürde im Jahr 1701 an. Eine detaillierte Beschreibung und Einordnung der beiden Deckelvasen hat Christiane Keisch 2001 im Katalog "Herrliche Künste und Manufacturen" vorgenommen: "Achtseitige schmale, gestelzte Form mit flachem Deckel. Auf der Wandung in vertikaler Wiederholung musizierende Engel, teilweise auf Wolken mit Harfen, Gamben, Geigen und Trompeten, dazwischen Putten mit Notenblättern. Auf den zwei Seiten unten je ein Engel mit Kurhut und Szepter in den Händen, darüber ein Gambe spielender Engel, über ihm wiederum zwei schwebende Engel mit der Königskrone. Als Abschluß ein Engel mit Harfe. Rechts und links des Feldes aufsteigende Engel mit Palmenzweigen, oben rechts mit Trompete, links mit langem Stab. Der für Funcke so typische türkisgrüne Fond in Verbindung mit der recht schmalbrüstigen Vasenform, deren Kantenschnitt unregelmäßig und deren Fußränder ungeschickt gezwackt sind, läßt eine sehr frühe Entstehungszeit vermuten. Funcke hatte sich auf Grund eines von Friedrich III. [Kurfürst von Brandenburg, ab 1701 König Friedrich I. in Preußen] bestätigten Bittgesuchs von 1699 von Wolbeer [der älteren Berliner Fayencemanufaktur] getrennt und selbständig gemacht. Dies Vasenpaar könnte ein dem König gewidmeter 'Feldversuch' bezüglich neuer Formen und Farben (Fondfarbe) gewesen sein. Die Szene stellt offensichtlich eine Hommage auf die Krönung Friedrichs I. dar, die den Übergang von der Kurfürstenwürde (unten: Engel mit Kurhut und Szepter) zur Königswürde (oben: Engel mit Königskrone und Palmwedeln) vor Augen führen möchte. Im Zusammenhang mit Funckes späterer Bitte, 1712, um eine Konzession für die Herstellung von Tabakspfeifen erwähnt er Friedrich I. gegenüber seine Befähigung, mit roter Erde umgehen zu können, vor allem im Zusammenhang mit neuen, nie gesehenen 'allerhandt Couleurs alß porcellain'. Diese Vasen hier sind aus ziegelroter Erde und die porzellanähnliche türkisgrüne Farbe könnte gerade probiert worden sein (sie führt später zu Funckes charakteristischen farbigen Fondvasen mit Reservemalereien). Hinsichtlich der Datierung der anderen - türkisgrün bemalten - Vasen mit osmanischem Segelschiffdekor spielen sie eine Schlüsselrolle." Das Vasenpaar konnte im Jahr 2010 von der Stiftung Preußischer Kulturbesitz nach Zahlung einer Entschädigung an die Erben der einstigen Besitzerin, Olga von Wassermann, für das Kunstgewerbemuseum zurückerworben werden. Das Kunstgewerbemuseum hatte das Vasenpaar 1937 auf einer Auktion des Kunstauktionshauses Lange erworben. Olga von Wassermann hatte aufgrund ihres jüdischen Glaubens Deutschland verlassen und einen wesentlichen Teil ihres Kunstbesitzes verfolgungsbedingt zuvor veräußern müssen. Lit.: Kat. Berlin 2001: 'Herrliche Künste und Manufacturen'. Fayence, Glas und Tapisserien aus der Frühzeit Brandenburg-Preußens 1680-1720 (Ausstellungskatalog Kunstgewerbemuseum SMB 6.5.-5.8.2001), Berlin 2001, Kat. Nr. 60 ClKa
Kleine Deckelvase mit ostasiatischem Blumendekor und Fasan auf der einen sowie dem Wappen des Fürstabts von Fulda, Amandus von Buseck, auf der anderen Seite
