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Objekttyp: Doppelkürbisvase
Doppelkürbisvase mit figürlichen Chinoiserien (Vasenpaar)
Kunstgewerbemuseum
Das Vasenpaar (Inv. Nr. 1923,4/5) weist die ostasiatisch inspirierte Doppelkürbisform auf. Der Dekor ist an chinesisch-delftischen Vorbildern orientiert. Der untere Teil des Korpus zeigt verschiedene Figurenszenerien in einer verkürzten Architekturlandschaft: z.B. einen auf einem Stuhl sitzenden Würdenträger, hinter dem eine Dienerin steht, die einen großen herzförmigen Fächer hält; einen Jungen, der auf einem Tablett Getränke oder Speisen herbeibringt; rechts ein Paar unter einem mehrfach gestuften baldachinartigen Schirm. Der obere Teil des Korpus weist einen Pfau, weitere Vögel und blühende Stauden als Dekorelemente auf. Vasenschulter und –hals sind mit Blütenranken über Spiralen sowie (am Hals) Lanzettblättern bemalt. Die engen stilistischen Bezüge zwischen der frühen Berliner und der Delfter Fayencemalerei erklären sich dadurch, dass die ersten Fayenceunternehmer und –künstler von Holland nach Preußen gekommen waren: 1687 Pieter Fransen van der Lee, 1690 Gerhard Molin, dessen Frau Anna Molin, geb. Ruppert. Nach Molins Tod heiratete Anna Molin im Jahr 1697 den kurfürstlichen Lakaien Gerhard Wolbeer, mit dem zusammen sie die Manufaktur weiterführte. Auch Cornelius Funcke, der in der Molin’schen Manufaktur als Dreher begonnen hatte und 1699 die zweite erfolgreiche Berliner Fayencemanufaktur gründen sollte, war Holländer. Vasensätze wie diese dienten der Dekoration von Kaminen oder Schränken („Schapps“). Da die meisten Berliner Fayencen unmarkiert sind und stilistisch eng verwandt sind, ist eine eindeutige Zuschreibung oftmals nicht möglich. Die ostasiatisch inspirierte Doppelkürbisform ist in Delft häufig, in Berlin jedoch seltener anzutreffen, wenn, dann bei der Wolbeer'schen Manufaktur. Im Berliner Katalog von 2001 führt Christiane Keisch verschiedene Vergleichsbeispiele an, so dass auch dieses Vasenpaar Wolbeer zuzuweisen ist. Keine Marke. Lit.: Kat. Berlin 2001: „Herrliche Künste und Manufacturen“, vgl. Kat. Nr. 22; Kat. Berlin 1976, Fayencen, Kat. Nr. 47 ClKa
Doppelkürbisvase mit figürlichen Chinoiserien (Vasenpaar)
Kunstgewerbemuseum
Das Vasenpaar (Inv. Nr. 1923,4/5) weist die ostasiatisch inspirierte Doppelkürbisform auf. Der Dekor ist an chinesisch-delftischen Vorbildern orientiert. Der untere Teil des Korpus zeigt verschiedene Figurenszenerien in einer verkürzten Architekturlandschaft: z.B. einen auf einem Stuhl sitzenden Würdenträger, hinter dem eine Dienerin steht, die einen großen herzförmigen Fächer hält; einen Jungen, der auf einem Tablett Getränke oder Speisen herbeibringt; rechts ein Paar unter einem mehrfach gestuften baldachinartigen Schirm. Der obere Teil des Korpus weist einen Pfau, weitere Vögel und blühende Stauden als Dekorelemente auf. Vasenschulter und –hals sind mit Blütenranken über Spiralen sowie (am Hals) Lanzettblättern bemalt. Die engen stilistischen Bezüge zwischen der frühen Berliner und der Delfter Fayencemalerei erklären sich dadurch, dass die ersten Fayenceunternehmer und –künstler von Holland nach Preußen gekommen waren: 1687 Pieter Fransen van der Lee, 1690 Gerhard Molin, dessen Frau Anna Molin, geb. Ruppert. Nach Molins Tod heiratete Anna Molin im Jahr 1697 den kurfürstlichen Lakaien Gerhard Wolbeer, mit dem zusammen sie die Manufaktur weiterführte. Auch Cornelius Funcke, der in der Molin’schen Manufaktur als Dreher begonnen hatte und 1699 die zweite erfolgreiche Berliner Fayencemanufaktur gründen sollte, war