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Objekttyp: Flachbild (Relief)
Steinurkunde (Kudurru) des Königs Marduk-apla-iddina II. über eine Landschenkung
Vorderasiatisches Museum
The stone monument commemorates legally binding that the Babylonian king Marduk-apla-iddina II. has granted royal land to a faithful servant in the seventh year of his reign. The central motif depicts the only known representation of the ruler and the beneficiary Bel-ahhe-eriba, the latter in suitably diminished scale, barefoot and with upraised hand in a gesture of respect. The men, neither of them distinguished by individual features, wear both the Babylonian robe with the typical drapery at the back. The cuneiform inscription commences with the king's praise, describes the donation and concludes with the invocation of divine punishment against any transgressor. Denoted by altogether sixteen symbols at the top gods like Marduk, Ea or Nabu had to guarantee the compliance. Stelae like this kudurru were essentially for display and usually set up in a temple where the transaction was announced and where the initial text could be studied in case of legal issues or questions of property. [Nadja Cholidis]
Relief mit Darstellung einer Löwenjagd
Vorderasiatisches Museum
Das Relief aus dem westlichen Flügel des sog. Nordwest-Palastes der königlichen Residenz in Kalchu (heute Nimrud/Irak) ist nur der untere Teil eines dreiregistrigen Wandreliefs, dessen Gesamthöhe ca. 2,30 m betrug. Dargestellt ist der König, auf einem leichten Jagdwagen stehend, der von einem Lenker geführt und drei Pferden gezogen wird. Obwohl er bereits von drei Pfeilen getroffen ist, zielt der königliche Jäger erneut mit einem Pfeil auf den Löwen, der den Kopf zurückwendet und seinen Angreifer voller Schmerz anzubrüllen scheint. Die königliche Löwenjagd kann hier als Sinnbild der Überwindung latenter Gefahren für den assyrischen Staat durch den Herrscher gelten, wobei gerade der Löwe als akute Bedrohung für Mensch und Tier galt. Besonders hervorzuheben ist bei dem ursprünglich farbig gefassten Flachrelief der Detailreichtum, etwa bei Jagdwagen und Waffen, sowie bei den reich geschmückten Pferden mit ihrer Aufzäumung. Während das obere Register mit einem weiteren erzählenden Relief verloren ist, haben sich vom mittleren Register, das die 'Standardinschrift' des Königs trug, nur wenige Reste von zwei Zeilen Keilschrift erhalten. Eine nahezu identische Darstellung (jetzt im British Museum in London) zeigt den bogenschießenden König, der gerade einen männlichen Löwen tödlich getroffen hat. [Ralf B. Wartke]
Stele mit Inschrift der assyrischen Königin Libbali-Scharrat
Vorderasiatisches Museum
Das fragmentarisch erhaltene Bildwerk, das einst auf dem Stelenplatz von Assur aufgestellt war, zeigt Assur-Scharrat, die Gemahlin des assyrischen Königs Assurbanipal (668–627 v. Chr.). Zu den Insignien der Königin, die das seltene Privileg besaß, sich allein darstellen zu lassen, gehört die Krone, die einer mit Zinnen versehenen Stadtmauer nachempfunden ist. Assur-Scharrat, die ihre rechte Hand zum Gruß erhoben hat, ist sitzend dargestellt. Von dem Thron ist heute nur noch ein Teil der Rückenlehne erhalten. [Nadja Cholidis]
Prozession von Offizieren und Beamten
Vorderasiatisches Museum
Die Reliefplatten, die einst an den Seitenwänden einer Rampe angebracht waren, zeigen assyrische Offiziere und Beamte, die einen sog. Stuhlwagen mit sich führen. Von dem Stuhlwagen selbst ist hier nur die figürlich verzierte Deichsel erhalten. Die eigentümliche Verbindung von Thron und Wagen, die erstmals unter dem assyrischen König Tiglatpileser III. (745–727 v. Chr.) belegt ist, stellt eine Sonderentwicklung dar, die schon bald durch den von Menschen gezogenen Streitwagen abgelöst wurde. [Nadja Cholidis]
Assyrische Soldaten
Vorderasiatisches Museum
Die Reliefplatten aus dem Südwest-Palast des assyrischen Königs Sanherib (704–689 v. Chr.) zeigen eine Gruppe bewaffneter Soldaten. Das assyrische Heer, das straff organisiert war und als äußerst schlagkräftig galt, setzte sich aus vier verschiedenen Einheiten zusammen: Streitwagenverband, Reiterei, Fußsoldaten und Pioniere. Seit dem 8. Jahrhundert v. Chr. wurden auch Soldaten nicht-assyrischer Herkunft rekrutiert, um das Berufsheer zu verstärken. Die gebogene Spitze, die die beiden rechten Helme ziert, weist diese Soldaten daher aus Söldner aus. [Nadja Cholidis]