Kunstgewerbemuseum
Die balusterförmige Vase mit rundem Deckel, der von einem Pinienzapfen bekrönt wird, weist auf beiden Seiten einen unterschiedlichen Dekor auf: Während die eine Seite mit einem ostasiatischen Dekor aus Felssockel, Päonienblütenzweig und Fasen versehen ist, erscheint auf der gegenüberliegenden Seite das Wappen des Fürstabtes von Fulda, Amandus von Buseck. Auch der Deckel ist mit Blüten- und Blattwerkdekor bemalt. Die Aufglasurfarben sind Blau, Türkis, Grün, Gelb, Orange, zweierlei Violett, Dunkelbraun und Schwarz gehalten. Das Wappen ist zudem mit zartem Grau und Kaltgold dekoriert. Bei dem Scherben handelt es sich um Frittenporzellan, ein Weichporzellan, das glasartig wirkt und bei niedrigeren Temperaturen gebrannt wird als europäisches Hartporzellan. Unterhalb des Fasans findet sich eine Signatur "Fuld J.B. Schmidt". Dies verweist auf den Entstehungsort Fulda und den Maler J.B. Schmidt. Bereits in dem Fayencekatalog des Berliner Kunstgewerbemuseums von 1976 vermutet Manfred Franke, dass der frittenartige Scherben auf ein Rezept von Adam Friedrich von Löwenfinck zurückgeht. Ulrich Pietsch greift diese Vermutung in seinem 2014 erschienenem Buch über Löwenfinck auf. Demnach könnte die Vase während Löwenfincks Aufenthalt in Fulda für den Fürstabt Amand von Buseck entstanden sein, zwischen 1741 und 1745. Löwenfinck könnte die Rezeptur für das Frittenporzellan in Chantilly kennengelernt haben, allerdings ist sein Aufenthalt dort archivalisch nicht belegt. Die Vorlagen für den ostasiatisch inspirierten Dekor hatte Löwenfinck möglicherweise von Meissen, wo er zuvor gearbeitet hatte, nach Fulda mitgebracht. Demnach hätte er den Maler J.B. Schmidt einen entsprechenden Dekor aufmalen lassen. ClKa
Deckelvase mit figürlichen Chinoiserien
Kunstgewerbemuseum
Eine detaillierte Beschreibung und Charakterisierung der Deckelvase steht im Berliner Fayencekatalog von 1976: "Deckelvase in Form eines Balusters mit gegliedertem, anschwellenden Leib und glockenförmigem Fuß. Bemalung in Kobaltblau mit unscharfer Umrißzeichnung. Auf dem oberen Teil der Leibung Chinesen in exotischer Landschaft, auf dem unteren Teil drei Reserven mit Landschaften in einem Blumenornament. Chinesische Ornamente aus Spiralen und Blüten auf dem Fuß und dem Wulstring, auf der Schulter Blütenranken über Spiralen." Ein eng verwandtes Vergleichsstück befindet sich im Museum für Angewandte Kunst in Frankfurt am Main, sowie ebendort und im Berliner Stadtmuseum ähnliche Vasen. Christiane Keisch weist sie im Berliner Katalog von 2001 aufgrund ihrer gleichen Handschrift demselben Maler der Berliner Fayencemanufaktur Wolbeer zu. Keine Marke. Lit.: Kat. Berlin 1976: Fayencen, Kat. Nr. 45 (id.); Kat. Berlin 2001: "Herrliche Künste und Manufacturen", Kat. Nr. 24 (Vgl.) ClKa
Deckelvase mit figürlichen Chinoiserien
Kunstgewerbemuseum