Holländer. Vasensätze wie diese dienten der Dekoration von Kaminen oder Schränken („Schapps“). Da die meisten Berliner Fayencen unmarkiert sind und stilistisch eng verwandt sind, ist eine eindeutige Zuschreibung oftmals nicht möglich. Die ostasiatisch inspirierte Doppelkürbisform ist in Delft häufig, in Berlin jedoch seltener anzutreffen, wenn, dann bei der Wolbeer'schen Manufaktur. Im Berliner Katalog von 2001 führt Christiane Keisch verschiedene Vergleichsbeispiele an, so dass auch dieses Vasenpaar Wolbeer zuzuweisen ist. Keine Marke. Lit.: Kat. Berlin 2001: „Herrliche Künste und Manufacturen“, vgl. Kat. Nr. 22; Kat. Berlin 1976, Fayencen, Kat. Nr. 47 ClKa
Doppelkürbisvase mit Behang- und Streublumendekor
Kunstgewerbemuseum
Die Vase in Doppelkürbisform weist, jeweils im oberen Teil der beiden Korpuselemente, eine Blaumalerei aus Behangmuster mit Spiralwerk auf und darunter ein Streumuster aus Blüten, Blättern und Punkten auf. Die Malweise ist flüchtig und relativ unpräzise. Die Zuschreibung an die Berliner Fayencemanufaktur von Gerhard Wolbeer beruht auf älteren Forschungen. Da die meisten Berliner Fayencen, wie auch diese, unmarkiert sind, ist eine eindeutige Zuschreibung oftmals nicht möglich. Lit.: Otto von Falke: Altberliner Fayencen, 1923, Taf. 18 b; Kat. Berlin 1976: Fayencen, Kat. Nr. 48. ClKa
Große Doppelkürbisvase mit figürlichen Chinoiserien und Gartenlandschaft (aus einem dreiteiligen Vasensatz)
Kunstgewerbemuseum
Die Vase gehört zu einem Vasensatz derselben Provenienz, bestehend aus einer zweiten Doppelkürbisvase (Inv. Nr. W-1963,10) und einer Deckelvase (Inv. Nr. W-1963,11). Solche Vasensätze wurde in aristokratischen und reichen bürgerlichen Haushalten des Barock gerne als Kamin- oder Schrankaufsätze verwendet. In der Stiftung Stadtmuseum Berlin existiert eine weitere, vergleichbare Deckelvase. Eine detaillierte Beschreibung und Charakterisierung hat Christiane Keisch im Berliner Katalog von 2001 vorgenommen: "Die Doppelkürbisform mit gedrückt kugeligem Unterteil und flaschenförmig ausgewölbtem Hals auf schmalem Stellrand. Um die Wandung des Bauches die chinesischen Figurenszenen Wolbeers [...]: von rechts nach links 1. ein Schirmträgerpaar mit reich gewandeter Figur nach links schreitend, dahinter Diener in weißen Hosen mit Schirm, 2. eine Landschaftsszenerie aus Wolkenwand, Blütenstrauch mit Lochfelsen über Wasserfall, 3. eine Dreiergruppe vor einem Blütenbusch am Boden sitzend, 4. die Hauptszene mit Tänzerin, Kithara-Spielerin und Trommlerin in einer Art hohem Pavillon, zwischen ornamentierten Säulen, Vorhängen und unter hängenden Architekturteilen, 5. ein herabeilender Jüngling mit langen Ärmeln vermittelt zu 6. einer zweiten Schirmträgergruppe, mit fiederblatthaltender Dame und Diener mit Schirm, 6. eine abgewandte Teeanbieterin daneben, 7. eine im Stuhl sitzende Dame und stehende Dienerin mit Fächer. Die Malerei beider Vasen ist identisch [...]. Auf der Halswölbung zwei Blütengestecke und Vogel: 1. eines aus zwei gerüschten Päonien, gesprenkelter Feuerlilie und breiter Lotosblüte, mit Halm, an dessen Spitze eine Schnecke kriecht. 