Reliefplatte, Prozession von Soldaten und Musikanten
Vorderasiatisches Museum
Die monumentalen Reliefplatten zeigen mehrere Schildträger und eine Gruppe von Musikanten, die verschiedene Instrumente mit sich führen. Die viereckige Rahmentrommel mit Tragschnur, die sich noch heute im Irak und im nördlichen Afrika nachweisen lässt, ist hier zum ersten Mal bildlich belegt. Das gilt auch für das Stielbecken, das aus zwei dreieckigen Klangkörpern mit stielartigem Griff besteht. Das Ende der Prozession bildet vielleicht eine reich geschmückte Frau, die eine runde Rahmentrommel geschultert haben könnte. Nach dem Zuschnitt der Platten zu urteilen, war die Darstellung an den Seitenmauern einer Rampe angebracht, die offenbar vom königlichen Palast zum Ischtar-Tempel führte. Auf diese Weise konnte der assyrische König bei kultischen Anlässen auf direktem Weg zum Tempel der Göttin gelangen. [NC]
Kultrelief
Vorderasiatisches Museum
Das kleine Relief, das in einem Wohnhaus gefunden wurde, zeigt eine bewaffnete Gottheit auf einem geflügelten Mischwesen. Bei der Darstellung könnte es sich um den gleichnamigen Gott der Stadt Assur handeln. Zu beiden Seiten befinden sich verschiedene Göttersymbole: Flügelsonne, Mondsichel, Siebengestirn und Stern. [Nadja Cholidis]
Assyrischer Soldat
Vorderasiatisches Museum
Die kleine Szene, die wahrscheinlich einen Ausschnitt aus dem Feldzug des assyrischen Königs Assurbanipal (668–627 v. Chr.) gegen die elamische Stadt Din-Scharri wiedergibt, zeigt einen assyrischen Soldaten, der eine Frau und ein erbeutetes Tier fortführt. Von der Frau ist nur noch ein Teil des Gewandes erhalten. [Nadja Cholidis]
Orthostat mit Darstellung eines Greifenwesen
Vorderasiatisches Museum
Bei der Erforschung von Sam'al (Zincirli) widmete man besonders den Baukonstruktionen große Aufmerksamkeit. Handelte es sich doch um die erste Grabung im nordsyrisch-anatolischen Raum, die eine Gesamtaufnahme der Denkmäler versuchte, wozu baugeschichtlich vor allem die Untersuchung der Architekturstrukturen gehörte. Naturgemäß blieben die Befestigungswerke am besten erhalten, unter ihnen insbesondere die Tore, die sehr sorgfältig ausgeführt waren. Ihre Fundamente hatte man aus Bruchsteinen gefügt, worüber zwischen weiteren Steinlagen ein Balkenrost lag, der bei Fundamentsenkungen das Mauerwerk vor Rissen schützen sollte. Die eigentliche Mauer aus ungebrannten Tonziegeln setzte darauf auf und wurde ohne weiteren Steinzusatz bis zur Krone aufgeführt. Obzwar vom Zweck her reine Festungsarchitektur, waren gerade die Tore mit reichem Bauschmuck versehen, was der antiken Vorstellung vom Tor als Durchlass für Menschen wie auch Götter und Dämonen gleichermaßen gerecht wurde. So fand man am Burgtor der Stadt die Wände mit reliefverzierten Orthostaten verkleidet, deren Motive vorwiegend religiös-mythischer Natur waren. Zu ihnen gehörte das abgebildete Relief von der Ostwand des Außenzwingers. Die Figur ist vom Körper her zunächst anthropomorph und bekleidet mit kurzem gegürtetem Schurz, geschmückt durch eine Zierborte. Am Oberkörper bemerkt man ein kurzärmeliges Hemd, an den Füßen Schnabelschuhe. Der Kopf dagegen ist der eines Raubvogels, besitzt aber Säugetierohren sowie Stirn- und Halslocke. Vom Rücken herab hängt nach unten ein Flügelpaar. Die Figur vermittelt so eine eher greifenähnliche Vorstellung. In schreitender Bewegung begriffen, scheint das vogelköpfige Wesen mittels der erhobenen Arme eine aktive Abwehrfunktion auszudrücken, was der Stellung des Reliefs am Burgeingang entspräche. Im Inneren dieses Tores wurde die Stele Asarhaddons gefunden. [JM]
Löwenjagd (rechte Szene): Diener mit Pferd und König mit Gefolge
Vorderasiatisches Museum
Die unvollständig erhaltene Bildfolge (VA 960 + VA 963) zeigt eine königliche Löwenjagd. Nur mit einer Lanze bewaffnet tritt der Jäger dem angreifenden Tier entgegen. Ihm zur Seite steht ein Waffenträger mit Pfeil und Bogen, gefolgt von einem Gehilfen, der das Reitpferd hält. [Nadja Cholidis]
Relief mit Darstellung eines assyrischen Heerlagers
Vorderasiatisches Museum
Die kleinformatige Reliefplatte, die die Belagerung der elamischen Stadt Hamanu thematisiert, war einst am Nord-Palast Assurbanipals (668–627 v. Chr.) angebracht. Das assyrische Heerlager am Fuß der Stadtmauer lässt ein Wohn- und Küchenzelt erkennen sowie verschiedene Haustiere, die den Tross begleiteten. Ein heimkehrender Offizier wird von einem Diener mit einem Getränk empfangen. [Nadja Cholidis]