Achtkantige Form mit abgesetzter Schulterzone, hellrötlicher Scherben. Blaumalerei mit zwei Gruppen von Chinesen sowie einem sitzenden Chinesen in Haus- und Gartenlandschaft. Auf Deckel und Schulter Behangmuster, am Fußrand Spiral- und Blattornament. Die kompakte, plastische Vasenform und die am Vorbild Delft orientierte Malerei sprechen für eine Zuschreibung an eine der beiden Berliner Fayencemanufakturen, Gerhard Wolbeer oder Cornelius Funcke. Die engen stilistischen Bezüge zwischen der frühen Berliner und der Delfter Fayencemalerei erklären sich dadurch, dass die ersten Fayenceunternehmer und -künstler von Holland nach Preußen gekommen waren: 1687 Pieter Fransen van der Lee, 1690 Gerhard Molin, dessen Frau Anna Molin, geb. Ruppert. Nach Molins Tod heiratete Anna Molin im Jahr 1697 den kurfürstlichen Lakaien Gerhard Wolbeer, mit dem zusammen sie die Manufaktur weiterführte. Auch Cornelius Funcke, der in der Molin’schen Manufaktur als Dreher begonnen hatte und 1699 die zweite erfolgreiche Berliner Fayencemanufaktur gründen sollte, war Holländer. Lit.: Kat. Berlin 2001, "Herrliche Künste und Manufacturen". Fayence, Glas und Tapisserien aus der Frühzeit Brandenburg-Preußens 1680-1720. ClKa
Achtseitige Deckelvase mit grünlich-türkisblauem Fond und Chinesen
Kunstgewerbemuseum
nventareintrag: "Fayencevase mit Deckel, achtseitig. Der Grund mit grünlichem türkisblau bedeckt, darin zweimal drei ausgesparte geschweifte Felder mit Chinesenmalerei in Blau, Violett, Gelb, Grün, mehrfach angebracht die gekreuzten Pfeile als Malerzeichen. Die Vase bildet mit den zwei Kürbisflaschen 24,34 und 24,35 einen Satz." Alle drei Stücke dieses Vasensatzes sind seit dem II. Weltkrieg verschollen. MAKR
Achtseitige Deckelvase mit Pfauenmuster in fünf Farben
Kunstgewerbemuseum
Inventareintrag: "Vase mit Deckel achtseitig, aus Fayence mit chines. Ornamenten, Vögeln etc. blau, braun, gelb und grün bemalt." Die Vase ist seit dem II.Weltkrieg verschollen. MAKR
Birnförmige Vase mit Deckel in Gestalt plastischer Blüten und Blätter
Kunstgewerbemuseum
Die Zuschreibung ist nicht gesichert. Publiziert ist die Vase in dem 1976 erschienenen Ausstellungskatalog "Fayencen" des Berliner Kunstgewerbemuseums, S. 187f., Nr. 197: "Birnförmiges Gefäß auf hohem Fuß. An zwei Seiten plastische Rocaillekartuschen, darin jeweils ein Rosenzweig. Zwischen den Kartuschen je eine einzelne gemalte Rose. Als unterer Abschluß ein Saum von vorkragenden vegetabilischen Schnörkeln. Bemalung mit Purpurrot und Hellgrün; in den Blättern schwarze Zeichnung. Der gewölbte Deckel ist von vollplastischen, mit Grün, Purpur, Blau, Gelb und Lila staffierten Blüten und Blumenblättern gänzlich überdeckt. Teile des plastischen Dekors ergänzt. Die beschädigten Ränder des Halses und des Deckels von Zinnmontierungen eingefaßt. Der Fuß in weißlackiertem Zinn ergänzt. - Deckel zugehörig? An Stelle der Marke der ergänzte Fuß. Fayence-Gegenstände mit plastischen Blumen entstanden im letzten Drittel des 18. Jahrhunderts in Holitsch, Proskau, Glinitz und auch in Stralsund." ClKa
Achtkantige Deckelvase mit Fasan auf Lochfelsen sowie ostasiatisch inspiriertem Blüten- und Blattdekor