2. ein ähnliches Blütenbukett auf dessen Halmspitze anstatt der Schnecke ein Vogel sitzt. Unter der Mündung und auf der Schulter eine breite Borte dichter Spiralranken, darin dünne umlaufende Wellenlinie mit Blütenköpfen und Dreieckzwickeln." Die Berliner Fayencekunst steht ganz in delftisch-chinesischer Tradition. Dies erklärt sich dadurch, erklären sich dadurch, dass die ersten Fayenceunternehmer und –künstler von Holland nach Preußen gekommen waren: 1687 Pieter Fransen van der Lee, 1690 Gerhard Molin, dessen Frau Anna Molin, geb. Ruppert. Nach Molins Tod heiratete Anna Molin im Jahr 1697 den kurfürstlichen Lakaien Gerhard Wolbeer, mit dem zusammen sie die Manufaktur weiterführte. Auch Cornelius Funcke, der in der Molin’schen Manufaktur als Dreher begonnen hatte und 1699 die zweite erfolgreiche Berliner Fayencemanufaktur gründen sollte, war Holländer. Keine Marke. Lit.: Kat. Berlin 1976, Fayencen, Kat. Nr. 50; Kat. Berlin 1985/89: Kunstgewerbemuseum Berlin. Bildführer. Kunsthandwerk vom Mittelalter bis zur Gegenwart, Kat. Nr. 191; Kat. Berlin 2001: "Herrliche Künste und Manufacturen", Kat. Nr. 22. ClKa
Große Doppelkürbisvase mit figürlichen Chinoiserien und Gartenlandschaft (aus einem dreiteiligen Vasensatz)
Kunstgewerbemuseum
Die Vase gehört zu einem Vasensatz derselben Provenienz, bestehend aus einer zweiten Doppelkürbisvase (Inv. Nr. W-1963,10) und einer Deckelvase (Inv. Nr. W-1963,11). Solche Vasensätze wurde in aristokratischen und reichen bürgerlichen Haushalten des Barock gerne als Kamin- oder Schrankaufsätze verwendet. In der Stiftung Stadtmuseum Berlin existiert eine weitere, vergleichbare Deckelvase. Eine detaillierte Beschreibung und Charakterisierung hat Christiane Keisch im Berliner Katalog von 2001 vorgenommen: "Die Doppelkürbisform mit gedrückt kugeligem Unterteil und flaschenförmig ausgewölbtem Hals auf schmalem Stellrand. Um die Wandung des Bauches die chinesischen Figurenszenen Wolbeers [...]: von rechts nach links 1. ein Schirmträgerpaar mit reich gewandeter Figur nach links schreitend, dahinter Diener in weißen Hosen mit Schirm, 2. eine Landschaftsszenerie aus Wolkenwand, Blütenstrauch mit Lochfelsen über Wasserfall, 3. eine Dreiergruppe vor einem Blütenbusch am Boden sitzend, 4. die Hauptszene mit Tänzerin, Kithara-Spielerin und Trommlerin in einer Art hohem Pavillon, zwischen ornamentierten Säulen, Vorhängen und unter hängenden Architekturteilen, 5. ein herabeilender Jüngling mit langen Ärmeln vermittelt zu 6. einer zweiten Schirmträgergruppe, mit fiederblatthaltender Dame und Diener mit Schirm, 6. eine abgewandte Teeanbieterin daneben, 7. eine im Stuhl sitzende Dame und stehende Dienerin mit Fächer. Die Malerei beider Vasen ist identisch [...]. Auf der Halswölbung zwei Blütengestecke und Vogel: 1. eines aus zwei gerüschten Päonien, gesprenkelter Feuerlilie und breiter Lotosblüte, mit Halm, an dessen Spitze eine Schnecke kriecht. 2. ein ähnliches Blütenbukett auf dessen Halmspitze anstatt der Schnecke ein Vogel sitzt. Unter der Mündung und auf der Schulter eine breite Borte dichter Spiralranken, darin dünne umlaufende Wellenlinie mit Blütenköpfen und Dreieckzwickeln." Die Berliner Fayencekunst steht ganz in delftisch-chinesischer Tradition. Dies erklärt sich dadurch, erklären sich dadurch, dass die ersten Fayenceunternehmer und –künstler von Holland nach Preußen gekommen waren: 1687 Pieter Fransen van der Lee, 1690 Gerhard Molin, dessen Frau Anna Molin, geb. Ruppert. Nach Molins Tod heiratete Anna Molin im Jahr 1697 den kurfürstlichen Lakaien Gerhard Wolbeer, mit dem zusammen sie die Manufaktur weiterführte. Auch Cornelius Funcke, der in der Molin’schen Manufaktur als Dreher begonnen hatte und 1699 die zweite erfolgreiche Berliner Fayencemanufaktur gründen sollte, war Holländer. Keine Marke. Lit.: Kat. Berlin 1976, Fayencen, Kat. Nr. 50; Kat. Berlin 1985/89: Kunstgewerbemuseum Berlin. Bildführer. Kunsthandwerk vom Mittelalter bis zur Gegenwart, Kat. Nr. 191; Kat. Berlin 2001: "Herrliche Künste und Manufacturen", Kat. Nr. 22 ClKa