Kunstgewerbemuseum
Achtkantiger Vasenkorpus, gewölbter, achtkantiger Deckel mit Knauf. Der Dekor in Blaumalerei: Auf der Wandung umlaufende Malerei aus päonienartigen Blüten sowie kleinen Blüten mit gefiederten Blättern und Insekten. Auf der Schauseite ein Fasan mit zwei Hauben- und zwei langen Schwanzfedern, der auf einem Bambuszweig sitzt. Darunter ein Lochfelsen. Der untere Rand der Vase ist mit einem stark stilisierten, eierstabartigen Ornament bemalt, die gewölbte Schulter mit einem Akanthusblattkranz sowie, wie auch am Deckel, mit einem Spiralmuster. Das Fasanenmotiv auf chinesisch inspiriertem Lochfels taucht ähnlich auf der großen Tischplatte aus dem Bestand des Kunstgewerbemuseums auf (Inv. Nr. 1915,37), die der Berliner Fayencemanufaktur von Cornelius Funcke zugeschrieben wird. Zur Form der Vase vgl. die beiden ebenfalls der Funcke-Manufaktur zugeschriebenen Deckelvasen (Inv. Nr. M 1842/1843). Da die meisten Berliner Fayencen, wie auch diese, unmarkiert und stilistisch eng miteinander verwandt sind, ist eine eindeutige Zuschreibung oftmals nicht möglich, zumal Cornelius Funcke zunächst in der älteren Berliner Manufaktur von Anna Molin und Gerhard Wolbeer tätig war. Keine Marke. Lit.: Otto von Falke: Alt-Berliner Fayencen, 1923, Taf. 32c; Kat. Berlin 2001, "Herrliche Künste und Manufacturen". Fayence, Glas und Tapisserien aus der Frühzeit Brandenburg-Preußens 1680-1720 (nicht dieses Stück). ClKa
Balusterförmige Deckelvase mit Pfau, weiteren Vögeln und Insekten
Kunstgewerbemuseum
Die Deckelvase ist der späteren Produktionsphase der Berliner Fayencemanufaktur von Cornelius Funcke zuzuordnen. Eine detaillierte Beschreibung und Charakterisierung des ausgereiften Funcke-Stils findet sich in dem Berliner Ausstellungskatalog von 2001: "Achtkantig gedrungene Balusterform auf leicht ausgestelltem profilierten Fuß und glockenförmig ausgeschwungenem Deckel mit Zwiebelknauf. Auf der Wandung umlaufend eine ostasiatische Fels-Sumpflandschaft mit Blütenbüschen, Blütenbuketts, Vögeln und Insekten. Auf der Schauseite ein Pfau mit langem, geschupptem Schwanz und ein Fasan auf muschelförmig verwandeltem Lochfelsen. Auf Schulter und Deckel breitlappiges, umrandetes Behangwerk, auf der Sockelzone ebenfalls symmetrisches ornamentales Behangwerk aus dichten Spiralröllchen und auf dem Fuß eine Borte aus Dreipaßspirale und geripptem breiten Blatt. [...] Manche Details erscheinen wie in Stoff gewirkt, der Fels ist ein Agraffenornament geworden, die Punktaugen der Pfauenfedern zu metallenen Schuppen geronnen. Das wilde blühende Gesträuch ist zu Buketts geschnürt oder zu langen Feststräußen gesteckt, und auch das Lambrequin-Behangwerk, mit dichten, gerollten Spiralen gefüllt, wird fest umrissen und liegt wie eine Decke auf der Schulter auf. Die Malerei ist perfekt geworden. Funcke war inzwischen Unternehmer, der seinen Werkstattstil vermarkten wollte. Manche nachfolgende Manufakturen, wie Zerbst, Bayreuth oder Thüringen, haben sich gerade diese Stilstufe zum Vorbild genommen." (Christiane Keisch) Keine Marke. Lit.: Kat. Berlin 2001: "Herrliche Künste und Manufacturen", Kat. Nr. 82 ClKa
Große Deckelvase mit figürlichen Chinoiserien und Gartenlandschaft aus einem Vasensatz (Deckel nicht zugehörig)
Kunstgewerbemuseum
Die Vase gehört zu einem Vasensatz derselben Provenienz, bestehend aus einer zweiten Doppelkürbisvase (Inv. Nr. W-1963,10) und einer Deckelvase (Inv. Nr. W-1963,11). Solche Vasensätze wurde in aristokratischen und reichen bürgerlichen Haushalten des Barock gerne als Kamin- oder Schrankaufsätze verwendet. Der Deckel der Vase ist allerdings nicht original zugehörig. Die umlaufende Malerei mit Chinesengruppen in einer Gartenlandschaft entspricht derjenigen der beiden Doppelkürbisvasen, die Christiane Keisch im Katalog "Herrliche Künste und Manufacturen" von 2001 wie folgt beschrieben hat: "Um die Wandung des Bauches die chinesischen Figurenszenen Wolbeers [...]: von rechts nach links 1. ein Schirmträgerpaar mit reich gewandeter Figur nach links schreitend, dahinter Diener in weißen Hosen mit Schirm, 2. eine Landschaftsszenerie aus Wolkenwand, Blütenstrauch mit Lochfelsen über Wasserfall, 3. eine Dreiergruppe vor einem Blütenbusch am Boden sitzend, 4. die Hauptszene mit Tänzerin, Kithara-Spielerin und Trommlerin in einer Art hohem Pavillon, zwischen ornamentierten Säulen, Vorhängen und unter hängenden Architekturteilen, 5. ein herabeilender Jüngling mit langen Ärmeln vermittelt zu 6. einer zweiten Schirmträgergruppe, mit fiederblatthaltender Dame und Diener mit Schirm, 6. eine abgewandte Teeanbieterin daneben, 7. eine im Stuhl sitzende Dame und stehende Dienerin mit Fächer." In der Stiftung Stadtmuseum Berlin gibt es eine weitere Deckevase mit diesen Motiven." Die Berliner Fayencekunst steht ganz in delftisch-chinesischer Tradition. Dies erklärt sich dadurch, erklären sich dadurch, dass die ersten Fayenceunternehmer und –künstler von Holland nach Preußen gekommen waren: 1687 Pieter Fransen van der Lee, 1690 Gerhard Molin, dessen Frau Anna Molin, geb. Ruppert. Nach Molins Tod heiratete Anna Molin im Jahr 1697 den kurfürstlichen Lakaien Gerhard Wolbeer, mit dem zusammen sie die Manufaktur weiterführte. Auch Cornelius Funcke, der in der Molin’schen Manufaktur als Dreher begonnen hatte und 1699 die zweite erfolgreiche Berliner Fayencemanufaktur gründen sollte, war Holländer. Keine Marke. Lit.: Kat. Berlin 1976, Fayencen, Kat. Nr. 49; Kat. Berlin 1985/89: Kunstgewerbemuseum Berlin. Bildführer. Kunsthandwerk vom Mittelalter bis zur Gegenwart, Kat. Nr. 191; Kat. Berlin 2001: "Herrliche Künste und Manufacturen", Kat. Nr. 22 (Vgl.) ClKa
Achteckige Deckelvase mit chinesischen Figuren und Blüten
Kunstgewerbemuseum
Inventareintrag: "Fayencevase mit Deckel, achteckig, nach oben ausladend mit abgesetzter Schulter, niedriger Deckelknauf. Die Form nach Berliner Muster. Bemalt in Scharffeuerblau, gelb, blaßgrün, manganbraun, mit wenig violett und blaßem rot: zwei Paare chinesischer Figuren, Päonien- und Blütenstauden mit Steinböcken." Die Deckelvase ist seit dem II. Weltkrieg verschollen. MAKR
Deckelvase mit Blumen und Vögeln
Kunstgewerbemuseum
Inventareintrag: "Deckelvase, Fayence, mit Scharffeuerdekor in Gelb, Blau, Manganviolett, Resedagrün. Achteckige Balusterform. Gelber Grund, darin stilisierte Blumenranken, Kelchgehänge und vier Aussparungen an vier Ecken der Schulter, darin Nelken. Auf dem Körper über zwei Seitenflächen vier hohe passige Reserven, darin ostasiatisch stilisierte Blumen mit sitzendem und fliegendem Vogel. Deckel mit achteckigem Knauf, bemalt mit Blattgehängen und gebogenen Blättern in gelbem Grund." Das Stück war während des II. Weltkrieges im Schloßkeller III verlagert. Es hat sich nur der Deckel erhalten, die Vase selbst ist verschollen. MAKR
marmorierte Deckelvase mit Portraitbildnis Friedrich des Großen
Kunstgewerbemuseum
Inventareintrag: Porzellanvase mit Deckel, grau und gelb marmoriert, Löwenkopfgriffe und Blumengehänge in Relief vergoldet.In weißem Biskuit ausgespart - vorne Oval mit dem Kopf Friedrich II., rückwärts Oval mit Scepter, Schwert und Feder und lateinischem Spruch. (Rand repariert). Die Vase ist seit dem II. Weltkrieg verschollen. MAKR
durchbrochene Deckelvase mit Figur als Bekrönung
Kunstgewerbemuseum
Inventareintrag: Porzellan-Vase, weiß, etwas mit Lackfarben bemalt. Der sechstheilige Körper aus durchbrochenem Spiral- und Blattwerk gebildet. Auf dem Deckel männliche Figur mit rothem Rock, drei Aepfel in den Händen, an einen Baumstamm gelehnt. Fuß aus Gips mit Zinkblech umkleidet. (Malerei ergänzt.) Die Deckelvase ist seit dem II. Weltkrieg verschollen. MAKR
Achtseitige Deckelvase mit olivgrünem Fond und violetter Malerei
Kunstgewerbemuseum
Inventareintrag: "Fayencevase mit Deckel, achtseitig, nach unten eingezogen, auf niedrigem Fuß. Die Schulter abgesetzt. Der Grund olivgrün (gelb auf blau), darin ausgesparte Felder mit manganvioletter Malerei: Chinesenbilder und im Grund Barockblumen. Zu 22,21 gehörig. Malerzeichen aus zwei gekreuzten Pfeilen" Die Deckelvase ist ebenso wie das dazugehörige Stück, Inv. Nr. 1922,21 a,b, seit dem II. Weltkrieg verschollen. MAKR
Balusterförmige Deckelvase mit figürlichen Chinoiserien
Kunstgewerbemuseum
Eine detaillierte Beschreibung und Charakterisierung der Deckelvase hat Christiane Keisch im Berliner Katalog von 2001 vorgenommen: "Kleine Balusterform von gestrecktem Umriß auf gewölbtem Fuß. Auf der Schulter Spiralornamentborte mit Blüten und Dreieckzwickeln, ein symmetrischer Behang aus großen Blüten und gestreuten 'Petersilienblättern' auf dem Fuß. Weitere schmale Zacken- und Kreuzstichbänder, Halbbogenfries und Borte mit eng gerollten Spiralröllchen. Auf dem gesamten Vasenkörper ein breiter chinesischer Figurenfries mit: 1. einer aus hoher Kanne eingießenden Dame und Diener mit Schale oder Tablett, 2. einer am Tisch sitzenden Frau mit stehender Dienerin, 3. einer Teegesellschaft an niedrigem Tisch, 4. einem sitzenden Würdenträger mit Vogel über dem Kopf, Tee trinkend, und hinter ihm stehender Diener mit Fächer, 5. einer weisenden Gestalt in üppiger Gewandung, 6. einem sitzenden Würdenträger und stehendem Diener mit Blumenfächer. Die Balustervase gehört einer Gruppe von Gefäßen an, deren Bemalung thematisch, stilistisch und vom Ornament her nahezu übereinstimmt. Hier arbeiteten vermutlich schon deutsche Fayencemaler ohne direkten Kontakt zu Delft. Die Farbigkeit ist vergleichsweise kräftig und dunkel und mit 'Trek' versehen, die Malweise wirkt flach und hölzern im Vergleich mit den flüssiger gemalten, stärker an Delft orientierten Stücken." Otto von Falke hat die Deckelvase des Kunstgewerbemuseums, ebenso wie eine Tüllenkanne aus dem Bestand des Berliner Stadtmuseums und weitere Beispiele dieser Werkgruppe, als Beispiele für einen "berlinerischen" Stil angeführt, was Christiane Keisch im zitierten Katalog von 2001 relativiert. Keine Marke. Lit.: Otto von Falke: Altberliner Fayencen, Berlin 1923, Taf. 7c; Kat. Berlin 2001: "Herrliche Künste und Manufacturen, Kat. Nr. 18 ClKa
Achtseitige Deckelvase mit türkisblauem Fond und violetter Malerei
Kunstgewerbemuseum
Inventareintrag: "Berliner Fayencevase mit Deckel, zu 22,14 a,b gehörig. Achtseitig gebaucht. Grund türkisblau, drei weiß ausgesparte Felder mit violetter Malerei: Chinesenbilder. Im Grund Barockblumen. Deckel mit niedrigem Knauf, mit türkisblauem Grund. Violett bemalt." Die Deckelvase ist, ebenso wie die beiden dazugehörigen Flötenvasen, Inv. Nr. 1922,14 a,b, seit dem II. Weltkrieg verschollen. MAKR
Achtseitige Deckelvase mit olivgrünem Fond und violetter Malerei
Kunstgewerbemuseum
Inventareintrag: "Fayencevase mit Deckel. Gegenstück zu 22,20. Im Rand ein Stück ausgebrochen (fehlt)." Inventareintrag 1922,20 a,b: "Fayencevase mit Deckel, achtseitig, nach unten eingezogen, auf niedrigem Fuß. Die Schulter abgesetzt. Der Grund olivgrün (gelb auf blau), darin ausgesparte Felder mit manganvioletter Malerei: Chinesenbilder und im Grund Barockblumen. Zu 22,21 gehörig. Malerzeichen aus zwei gekreuzten Pfeilen" Die Deckelvase ist ebenso wie das dazugehörige Stück, Inv. Nr. 1922,20 a,b, seit dem II. Weltkrieg verschollen. MAKR
Deckelvase "Steine"
Kunstgewerbemuseum
Mit ihren keramischen Unikaten erzielt die in Halle (Saale) lebende Künstlerin Grita Götze (geb. 1959) einen verblüffenden „Trompe l’œil“-Effekt. Hierfür hat sie eine komplizierte Technik aus Engoben und Glasuren entwickelt, die in mehreren Arbeitsschritten, teilweise mit Papierschablonen abgedeckt, aufgetragen werden. Die Deckelvase lenkt den Blick auf die Vielfarbigkeit von Steinen, zwischen denen sich Eidechsen schlängeln. Das Motiv ist charakteristisch für das Schaffen von Grita Götze, die - in höchster technischer Perfektion - auch scheinbar nebensächlichen Details aus ihrem unmittelbaren Lebensumfeld Bedeutung beimisst. Häufig sind es Naturmotive, Gräser, Blumen, Steine, Insekten, die sie in fokussierter Nahsicht auf die Keramik malt. Dabei ergeben sich freie Assoziationen an historische Artefakte, etwa die Majolikamalerei der Renaissance, ohne dass konkrete Zitate vorliegen. Lit.: Claudia Kanowski (Hg.): Flora, Fauna, Fabelwesen: Malerei auf Keramik. Grita Götze, Heidi Manthey, Sonngard Marcks, Ausst. Kat. Berlin (Kunstgewerbemuseum) 2020, Abb. S. 25 // Claudia Kanowski: Tonmalerei. Keramiken von Grita Götze aus kunsthistorischer Perspektive, in: Grita Götze. Keramik 2015-2021, Halle (Saale) 2022, S. 13-21 // ClKa
Große Vase mit Zapfhahn und Schlangenhenkeln
Kunstgewerbemuseum
Inventareintrag: Große Deckelvase mit Zapfhahn, Fayence. Amphore mit zwei Schlangenhenkeln, darunter Löwenköpfe mit Tragringen. Vorn Maske als Ausguß, der Bronzehahn als Fischweibchen gestaltet. Der bauchige Vasenkörper in der Mitte eingeschnürt, hoher Deckel mit Knauf, kanisterartig profilierter Fuß mit Wulst. Bemalt in blau mit schwarzen Konturen mit einer Puttenkapelle, zwei Paar spielenden Kindern, Blumensträußen, Schmetterlingen, Vögeln, Pfeifenwerk und Behängen. Die große Vase ist seit dem II. Weltkrieg verschollen. MAKR
Deckelvase mit "Kameen"-Ornament, Modell "Bijou à anses"
Kunstgewerbemuseum
Stark gebauchte Balusterform mit vorkragendem Deckel mit Eichelknauf. Markant sind die beiden seitlichen, geschweiften Henkel, die in den oberen Bügel übergehen. Der Korpus ist seladonfarben glasiert. Der reliefierte Dekor imitiert Gold- und Kameenschmuck: An einem Goldband hängen alternierend Medaillons mit Perlumrandung, die wie Halbedelsteine wirken, und weiße, kameenartige mit Perlbehang, die Reiter oder Adler darstellen. Im Zentrum jeweils eine große runde "Kamee" mit dem Profilkopf des Herakles bzw. der Ceres. Fuß, Deckel, Rand und Henkel weisen zudem Ornamentfriese aus Spitzen, Blättern, Weinlaubranke, Palmetten und Rosetten auf. Die "Kameen" sind in der Pâte-sur-pâte-Technik dekoriert, bei der ein meist weißes Schlicker-Relief mit dem Pinsel aufgetragen wurde. Diese Technik wurde um 1860 in Sèvres entwickelt. Die Seladonglasur nimmt chinesische Keramikvorbilder auf. Es verbinden sich in dieser Vase also verschiedene Stileinflüsse: antikisierende und Renaissance-Ornamentik mit ostasiatischen Impulsen, die ab 1860 von wachsender Bedeutung für das europäische Kunsthandwerk waren. Entgegen einiger Literaturangaben handelt es sich nicht um Weich-, sondern um Hartporzellan. Durch die Datierung ist die Ausführung der Vase auf 1866 datiert und mit Künstler und Manufaktur signiert: Neben einem der Henkelansätze mit weißer Schrift signiert: J GÉLY. Unter dem Fuß Marken: S 66 A D 62 9 und gekröntes N, sowie DECORE A SEVRES 66. Ein formgleiches, dekorähnliches Vergleichsobjekt im Musée d'Orsay: https://www.musee-orsay.fr/fr/oeuvres/bijou-19296. Weitere Exemplare im Musée du Second Empire, Compiègne; Musée de la céramique, Sèvres. // Lit.: Barbara Mundt: Historismus, Kunsthandwerk und Industrie im Zeitalter der Weltausstellungen, Berlin 1973 (Kataloge des Kunstgewerbemuseums, 7), Kat. Nr. 32; Brigitte Ducrot: Porcelaines et terres de Sèvres (Château de Compiègne), Compiègne 1993, Kat. Nr. 215 (Vergleichsstück). // ClKa